Das Great Barrier Reef, der Kilimandscharo und die Serengeti haben eines gemeinsam - sie gehören alle zum Weltnaturerbe der Menschheit.

Die UNESCO versammelt in ihrem schützenswerten Welterbe sowohl die von Menschenhand erschaffenen Güter (Weltkulturerbe) als auch die von der Natur erschaffenen (Weltnaturerbe).

Uns geht es heute nur um die Natur. Aus diesem Grund präsentieren wir Ihnen zehn Beispiele aus der UNESCO-Liste des Weltnaturerbes der Menschheit.

Die Grube Messel - Europa

Die Grube Messel in der Nähe des hessischen Darmstadt ist eine stillgelegte Mine, in der Tonstein, Eisenerz und Braunkohle abgebaut wurde. Bekannt ist sie durch die dort gefundenen, hervorragend erhaltenen Fossilien von Säugetieren, Vögeln, Reptilien, Fischen, Insekten und Pflanzen. Die Urzeit-Funde sind zwischen 33,9 bis 55,8 Millionen Jahren alt.

Besonders einzigartig macht die Ölschiefer-Fossilien der Grube Messel ihr hervorragender Zustand: Oft finden sich bei den Jahrmillionen alten Funden Weichteilabdrücke, Mageninhalte und selbst Flügel von Insekten mit der ursprünglichen Farbgebung. Komplette Insekten mitsamt ihrem schillernden Panzer sind versteinert erhalten geblieben. Am berühmtesten ist die frühe Pferdeart Propalaeotherium, von der in der Grube bislang über 70 Exemplare gefunden wurden. Das abgebildete Messeler Urpferdchen ist 47 Millionen Jahre alt.

Die Grube Messel ist seit dem 8. Dezember 1995 bei der UNESCO als Weltnaturerbe der Menschheit eingetragen. Sie ist die bislang einzige Weltnaturerbestätte Deutschlands.

Das Kilimandscharo-Massiv - Afrika

Der Kilimandscharo (Swahili "Berg des bösen Geistes") ist mit seinen 5892 Metern nicht nur der höchste Berg Afrikas, sondern auch der höchste frei stehende Berg der Erde.

Sein schneebedecktes Plateau hebt sich bei gutem Wetter weiß leuchtend vor dem blauen Himmel ab. 1987 wurde die einzigartige Landschaft von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.

Doch der Schnee am Kilimandscharo droht zu schmelzen. Forscher in den USA haben ausgerechnet, dass die weiße Schicht in den nächsten 15 bis 20 Jahren ganz verschwinden könnte. Geologen planen nun, mittels einer Plastikplane das Eis des Berges zu überdecken, um es vor dem Abschmelzen zu bewahren.

Der Yellowstone-Nationalpark - Amerika

Der Yellowstone-Nationalpark ist der älteste Nationalpark der Welt: Gegründet wurde er am 1. März 1872. 96 Prozent seiner Fläche liegen im US-Bundesstaat Wyoming, drei Prozent liegen in Montana, ein Prozent in Idaho. Der Yellowstone-Nationalpark ist Teil der Rocky Mountains. Seine Fläche entspricht in etwa der Größe Korsikas.

Bekannt ist der Yellowstone-Nationalpark für seine Geysire und Schlammtöpfe, die oftmals in schillernden Farben erstrahlen: Die Farbvielfalt in den Kratern der geothermischen Quellen entstehen durch wärmeliebende Bakterien.

Die Geysire des Parks sind einzigartig: Aus dem größten Geysir "Old Faithful" schießt in Intervallen zwischen 30 und 120 Minuten eine 40 Meter hohe Fontäne aus heißem Quellwasser in die Luft.

Ebenfalls bekannt ist Yellowstone für seine Wildtiere: Bisons, Grizzlybären und Wölfe leben hier noch in freier Natur. Der Park ist nach dem Yellowstone River benannt, der das Park-Gebiet durchzieht. Der Yellowstone-Nationalpark wurde 1978 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.

Die Galápagos-Inseln - Amerika

Die Galápagos-Inseln liegen im Pazifischen Ozean, rund 1000 km westlich des südamerikanischen Staates Ecuador, zu dem sie gehören. Die Inselgruppe ist vulkanischen Ursprungs.

Einzigartig ist sie durch ihren Artenreichtum: 40 Prozent der Tierarten kommen nirgendwo anders auf der Erde vor, nur auf den Galápagos-Inseln. Wissenschaftler erklären sich die Erhaltung des urzeitlichen Lebensraumes mit der Abgelegenheit der Inseln.

