Wo ist Timo Kraus? Auch mehr als zwei Wochen nach dem Verschwinden des HSV-Mitarbeiters gibt es keine konkreten Hinweise, was mit dem 44 Jahre alten Familienvater passiert ist. Die Hoffnung, Kraus lebend zu finden, ist gering.

Es bleibt ein mysteriöser Fall: Timo Kraus, Merchandising-Chef des Hamburger SV, wird weiterhin vermisst. Die Polizei vermutet, dass der 44-Jährige in der Nacht vom 7. auf den 8. Januar bei Nebel und Glätte in die Elbe gefallen ist und dort ertrank.

Kraus hatte zuvor bei einer Feier in einem Brauhaus Alkohol getrunken und wurde von Kollegen in ein Taxi gesetzt.

Wo ist der Taxifahrer, der Timo Kraus fuhr?

Vermutlich hielt sich Kraus zuletzt im Bereich der Pontonbrücke 1 auf, einer Art schwimmenden Anlegestelle entlang der Landungsbrücken. Dort wurde Kraus' Handy letztmals geortet, dort nahm ein Spürhund seine Witterung auf.

Wenige Tage später suchte die Polizei mit Tauchern in der Elbe an dieser Stelle - vergebens. Und auch heute gibt es immer noch keine konkrete Spur auf den Verbleib des Familienvaters.

Einer, der bei diesem Puzzle helfen könnte, ist der Taxifahrer, in dessen Wagen Kraus gesetzt wurde. Doch trotz mehrfacher Bitten der Ermittler meldet sich der Mann nicht.

"Auf der Suche nach dem Taxifahrer ist die Polizei auf die Taxiunternehmen angewiesen", erklärt Torsten Adam, Polizeihauptkommissar der Polizeiinspektion Harburg im Gespräch mit unserer Redaktion.

Adam weiter: "Durch die breite Berichterstattung sollte jeder Taxifahrer in und um Hamburg Kenntnis von der Suche haben. Es ist also auch wahrscheinlich, dass der gesuchte Taxifahrer weiß, dass die Polizei ihn als dringenden Zeugen benötigt. Warum er sich nicht meldet, bleibt im Bereich der Spekulation."

Wahrscheinlichstes Szenario im Fall Timo Kraus

Die Suche nach Kraus geht weiter, doch gibt es mangels klarer Ansatzpunkte derzeit keine "gezielte Suche" an bestimmten Orten. Es werde aber weiterhin den in sehr geringer Anzahl eingehenden Hinweisen nachgegangen, die bewertet und abgearbeitet werden, sagte Adam.

Derzeit ermittle die Polizei immer noch in einem "Vermisstenfall" und nicht in einer "Todesermittlungsursache", so Adam. "Ein Unglücksfall ist aber zum jetzigen Stand der Ermittlungen die wahrscheinlichste Ursache für das Verschwinden von Herrn Kraus", sagt der Polizeihauptkommissar allerdings. Es gebe im Moment auch "keinen Hinweis" auf ein anderes Szenario.