Masken sind zu unseren täglichen Begleitern in der Coronakrise geworden. Sie helfen allerdings nur, wenn man sie richtig verwendet. Die wichtigsten Antworten zum Mund-Nasen-Schutz.

Mehr aktuelle Informationen zum Coronavirus finden Sie hier

Die wichtigsten Fragen im Überblick:

  • Was muss ich beim Tragen des Mund-Nasen-Schutzes beachten?
  • Wie transportiere, lagere und reinige ich die Maske?
  • Meine Brille beschlägt: Was hilft?
  • Wie stelle ich selbst eine Maske her?
  • Maske sitzt beim Kind nicht richtig, was tun?
  • Kann ich den Schutz beim Autofahren tragen?

Maske unterwegs um den Hals tragen: Ist das in Ordnung?

Es ist oft zu sehen: Wenn sie die Maske gerade nicht brauchen, ziehen viele Menschen sie unter das Kinn ab. Dort baumelt sie dann lose um den Hals. Janne Vehreschild sieht darin eher kein Problem. "Aus der reinen Virusinfektionssicht macht es wenig Unterschied, ob ich die Maske in einem Plastikbeutel trage oder sie um den Hals hängt", erläutert der Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung. Er leitet eine Arbeitsgruppe von Kölner und Frankfurter Forschern, die etwa Risikofaktoren zu COVID-19 untersucht.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ( BZgA) rät hingegen davon ab, die Maske so hängen zu lassen. Entsprechend heißt es beim Robert-Koch-Institut in einem FAQ zur Mund-Nasen-Bedeckung: "Die Bedeckung muss durchgehend eng anliegend über Mund und Nase getragen und bei Durchfeuchtung gewechselt werden; sie darf während des Tragens nicht (auch nicht unbewusst) zurechtgezupft werden und auch nicht um den Hals getragen werden."

Zum Umgang mit dem Mund-Nasen-Schutz erklärte auch die Wiener Mikrobiologin Birgit Willinger im Gespräch mit der Austria Presse Agentur: "Es sind schon Gefahren dabei, derer man sich nicht bewusst ist, wenn man sich nicht damit auseinandergesetzt hat." Sie beobachte ebenfalls, wie Leute die Masken zwischendurch wie eine Halskrause tragen: "Dadurch kann sie nach innen kontaminiert werden." Solche Verunreinigungen sind zu vermeiden, damit die Maske ihren Sinn behält.

Was muss ich noch beim Tragen beachten?

Hier noch einmal die wichtigsten Regeln laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

  • Vor dem Aufsetzen der Maske die Hände gründlich mit Seife waschen, denn die Innenseite der Maske muss sauber bleiben. Nach dem Absetzen ebenfalls - denn an der Außenseite des Gesichtsschutzes könnten sich Erreger tummeln.
  • Die Maske muss richtig über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen. Die Maske darf keine Öffnungen bilden.
  • Bei der ersten Verwendung sollte getestet werden, ob die Maske genügend Luft durchlässt, damit normal geatmet werden kann.
  • Wegen der möglichen Erreger auf der Außenseite solle diese nicht berührt werden! Das heißt: Einmal aufgesetzt, sollte der Träger die Maske nicht mehr anfassen.
  • Abstand halten! Das Tragen einer Maske ersetzt nicht das Einhalten von Hygienestandards und Abstandsregeln (mindestens 1,5 Meter). Denn die Bedeckung dient vor allem dem Schutz der anderen - der Abstand aber auch dem eigenen Schutz.
  • Auch die Hygienestandards gelten mit Maske: Es ist weiterhin darauf zu achten, in die Armbeuge zu husten oder zu niesen.

Wie setze ich die Maske richtig ab?

Wie oben geschildert, raten Experten dringend davon ab, die Alltagsmaske beispielsweise zwischenzeitlich kurz abzunehmen oder herunterzuziehen. Vorsicht ist auch geboten, wenn man die Alltagsmaske etwa nach der Rückkehr vom Einkauf absetzt. Das Bundesministerium für Gesundheit erklärt in einem aktuellen Video, wie wir dabei vorgehen sollten. Zu achten ist darauf, die Maske an den seitlichen Bändern anzufassen und abzusetzen - und NICHT an den (Innen-)Stoff zu langen:

Eine durchfeuchtete Maske sollte umgehend abgenommen werden. Nach dem Abnehmen gilt es, sich 20 bis 30 Sekunden lang die Hände mit Seife zu waschen.

Wie bewahre ich die Maske auf?

