250.000 – so viele Mädchen und Jungen werden von bewaffneten Gruppen und auch Regierungsarmeen weltweit als Soldaten missbraucht. Die Kinder werden unter Zwang rekrutiert und in den Kampf geschickt, die meisten davon in Afrika oder Asien. Allein in Myanmar (Burma) gibt es mehrere zehntausend Kindersoldaten.

1996 machte der Report von Graça Machel, Menschenrechtsaktivistin, Politikerin und spätere Frau von Nelson Mandela, erstmals auf die Auswirkungen von bewaffneten Konflikten auf Kinder aufmerksam. Die Ergebnisse waren erschütternd und hatten die Gründung eines speziellen UN-Büros zur Folge. Der Appell seither ist klar: keine Rekrutierung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren.

Was sind Kindersoldaten?

Besuch eines Zentrums für ehemalige Kindersoldaten in Bukavu, Kongo.

Die UN-Kinderrechtskonvention bezeichnet alle Kriegsteilnehmer unter 15 Jahren als Kindersoldaten. 2002 gab es eine Ergänzung, die alle Zwangsrekrutierungen vor dem 18. Lebensjahr verurteilt. Diese wurde mittlerweile von mehr als 150 Regierungen anerkannt.

Kinder sind leichte Beute und flexibel missbrauchbare Waffen: Sie können einfacher manipuliert werden und befolgen Befehle eher als Erwachsene. Häufig setzen Armeen sie als Vorhut, Spione, Attentäter oder Minensucher ein, da sie als weniger wertvolle Kämpfer angesehen werden. Das erhöht die Gefahr einer Verwundung oder sogar des Todes um ein Vielfaches.

Keinesfalls müssen sich nur Jungen diesem Risiko aussetzen: Geschätzt ein Drittel der Kindersoldaten sind Mädchen. Die Lebensbedingungen und Aufgaben ähneln sich, allerdings kommt gerade bei den Mädchen häufig der Faktor der sexuellen Gewalt oder auch Zwangsehen hinzu.

Der Großteil der Kindersoldaten ist zwischen 15 und 18 Jahre alt. Jedoch gibt es viele jüngere, wie die Geschichte von Ishmael Beah zeigt:

Ishmael Beah verlor seine Familie während des Bürgerkrieges in Sierra Leone. Mit 13 Jahren wurde er unter Einsatz von Gewalt als Kindersoldat rekrutiert. Heute ist er Bestseller-Autor, Menschenrechtsaktivist und UNICEF-Botschafter.

Was wird für die Kindersoldaten getan?

Hauptziel ist natürlich, dass Kinder überhaupt nicht mehr als Soldaten rekrutiert werden. Darüber hinaus setzten sich UNICEF und weitere NGOs dafür ein, dass Kinder aus dem aktiven Dienst entlassen werden. So gelang es beispielsweise, in der Zentralafrikanischen Republik und im Südsudan tausende Kinder aus dem Kriegsdienst zu befreien.

Der Weg zurück in die Normalität ist langwierig. Oft haben die Kinder keine Schule besucht und keine Ausbildung, kehren verletzt, behindert oder traumatisiert zurück. Kriminalität und Prostitution erscheinen dabei oftmals der einzige Ausweg zu sein.

Hierfür hat UNICEF Übergangszentren eingerichtet, die Kindern eine Wiedereingliederung ermöglichen soll. Neben medizinscher und psychologischer Betreuung erhalten die Betroffenen Schulbildung und Arbeitsmöglichkeiten.

Auf anderer Ebene ist wichtig, dass die international gültigen Regeln der UN auch durchgesetzt werden (können) und schwerste Kinderrechtsverletzungen Konsequenzen haben. Ebenso haben Waffenimporte einen großen Einfluss auf Konflikt- und Krisengebiete.

Die Stiftung United Internet for UNICEF unterstützt UNICEF dabei, Kindern in Konflikt- und Kriegsgebieten ihre Kindheit zurückzugeben.