Der Winter rückt unaufhaltsam näher - und die große Frage steht im Raum: Wie kalt werden die frostigen Monate? Prognosen gibt es einige, doch wie seriös sind Vorhersagen zu diesem Zeitpunkt?

Das Wetter: Dank komplexer Messinstrumente und einer Vielzahl von Wettersatelliten lassen sich immer präzisere Prognosen erstellen. Doch auch der beste Meteorologe stößt irgendwann an seine Grenzen – und so kann man seriös wohl kaum weiter als zwei Wochen in die Zukunft blicken.

Und doch gibt es schon im Herbst Meldungen von einem "Jahrhundertwinter 2016". Hierbei wird besonders oft Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal "wetter.net" zitiert.

Winter werden eher wärmer

Dieser revidiert jedoch seine vermeintliche Prognose. "Kein Mensch kann im Vorfeld ein meteorologisches Jahrhundertereignis ankündigen", so Jung. "Es gibt maximal sogenannte Klimatrends. Und wenn wir uns einen solchen Klimatrend für die Monate Dezember 2016 bis Februar 2017 anschauen, dann sieht es alles andere als nach einem extrem kalten Winter aus".

Auch der "Deutsche Wetterdienst" (DWD) hält Vorausschauen, die weiter als zwei Wochen in die Zukunft reichen, für ungeeignet. "Versuche in diese Richtung sind mit Vorsicht zu genießen. Das Wetter für November und Dezember lässt sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht seriös vorhersagen", teilte uns eine Mitarbeiterin des DWD auf Nachfrage mit.

Keinen Wetterbericht, aber eine vorsichtige Klimatendenz versucht die amerikanische Wetterbehörde "National Oceanic and Atmospheric Administration" (NOAA) zu erstellen. Bei einer solchen Prognose berechnet man die mögliche Temperaturabweichung vom klimatologischen Mittel. Das Ergebnis: Europa könnte ein zwei Grad wärmerer Winter als im langjährigen Durchschnitt bevorstehen.

Damit würde die kälteste Jahreszeit dem Trend des Herbsts folgen – der soll nach DWD-Informationen mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls vergleichsweise warm ausfallen. Auch wenn vom "Goldenen Oktober" bisher wenig zu spüren ist.