Hunderte Kinder kamen nach Angaben von UNICEF bereits im Iran-Krieg ums Leben, Tausende wurden verletzt. Das UN-Kinderhilfswerk appelliert mit Dringlichkeit an die Konfliktparteien.
Der Krieg im Iran hat nicht nur schwere Auswirkungen auf die globale Wirtschaftslage und die Treibstoffpreise. In den direkt betroffenen Gebieten fürchten viele Menschen um ihr Leben, mussten ihr Zuhause bereits zurücklassen oder haben Angehörige verloren.
So sind gut einen Monat nach Beginn des Iran-Kriegs nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks UNICEF in der Region bereits mehr als 340 Kinder getötet und Tausende verletzt worden. Demnach starben im Iran 216 Kinder, im Libanon 124, in Israel vier Kinder, in Kuwait kam ein Kind ums Leben, wie die Organisation mitteilte. Verletzt wurden im Iran demnach mehr als 1.700 Kinder, im Libanon mehr als 400, in Israel mehr als 850. Auch in Bahrain und Jordanien wurden Kinder verletzt.
Um Kinder zu schützen, muss der Krieg beendet werden
UNICEF weist mit Dringlichkeit auf diese Zahlen hin und fordert ein sofortiges Ende der Feindseligkeiten. Dabei werden alle Konfliktparteien aufgefordert, größtmögliche Zurückhaltung zu üben. Insbesondere Kinder sowie zivile Einrichtungen müssten explizit geschützt werden.
"Alle Konfliktparteien müssen dringend handeln, um das Leben der Zivilbevölkerung zu schützen und die Rechte von Kindern zu wahren", sagt UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell.
Infrastruktur für Kinder lebenswichtig
Die meisten Kinder kamen UNICEF zufolge am ersten Tag des Krieges bei einem Angriff auf eine Schule im Iran ums Leben. Dabei wurden laut Berichten allein 168 Kinder getötet. Auch im Gazastreifen und dem Westjordanland kamen in diesem Zeitraum Kinder ums Leben.
Die Infrastruktur in den Regionen wird durch die Angriffe vermehrt in Mitleidenschaft gezogen. Auf diese seien jedoch, so das Kinderhilfswerk, besonders Kinder angewiesen: zum Beispiel Schulen, Krankenhäuser oder die Wasser- und Sanitärversorgung.
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Mehr als 1,2 Millionen Kinder sind in der Region vertrieben worden, heißt es in der Meldung weiter. Die Kinder erleben Traumatisches, viele sind von Gewalt und Instabilität umgeben und das in einem Ausmaß, dass sie so nicht kennen. Andere Kinder, zum Beispiel im Gazastreifen, können retraumatisiert werden, haben die meisten von ihnen doch gerade erst einen langen und brutalen Konflikt erlebt. Diese Erlebnisse können die Gehirnentwicklung sowie die Emotionsregulation von Kindern beeinträchtigen und könnten langfristigen Folgen für ihre psychische Gesundheit haben.
UNICEF hat die Hilfe unter anderem im Libanon ausgeweitet. Im Iran stelle man, so UNICEF, medizinische Hilfsgüter bereit, beispielsweise mobile Gesundheitseinheiten und Notfall-Gesundheitskits.
Verwendete Quellen
- Material der dpa
- unicef.de: Krieg im Nahen Osten: Humanitäre Krise für Kinder spitzt sich zu