Schrecksekunde für Harrison Ford: Der Hollywoodstar ("Indiana Jones") stürzte mit seinem Sportflugzeug nach einem Motorschaden ab. Der 72-Jährige kam jedoch mit "moderaten Verletzungen" davon. Sind Unfälle von kleinen Maschinen Alltag und wie sicher ist es, mit Minifliegern zu reisen?

Im kalifornischen Santa Monica stürzte Harrison Ford über einem Golfplatz ab. Unfälle mit kleinen Flugzeugen sind aber die Ausnahme - in den USA, wie auch im europäischen Raum. Im gesamten Jahr 2014 gab es laut der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Deutschland bei der Kategorie bis zwei Tonnen 54 Unfälle mit 10 Toten. Bei 6.917 laut Luftfahrt-Bundesamt zugelassenen Fliegern entspricht das einer Unglücks-Risikoquote von knapp 0,8 Prozent.

Im Straßenverkehr verunglücken viel mehr Menschen

Im gleichen Zeitraum gab es alleine in Deutschland laut Statistischem Bundesamt im Straßenverkehr 3.368 Tote bei mehr als 2,4 Millionen Unfällen. 2014 waren laut Kraftfahrtbundesamt insgesamt 61,5 Millionen Fahrzeuge zugelassen, woraus sich eine Risikoquote von knapp 4 Prozent ergibt - ein fünfmal so hoher Wert. Im Gegensatz zur Straße erregen Unfälle von Kleinfliegern jedoch mehr Aufmerksamkeit. Viele dieser Unglücke mit tödlichem Ausgang landen in den Medien.

Für Sportflieger gelten zudem viele Sicherheitsregeln, wie der Freiburger Verein "Deutsche Experimental Flug" auf seiner Homepage berichtet. So müssen die Flieger nach der Luftverkehrsordnung (Paragraf, 6 Absatz 1) eine Sicherheitsmindesthöhe von 150 Metern, bei besiedelten Gebieten von 600 Metern einhalten. Darüber hinaus gilt eine Mindest-Sichtweite von 1,5 Kilometern.

Flugzeugunfälle durch menschliches Versagen

Flugzeugmotoren sind zudem mit einer doppelten Zündanlage und zwei Benzinpumpen ausgestattet. Sollte dennoch, wie bei Harrison Ford, der Motor einen Schaden haben, können Sportmaschinen im Idealfall ähnlich wie ein Segelflugzeug Richtung Boden gleiten. Das ist auch der Grund, warum der Oldtimer des US-Schauspielers nicht wie ein Stein zu Boden fiel.

Kleine Fluggeräte müssen weiterhin in festgelegten Intervallen gewartet werden. Die Ergebnisse nehmen nach den Instandsetzungen öffentlich zugelassene Prüfer ab. Einen Knackpunkt sieht der Freiburger Verein allerdings in der Erfahrung der Piloten, denn oft seien es Verstöße gegen "einfachste Verhaltensregeln" die Unfälle provozierten. Zu den häufigsten Ursachen von Unglücken zählen demnach Sicht- und Kontrollverlust, Spritmangel sowie das Unterschreiten von Sicherheitsabständen und Mindesthöhen.