Die einzigartige Flora und Fauna auf den Inseln ist durch die dort lebenden Menschen, den immer stärker zunehmenden Tourismus und intensiven Fischfang extrem gefährdet. Zudem bedrohen eingeschleppte Tiere und Pflanzen die ursprüngliche Welt der Galápagos-Inseln. Die UNESCO setzte sie aus diesen Gründen 2007 auf die Rote Liste der gefährdeten Weltnaturerbe-Stätten. Zum Weltnaturerbe zählen die Inseln seit 1978.

Die Victoria-Fälle - Afrika

Die Victoria-Fälle sind der längste, einheitlich herabstürzende Wasserfall der Erde. Der afrikanische Fluss Sambesi an der Grenze zwischen Simbabwe, Sambia, Namibia und Botswana stürzt auf knapp 2 Kilometer Breite 110 Meter steil in die Tiefe.

Der dadurch entstehende Wasservorhang aus Sprühnebel ist 300 Meter hoch und hat ein komplettes Ökosystem hervorgebracht: Der Regenwald um die Victoriafälle existiert nur wegen dieser Gischtwolke.

Die einheimischen Kololo nennen den mächtigsten Wasserfall der Erde Mosi-oa-Tunya, was übersetzt "Donnernder Rauch" bedeutet. Der Name stammt vom Lärm, den die herabstürzenden Wassermassen erzeugen und vom Sprühnebel, der noch in 30 km Entfernung zu sehen ist.

Der erste Europäer, der die Viktoria-Fälle jemals zu Gesicht bekam, gab ihnen auch ihren heutigen Namen: Am 16. November 1855 erblickte der Missionar David Livingstone die gigantische Wasserwand, in der ein ganzer Fluss zu verschwinden scheint. Er benannte das Naturschauspiel zu Ehren der englischen Königin Victoria "Victoria Falls". Von der UNESCO wurden die Victoria-Fälle 1989 zum Weltnaturerbe erklärt.

Das Great Barrier Reef - Australien

Das Große Barriereriff oder Great Barrier Reef vor der Küste Australiens ist das größte und wohl beeindruckendste Korallenriff der Erde. Es wird den sieben Weltwundern der Natur zugerechnet. Am 26. Oktober 1981 erklärte die UNESCO das Riffsystem zum Weltnaturerbe.

Das Große Barriereriff hat eine Länge von gut 2.300 Kilometern. Es kann mit bloßem Auge vom Weltall aus gesehen werden. Zur Seeseite fällt das Riff rund 2000 Meter tief ab. Das Riffsystem besteht aus einer Kette von über 2.900 Einzelriffen, knapp 1.000 Inseln und unzähligen Sandbänken.

Die dort lebenden 359 Hart-Korallenarten bilden mit dem Großen Barriereriff die größte von Lebewesen geschaffene Struktur der Erde. Das Riff ist Lebensraum für Tausende weitere Arten.

Doch die Wissenschaftler schlagen Alarm: Einige Teile der Riffe seien sowohl durch die Erderwärmung als auch durch den Menschen bereits so stark geschädigt, dass eine Regeneration wohl mehrer Jahrzehnte dauern wird. So begannen die Korallen des Riffs vor zwei Jahren massenhaft ihre Farbe zu verlieren. Doch mit über 1,2 Milliarden Euro ist der Tourismus entlang der Küstenline des Riffs doppelt so ertragreich wie die Landwirtschaft und Fischerei zusammen.

Der Uluru (früher: Ayers Rock) im Park Uluru-Kata Tjuta - Australien

Uluru-Kata Tjuta ist der Name eines australischen Nationalparks im Northern Territory. Der gesamte Park wurde 1987 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Der weltweit bekannteste Teil des Parks ist der berühmte Felsen Uluru, der bis 1995 unter dem Namen "Ayers Rock" bekannt war.

Uluru ist auch das natürliche Wahrzeichen Australiens. Der Inselberg erhebt sich 348 m über die Landschaft. Das Wort Kata Tjuta bedeutet "viele Köpfe" und bezeichnet eine Gruppe von 36 Felsen, die wahrscheinlich mehr als 500 Millionen Jahre alt sind.

