Zichorien-Kaffee
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"Erst mal Kaffee...": Für viele Leute ist das der erste ermunternde Gedanke am Morgen - und dann noch ein Kaffee im Laufe des Vormittags am Schreibtisch, nach dem Mittagsessen, während des Nachmittagstiefs oder nach Feierabend. Laut Studien trinken die Deutschen ungefähr 169 Liter Kaffee pro Person und Jahr - hauptsächlich, weil er schmeckt und munter macht.
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Vielleicht aber auch einfach aus Gewohnheit. Wenn Kaffee keine Option ist, gibt es Alternativen. Wer von Sodbrennen oder Herzrasen geplagt wird oder auch von ökosozialen Bedenken, der muss sich für Morgenritual und Kaffeepause etwas anderes suchen. Die Möglichkeiten dafür sind tatsächlich vielfältig.
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Allerdings müssen Sie sich entscheiden. Denn die Kombination aus dem besonderen Kaffee-Aroma und der Wirkung als Muntermacher vereint tatsächlich nur die Kaffeebohne. Was als Alternative zur Verfügung steht, schmeckt entweder ähnlich, ohne wach zu machen, oder putscht auf, befindet sich dabei aber in einem völlig anderen Geschmacks-Spektrum.
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Eine verbreitete Kaffee-Alternative für alle, die wegen des Koffein-Gehalts auf echten Kaffee verzichten, ist Malzkaffee, erhältlich als Pulver oder Instant-"Kaffee". Malzkaffee besteht aus gemälzten Gerstenkörnern: Sie werden in Wasser gelegt und zum Keimen gebracht, wobei aus Stärke Malzzucker entsteht. Beim späteren Rösten karamellisiert dieser und entwickelt den kaffeeähnlichen Geschmack.
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Malzkaffee wirkt deutlich weniger anregend als Bohnenkaffee, dafür ist er aber auch bekömmlicher. Nicht zu verwechseln ist er mit Körnerkaffee aus ungemälztem Getreide. Der ist zwar eine kostengünstige Alternative, unterscheidet sich im Geschmack allerdings deutlich.
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Unter den Getreidekaffees wird Dinkelkaffee favorisiert: Geschmacklich kommt er Kaffee noch am nächsten und bringt dazu jede Menge Eiweiß, Spurenelemente und Mineralien mit. Die kicken zwar nicht wie Koffein, machen aber zumindest auf andere Weise fit.
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Kaffee aus Zichorien half schon den Großeltern über den Kaffee-Mangel während der Nachkriegszeit hinweg. Er wird aus der Wurzel der Gemeinen Wegwarte gemacht. Sie wird zerkleinert, getrocknet, geröstet und gemahlen. Zichorienkaffee gibt es entweder als Pulver pur, vermischt mit anderen Substituten für Kaffee oder auch als Instant-Variante.
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Auch während des Röstvorgangs für den Zichorien-Kaffee entstehen Kaffee-typische Noten: Hier karamellisiert der Saft aus der Wurzel.
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Geschmacklich so nah am Kaffee, dass er bei Blind-Verkostungen manchmal kaum davon unterschieden werden kann, ist Kaffee aus Lupinen. Darüber hinaus stecken in und hinter dieser Hülsenfrucht-Röstung noch andere Vorteile.
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Zubereitet wird der Lupinen-Kaffee aus den Samen der ungiftigen Süßlupine. Nach Trocknung und Röstung werden sie gemahlen und wie Kaffee aufgebrüht. Auch die Hülsenfrüchte sind reich an Eiweiß, Vitaminen und Spurenelementen. Im Gegensatz zu den Varianten aus Getreide ist der Lupinen-Kaffee aber glutenfrei.
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Was die Ökobilanz angeht, schneidet die Lupine vorbildlich ab: Sie kann hierzulande regional angebaut und verarbeitet werden. Durch ihre Fähigkeit, Stickstoff zu binden, wirkt die Pflanze außerdem wie natürlicher Dünger.
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Wer gerne mit einer eigenen Röstung experimentieren möchte, kann es sich beispielsweise im Herbst zum Projekt machen: Aus geschälten, gerösteten und gemahlenen Eicheln oder auch Kastanien lassen sich kaffeeähnliche Heißgetränke mit herber (Eichel) oder süßlicher (Kastanie) Note zubereiten.
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Der Herbst ist auch die beste Jahreszeit, um Kaffee aus Löwenzahnwurzeln herzustellen. Denn das ist der richtige Zeitpunkt, um die nährstoffreiche Wurzel auszugraben und zu trocknen. Danach kann sie zerkleinert und in der Pfanne geröstet werden. Anschließend wird sie pulverisiert und aufgebrüht.
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Ähnlich können Sie auch mit Dattelkernen verfahren, einer hervorragenden Ballaststoff- und Mineralstoffquelle. Insbesondere in arabischen Ländern, aber auch bei uns, gibt es Dattelkern-Pulver zum Aufbrühen zu kaufen. Besonders aromatisch wird es, wenn der Dattelkaffee mit einer Prise Kardamom oder Zimt verfeinert wird.
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Zum Wachwerden bieten sich alternativ zum Kaffee der (fermentierte) Schwarze oder Grüne Tee an. Das Koffein aus dem Tee wirkt zwar nicht so schnell wie das aus dem Kaffee, dafür längerfristig. Auch wenn Tee ebenso wie Kaffee um die halbe Welt reisen muss, um in unseren Tassen zu landen, ist seine Ökobilanz dennoch besser. Denn Tee wird nicht so aufwendig verarbeitet wie Kaffeebohnen.
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Die wertvollen Inhaltsstoffe des Grünen Tees stecken hoch konzentriert in Matcha, was "gemahlener (Grüner) Tee" bedeutet. Das traditionsreiche japanische Getränk aus speziell gereiften, gemahlenen Teeblättern hat sich hierzulande ohnehin zum gesunden Szene-Drink entwickelt. Matcha schmeckt zwar ganz anders als Espresso, kann aber auch gut mit aufgeschäumter Milch genossen werden.
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Auch Mate gilt hierzulande als Hipster-Drink, der mit Vitaminen und Mineralien punktet. Der Tee aus Südamerika enthält außerdem viel Koffein, dessen Wirkung lange anhält. Traditionell wird Mate mit einem Trinkröhrchen (Bombilla) aus einem Mate-Becher getrunken. Die Blätter können mehrmals aufgegossen werden.
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Vor diesem Muntermacher werden Schwangere und Stillende gewarnt. Was aussieht wie ein hellwaches, aufspringendes Auge, ist koffeinhaltiges Guaraná und mit Vorsicht zu genießen. Es ist als Muntermacher so effektiv, dass es in Energy-Drinks Verwendung findet. Das Pulver gibt's auch pur, schmeckt aber vor allem herb. Daher am besten in ein kaltes oder heißes Lieblingsgetränk mischen!