(ah/as) - Als Juristin hat sie zehn Jahre rund um die Uhr gearbeitet, jetzt ist Jordana Serebrenik "Katzenflüsterin" - und hat damit in New York wohl eine Marktlücke entdeckt.

Das Geschäftsmodell der Amerikanerin ist simpel. Ihre Kunden haben ein Problem, ihr Haustier einzufangen, zum Beispiel wenn ein Tierarztbesuch ansteht. In einem Video, das die Internetausgabe der "New York Times" veröffentlicht hat, erklärt die Katzenfängerin: Ihre Kunden sind entweder zu gebrechlich für die Katzenjagd oder haben emotional ein Problem damit, ihrem Liebling "an die Wolle zu gehen". Manchmal sind die betreffenden Katzen auch wirklich schwierige Tiere, mit denen die Besitzer einfach nicht fertig werden.

Die New Yorkerin rückt mit ihren Utensilien wie einem roten Netz und Lederhandschuhen an und hat die Katzen meist im Nullkommanichts in die Transportbox gelockt. Sie sagt, dass sie die Tiere vor allem deshalb so gut einfangen könne, weil sie keine emotionale Beziehung zu ihnen habe und mit der Einstellung an die Sache gehe: "Ich werde sowieso gewinnen".

Die Dienste der "Katzenflüsterin" kosten laut "New York Times" um die 80 Dollar. Den meisten ist die Hilfe offenbar das Geld wert. Die Kommentare auf Serebreniks Facebook-Seite sind jedenfalls sehr positiv. Seit 2010 betreibt die New Yorkerin ihr Unternehmen "Catch Your Cat, Etc." und ist stolz darauf, bisher noch jede Katze erwischt zu haben. Ihre besondere Begabung habe sie entdeckt, als sie bei "City Critters" arbeitete, einer Organisation, die sich um verwilderte Katzen in New York kümmert.

Zu den "City Critters" ging die 45-Jährige, nachdem sie 2006 merkte, dass sie etwas in ihrem Berufsleben ändern muss. Nach einem sechswöchigen Urlaub in Afrika beschloss die Juristin, ihren alten Job an den Nagel zu hängen. Als Anwältin hatte sie immer gearbeitet, auch an Wochenenden und Feiertagen. "Ich war nicht stolz auf die Arbeit, die ich machte", sagt Serebrenik dem "Law Blog" des "Wall Street Journal".

Die Geschichte der "Katzenflüsterin" zeigt: Komplizierte Geschäftsideen sind nicht zwangsläufig die besten. Auch einfache Ideen können ausreichen, um den Lebensunterhalt zu verdienen.