Die Pflanzenwelt des Uluru–Kata-Tjuta-Nationalparks umfasst eine Vielzahl aller in Zentralaustraliens vorkommenden Arten. Einige dieser Arten sind nur im Gebiet um den Ayers Rock zu finden.

Uluru und Kata Tjuta sind für die traditionellen Bewohner, die Anangu Aborigines, kulturell bedeutsam.

Die Region Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn in den Berner Alpen - Europa

Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn ist ein 824 km² großes UNESCO-Weltnaturerbe in den Berner Alpen. Das Gebiet liegt in den schweizerischen Kantonen Bern und Wallis. Das Weltnaturerbe ist der am stärksten vergletscherte Teil der Alpen und Lebensraum vieler seltener Tier- und Pflanzenarten (Alpensteinbock, Smaragdeidechse). Ebenso eignet er sich für Wiederansiedlungs-Projekte von in der freien Natur ausgestorbenen Tieren (z.B. dem Bartgeier).

Das Welterbegebiet Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn beginnt im Norden am Fuße der bekannten Berner Oberländer Berge Eiger, Mönch und Jungfrau. Im Zentrum liegt das Aletschgebiet mit dem Aletschgletscher (Foto).

Das Gebiet Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn ist eine Neuschöpfung der IG Weltnaturerbe, die in dem Naturprojekt verschiedene einmalige Kultur- und Naturerbe-Stätten zusammenschloss. Grundlage ist eine Charta, in der sich 15 Gemeinden zu einer nachhaltigen Entwicklung der Region verpflichteten.

Seit dem 13. Dezember 2001 ist das Gebiet Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn Weltnaturerbe der UNESCO und damit das erste Naturerbe des Alpenraums. 2007 erweiterte die UNESCO das Gebiet nach Westen (Blüemlisalp) und nach Osten (Aargletscher, Grimsel) von etwa 54 000 auf mehr als 82 000 Hektar.

Die Serengeti - Afrika

Die Serengeti im Norden Tansanias ist eine baumarme Savanne, die sich bis nach Süd-Kenia erstreckt und ungefähr 30.000 km² groß ist.

"Serengeti" bedeutet in der Sprache der Massai "das endlose Land". In der Savanne leben über als 1,6 Millionen Pflanzenfresser und Tausende von Raubtieren. Häufige Tiere in dieser Region sind Elefanten, Gnus, Gazellen, Zebras und Büffel.

Die Gnus, Zebras, Thomson-Gazellen und Elenantilopen sind für ihre ausgedehnten, Jahrtausende alten Wanderungen bekannt. In Herden durchwandern sie seit dem Pleistozän die komplette Serengeti im Laufe eines Jahres von Norden nach Süden und wieder zurück.

Seit 1981 ist der "Serengeti-Nationalpark" Teil des Weltnaturerbes der UNESCO.

Die Vulkaninsel Krakatau - Ozeanien

Krakatau ist eine Vulkaninsel und liegt zwischen den indonesischen Inseln Sumatra und Java. Der aktive Vulkan brach im Laufe der letzten Jahrhunderte immer wieder aus. Der bekannteste und verheerendste Vulkanausbruch ereignete sich am 27. August 1883:

Der Krakatau schleuderte 18 Kubikkilometer Asche und Gestein bis in eine Höhe von 80 km in die Erdatmosphäre. In 2.000 km Entfernung war der Knall der Explosion noch zu hören.

Der Ausbruch entsprach der Sprengkraft von etwa 10.000 bis 100.000 Hiroshima-Bomben. In die explosionsartig entleerte Magmakammer flossen gigantische Wassermengen des Ozeans nach. Durch diesen Sog entstand eine 40 Meter hohe Flutwelle. Auf den Tsunami folgten Ascheregen und Feuerstürme.

Diese Ur-Gewalten zerstörten auf den umliegenden Inseln 300 Städte und Dörfer. Von der Vulkaninsel blieb nahezu nichts mehr übrig. Zwei Drittel der Insel versanken im Meer - über 36.000 Menschen kamen ums Leben. Die Eruptionen waren weltweit zu spüren.

Seit 1927 entsteht am Ort des damaligen Ausbruches eine neue Vulkaninsel, die Anak Krakatau genannt wird - "Kind des Krakataus". Wissenschaftlern zufolge gab es bereits im Jahr 535 n. Chr. an gleicher Stelle einen Vorgänger des Krakatau, den Proto-Krakatau, der ebenfalls explodierte. Die letzte Eruption des aktiven Anak Krakatau ereignete sich am 8. November 2007.

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