Die Maske sollte laut BfArM nach dem Abnehmen in einem Beutel oder ähnlichem luftdicht verschlossen aufbewahrt oder sofort gewaschen werden. Die Aufbewahrung sollte nur über möglichst kurze Zeit erfolgen, um vor allem Schimmelbildung zu vermeiden.

Wie transportiere ich meine Maske?

Im Idealfall läuft es so ab: Man hat seine Hände gründlich gewaschen und zieht anschließend die Maske über. Dabei achtet man darauf, die Innenseite nicht anzufassen. Das aber setzt voraus, dass man sie daheim aufsetzt und etwa auf dem Weg zum Supermarkt die gesamte Zeit im Gesicht trägt. Das kann anstrengen und die Maske bereits ziemlich stark durchfeuchten - was nicht gut ist.Wer seinen Mund-Nasen-Schutz daher erst vor Ort aufsetzen möchte, sollte ihn im Plastikbeutel statt in der Hosentasche tragen - oder zumindest in einer Tasche, in die man nicht üblicherweise hineinfasst, rät Peter Walger. Der Vorstandssprecher von der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene betont: "Die Innenseite muss geschützt sein."

Wie oft kann ich einen selbst genähten Schutz tragen?

Eine selbst hergestellte Maske könne problemlos öfter getragen werden, sagt der Infektiologe Salzberger. Sie muss allerdings regelmäßig gewaschen werden.

Wie wasche ich meine Maske?

Bei 60 Grad mit einem Vollwaschmittel. Eine Alternative zur Waschmaschine: Statt die Maske alleine in der Trommel drehen zu lassen, rät Philipp Heldt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: Alltagsmasken kann man auch ohne Waschmaschine reinigen - etwa mit einem Stab in dem für Hände zu heißen Wasser mit 60 Grad drehen und drücken. Sobald es etwas ausgekühlt ist, richtig mit der Hand kneten und wringen. "Die Hitze und die Tenside der Waschmittel reichen schon, um das Coronavirus zu deaktivieren", so Heldt. "Die Zugabe von zum Beispiel Alkohol ist nicht nötig."

Kann ich Viren in der Maske auch in der Mikrowelle oder im Backofen abtöten?

Das ist nur bedingt ratsam. "Backofen, Mikrowelle, Bügeln - das ist nur dann eine Idee, wenn man die Maske nicht waschen kann", sagt Walger. "Es ist unsicher, ob überall die gleiche Temperatur wirkt", fügt er an. Die Masken könnten im Backofen oder in der Mikrowelle nicht frei hängen, lägen vielleicht auf einem Backblech. "Und was besonders wichtig ist: Gereinigt werden die Masken dadurch nicht."

Von der Reinigung in der Mikrowelle rät die Feuerwehr ab: Masken mit Drahtbügeln gehören dort auf gar keinen Fall hinein - hier droht Brandgefahr. Die Feuerwehr in München berichtete, bereits mehrfach wegen derartiger Brände ausgerückt zu sein.

Müssen Kinder auch Masken tragen?

In den meisten Bundesländern gilt die Maskenpflicht ab einem Alter von sechs Jahren. Einige Bundesländer weichen jedoch davon ab:

  • In Sachsen gibt es keine expliziten Vorgaben. Ob die Kinder eine Maske tragen sollen, liegt im Ermessen der Erziehungsberechtigten.
  • Auch Sachsen-Anhalt gibt keine explizite Altersgrenze vor. In der Begründung zur Verordnung steht allerdings, dass Kinder unter zwei Jahren keine Masken tragen sollten. Eine Sprecherin des Sozialministeriums kündigte allerdings eine Überarbeitung der Verordnung zum 4. Mai an.
  • Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern schließen Kinder, die noch nicht zur Schule gehen, von der Maskenpflicht aus.
  • In Bremen müssen Kinder erst mit sieben Jahren einen Mundschutz tragen.

Die Bundesländer haben vielfach im Internet Sonderseiten zum Thema eingerichtet. Man findet sie leicht nach Eingabe von "Maskenpflicht", "Verordnung" und dem jeweiligen Bundesland.

Was tun, wenn die Maske beim Kind nicht sitzt?

Familien erleben es bereits: Die meisten Masken sind für Erwachsene konzipiert und für Kindergesichter viel zu groß. Die Maske schlackert vor dem Gesicht herum, dichtet nicht richtig ab und verfehlt so ihre eigentliche Schutzfunktion.

  • Tipp: Ein Knoten in den Gummibändern kann helfen, damit der Mund-Nasen-Schutz besser sitzt.

