Leinsamen sollten in jedermanns Munde sein, denn die kleinen braunen Körnchen sind gut für die Verdauung und lindern Magenbeschwerden. Ihre Inhaltsstoffe entfalten eine reizlindernde Wirkung, gleichzeitig verfeinern die ganzen Samen Brot und Backwaren. Erfahren Sie hier, warum Leinsamen so gesund sind und wie Sie sie am besten in den täglichen Speiseplan aufnehmen.

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Als Leinsamen werden die Samen der Flachspflanze, früher auch Lein genannt, bezeichnet. Flachs wird heutzutage auf der ganzen Welt als Kulturpflanze angebaut und war schon vor über 5.000 Jahren sehr weit verbreitet. Hauptanbaugebiete sind Kanada, Kasachstan und Russland, doch auch in Deutschland ist er zu finden.

Die Samen der Pflanze haben je nach Sorte eine braune oder goldgelbe Farbe und enthalten etwa 40 Prozent Fett, davon überwiegend Omega-3-Fettsäuren.

Heilpraktiker werben mit Darmsanierungen, die wie eine Generalüberholung wirken sollen.

So können Leinsamen wirken

Leinsamen genießen neben Flohsamen den Ruf, die Verdauung zu fördern und bei Verstopfung, Durchfall, Magenschmerzen oder Sodbrennen zu helfen. Werden sie in Wasser eingeweicht, entsteht ein schleimiger Brei, der bei regelmäßiger Einnahme die Darmgesundheit unterstützt.

Noch dazu wirken Leinsamen recht schnell, da sie spezielle Schleimstoffe enthalten. Wenn die die Samen aufquellen, bilden sie eine Art Schleimschicht, die sich über die Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes legt und dort eine reizlindernde Wirkung hat. Deshalb werden Leinsamen oft gegen Gastritis verordnet. Viele schwören auch auf eine Leinsamen-Kur beim Abnehmen, da der Schleim als natürliches Abführmittel eingesetzt wird.

Die wertvollen Inhaltsstoffe der Leinsamen sollen sogar während der Wechseljahre gegen Hitzewallungen und Schweißausbrüche helfen können. Gegen Bluthochdruck und zur Stärkung des Immunsystems werden die braunen Körner empfohlen. Leinsamen sind die pflanzlichen Stoffe mit dem höchsten Anteil an Omega-3-Fettsäuren. 100 g der Samen haben 488 Kalorien, enthalten 36 g Fett, 23 g Proteine und liefern 22 g Ballaststoffe.

Wie sollte man Leinsamen einnehmen?

Leinsamen gibt es geschrotet, gemahlen oder im Ganzen zu kaufen und sie finden in der Küche deshalb auf verschiedene Weise Anwendung. Es gibt viele Möglichkeiten, wie man Leinsamen essen kann:

  • Im Mix mit anderen Samen kann man Leinsamen im ganzen Korn verspeisen, am besten gemeinsam mit Sonnenblumenkernen, Kürbiskernen, Hanfsamen und Mohnsamen. Einfach alle Samen in einem Schraubglas zusammenmischen und immer einen Löffel über Salate, Suppen, Müslis oder in den Joghurt geben.
  • Wer lieber Leinsamen pur zu sich nehmen mag, lässt das geschrotete Pulver einweichen oder rührt es in den Joghurt. In Wasser können die Leinsamen quellen und bekommen eine schleimige Konsistenz. Dadurch werden sie bekömmlicher.
  • Zur Verwendung als natürliches Abführmittel macht es Sinn, die geschroteten Samen mit viel Flüssigkeit einzunehmen. Der Quellvorgang sollte erst im Darm stattfinden und kann dadurch die Verstopfung lösen.
  • Als gesundes Dessert gibt es aus geschrotetem Leinsamen einen Pudding, zum Beispiel mit Mandelmilch. Wenn Sie die Leinsamen selber schroten, bleiben noch mehr Nährstoffe enthalten als bei vorgeschrotetem aus der Packung.
  • Brot lässt sich aus geschrotetem oder gemahlenem Leinsamen ebenfalls hervorragend herstellen. Leinmehl eignet sich auch hervorragend für Backwaren bei einer glutenfreien Ernährung. Die ganzen Körnchen kommen als Garnitur oben drauf.

Ob Leinsamen abends oder morgens eingenommen werden, ist prinzipiell egal. Wer jedoch seine Verdauung fördern möchte und die Leinsamen gegen Verstopfung anwendet, nimmt sie am besten morgens. Als kleine Verdauungskur hilft für einige Tage morgens, mittags und abends je ein Löffel.

Was man beachten sollte

Wer zum ersten Mal eine Extraportion Leinsamen ins Essen mischt oder pur auf dem Löffel zu sich nimmt, könnte eventuell Blähungen bekommen. Das liegt an den Ballaststoffen. Doch nach einigen Tagen hat sich der Darm daran gewöhnt und die Beschwerden lassen nach. Viel trinken hilft, damit der Leinsamen-Schleim gut transportiert werden kann.

Was man sonst noch bei Leinsamen beachten sollte:

  • Die Empfehlung, ab welchem Alter Leinsamen verzehrt werden kann, liegt bei 12 Jahren. Es sei denn, der Arzt rät schon früher dazu.
  • Leinsamen sollten während der Schwangerschaft nur nach Absprache mit dem Arzt verwendet werden.
  • Durch die Einnahme von Leinsamen kann sich die Aufnahme von Medikamenten über die Darmschleimhaut verringern.

Wo bekommt man Leinsamen?

Leinsamen gibt es im Supermarkt oder im Bioladen. Dort gibt es die Saaten ganz, geschrotet oder gemahlen. In den meisten Läden werden Bio-Leinsamen zu recht günstigen Preisen angeboten. Für Menschen mit Verdauungsbeschwerden sind Leinsamen deshalb eine preiswerte Alternative, um die Darmfunktion durch die tägliche Einnahme zu fördern.

Die Informationen in diesem Artikel ersetzen keine persönliche Beratung und Behandlung durch einen Arzt.

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