Im Netz finden sich auch Kinder-Schutzmasken - mitunter zu horrenden Preisen. Wer seinem Kind deshalb eine Maske selber nähen will, sollte das Schnittmuster dementsprechend verkleinern, heißt es online bei "Öko-Test". Zahlreiche Anleitungen (etwa auf YouTube) finden sich dazu im Internet.

Wie stelle ich sicher, dass mein Kind richtig mit dem Schutz umgeht?

Den richtigen Umgang mit der Maske erklärt die Johanniter-Unfall-Hilfe Kindern in einem aktuellen Video:

Für Kinder erklärt: So gehst du richtig mit Masken um

"Wenn wir das alle beachten, kann ich ganz bald wieder in die Schule gehen": Ein Video der Johanniter-Unfall-Hilfe erklärt Kindern den richtigen Umgang mit Masken. Es lohnt sich auch für Erwachsene. © YouTube

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) rät Eltern, ihre Kinder unbedingt immer wieder daran zu erinnern, dass sie die Maske nicht mehr berühren dürfen, sobald sie einmal aufgesetzt ist. Je jünger das Kind, desto öfter müsse dieser Hinweis kommen.

Beim Toben an der frischen Luft könne die Maske allerdings gefährlich sein. Die Kinder könnten mit dem Gummizug der Maske an Hindernissen und Spielgeräten hängen bleiben.

Mythos oder Wahrheit: Ist Ausatmen mit Maske für Kinder gefährlich?

In den sozialen Medien machen Kettenbriefe die Runde, in denen vor angeblichen gesundheitlichen Folgen gewarnt wird.

BEHAUPTUNG: Weil die Luft beim Ausatmen nicht entweichen könne, steige der Anteil von Kohlendioxid (CO2) im Blut. Besonders für kleine Kinder sei das gefährlich.

BEWERTUNG: Falsch.

ERKLÄRUNG: Alle können einen Mundschutz aus Stoff tragen - auch Kinder, stellt der Berliner Mediziner und Pressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Jakob Maske, klar. "CO2 ist ein Gas und bleibt im Stoff nicht hängen." Dieser sei ja kein luftundurchlässiges Plastik. Von komplett geschlossenen Abdeckungen - wie etwa Staubschutzmasken aus dem Baumarkt - rät der Kinderarzt allerdings ab.

Erwachsene atmeten mehr Luft ein und aus als Kinder. Das geringere Lungenvolumen bei Kindern sei jedoch nicht so klein, als dass die Atemluft Platz zwischen Gesicht und Mundschutz hätte, so Maske. "Da besteht auch für kleinste Kinder keinerlei Gefahr." Mit jedem Atemzug komme wieder ausreichend frische, sauerstoffreiche Luft in die Lungen.

Reicht wirklich auch ein Schal oder Baumwolltuch?

Der Sinn der Maskenpflicht ist primär der Schutz der anderen, nicht des Trägers. Es geht darum, die Tröpfchen etwa beim Sprechen, Husten oder Niesen abzufangen, in denen sich der Erreger SARS-CoV-2 befindet: "Da tut es jede Baumwolle auch", sagt der Virologe Alexander Kekulé. Gerade gebe es auf dem Markt extrem schlecht hergestellte OP-Masken. Kekulé bezweifelt, dass diese einen besseren Schutz liefern als ein Baumwolltuch.

Auch als Träger schützt man sich durch die Maske ein Stück weit: Sie kann verhindern, dass man sich mit verschmutzten Händen an Nase oder Mund fasst und dadurch möglicherweise Erreger in den Körper gelangen.

Warum wird von medizinischen Masken abgeraten?

Zwischen dem Schutz, wie ihn die Maskenpflicht vorsieht, und medizinischen Sicherheitsmasken gibt es wesentliche Unterschiede. Das erläuterte kürzlich der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler:

  • Eine Sicherheitsmaske umschließt vollständig Nase und Mund und besitzt eine von drei Schutzkategorien, die professionellen Schutz vor Krankheitserregern oder schädlichen Stoffen in der Luft bieten.
    Spezialmasken ab Klassifikation FFP2 ("filtering face piece"), die "wirklich Viren abhalten", müssten vor allem von medizinischem und Pflegepersonal getragen werden, um sich optimal zu schützen. FFP3 bietet eine noch höhere Schutzstufe als FFP2.
  • Ein Mund-Nasen-Schutz kann hingegen auch selbst hergestellt sein. Anders als ein Atemschutz, der den Träger schützt, halte ein Mundschutz Tröpfchen zurück, die das Virus übertragen könnten.

Die Masken mit den Schutzstufen FFP2 und FFP3 müssen dem Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen vorbehalten bleiben. Nur mit ihnen ist das Personal im Umgang mit Patienten ausreichend vor dem Coronavirus geschützt. Fehlende Schutzausrüstung und besonders fehlende Masken sind aktuell immer noch eines der drängendsten Probleme in vielen Kliniken.

Wie vermeide ich, dass die Brillengläser beim Tragen der Maske beschlagen?

"Die Maske sollte so eng wie möglich anliegen - insbesondere der obere Teil direkt unter der Brille", erklärt Timm Koedel, Apotheker aus Potsdam. So ströme weniger Atemluft an die Gläser. Seine weiteren Tipps:

  • Biegbaren Metallbügel in die Maske einnähen, der den Stoff enger an die Haut presst
  • Die Brille auf den Mund- und Nasenschutz setzen, sodass der Stoff unterhalb des Brillengestells liegt. Dann strömt die warme Atemluft mit etwas mehr Abstand an den Gläsern vorbei
  • Milde Flüssigseife ohne Alkohol in geringer Menge mit einem feinen Tuch auf den Gläsern verteilen. Nach kurzer Einwirkzeit werden die Gläser nicht abgespült, sondern nur trocken poliert. Durch den dünnen Seifenfilm kann sich das Wasser in der Atemluft nicht mehr auf dem Glas absetzen

Wie stelle ich selber eine Maske her?

Dieses Material brauchen Sie dafür, um einen Mundschutz selber zu nähen:

  • zwei jeweils 2 cm x 90 cm lange kochfeste Baumwollstreifen
  • einen 15 cm langen Draht
  • zwei jeweils 2 cm x 17 cm lange kochfeste Baumwollstreifen
  • ein 17 cm x 34 cm großes Stofftuch, das aus atmungsdurchlässigem, kochfestem Baumwollstoff besteht

Fest gewebte Stoffe seien für die Zwecke besser geeignet als leicht gewebte, so das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Das heißt: Die Maschen sollten möglichst eng gezogen sein - allerdings nicht so eng, dass einem das Atmen schwerfällt. Idealerweise besteht der Stoff der Maske aus 100 Prozent Baumwolle, empfiehlt das Bayerische Gesundheitsministerium.

So gehen Sie vor:

Anleitung für einen waschbare Behelfs-Mund-Nasen-Schutz.

Wer sich selbst einen Schutz bastelt, sollte keine Staubsaugerbeutel verwenden. Denn diese enthalten nach Angaben des Drogerieunternehmens dm häufig ein feines antibakteriell wirkendes Pulver. Dieses einzuatmen, sei "sowohl für Lunge als auch Verdauungsorgane gesundheitsschädigend", heißt es.

Darf ich die Maske beim Autofahren tragen?

Keinesfalls darf die Sicht des Fahrers beeinträchtigt sein. Besonders für Brillenträger ist hier Vorsicht geboten, da die Brillengläser beschlagen könnten.

ADAC-Juristen weisen zudem darauf hin, dass der Fahrer erkennbar bleiben müsse: "Bei den handelsüblichen Masken sollte das eigentlich kein Problem sein, da das Gesicht damit im Normalfall noch zu erkennen ist. Bei den selbstgemachten Masken kann es jedoch vorkommen, dass diese das Gesicht zu weit verdecken", heißt es.

Wo der Mundschutz der Gesundheit dient, würde die Polizei zwar von Ahndungen absehen, allerdings liege die Entscheidung im Einzelfall immer im Ermessen des Polizeibeamten.

Außerdem zu beachten: "Wird mit einem Mundschutz eine Ordnungswidrigkeit begangen, läuft das normale Bußgeldverfahren durch." Kann der Fahrer nicht ermittelt werden, könnte der Fahrer verpflichtet werden, ein Fahrtenbuch zu führen. Mit einer solchen Fahrtenbuchauflage wäre bei künftigen Verstößen nachvollziehbar, wer wann sein Auto fuhr. Wie die Polizei seien aber auch die Bußgeldbehörden hier derzeit großzügiger, erklärt der ADAC weiter.

(af)

Verwendete Quellen:

  • dpa
  • Robert-Koch-Institut
  • Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
  • MDR-Podcast "Kekulés Corona-Kompass"
  • APA
  • Bundesgesundheitsministerium
  • ADAC

So machen Sie eine Atemschutzmaske selbst

Um das neue Coronavirus einzudämmen, rufen Promis unter dem Hashtag #maskeauf aktuell dazu auf, einen selbst gemachten Atemschutz zu tragen. Doch wie kann man sich eine Maske zu Hause machen? © YouTube