• Anlässlich der Weltimpfwoche warnen UNICEF, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Impfallianz Gavi vor lebensbedrohlichen Impflücken.
  • Mehr als ein Drittel der Länder (37 Prozent) verzeichnet Unterbrechungen ihrer Routineimpfprogramme aufgrund der Pandemie.
  • Insbesondere Masern sind wieder auf dem Vormarsch und bedrohen das Leben von Millionen Kindern.

Jetzt UNICEF-Pate werden

In 50 Ländern können zurzeit wichtige Impfkampagnen etwa gegen Masern, Polio oder Gelbfieber wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. 228 Millionen Menschen - die meisten davon Kinder - laufen dadurch Gefahr, vermeidbare, teils lebensgefährliche Krankheiten zu bekommen, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Impfinitiative GAVI und das UN-Kinderhilfswerk UNICEF am Montag, 28. April, in Genf berichteten.

Gerade bei Masern zeichnete sich schon vor der Corona-Pandemie ein Besorgnis erregender Trend ab. Millionen von Kindern wurden nicht gegen Masern geimpft. "Die Pandemie hat eine schwierige Situation noch schlimmer gemacht", sagte UNICEF-Chefin Henrietta Fore.

Im Kongo, in Pakistan und im Jemen gab es in letzter Zeit größere Masern-Ausbrüche. Eines der Probleme war auch die Unterbrechung von Lieferketten. UNICEF konnte 2020 immerhin 2,01 Milliarden Impfdosen verteilen, aber im Jahr davor waren es 2,29 Milliarden.

Neue Impfkampagne soll Millionen Todesfälle verhindern

Die Organisationen haben deshalb eine neue Initiative gestartet, die bis 2030 etwa 50 Millionen Todesfälle verhindern soll. Ziel ist es, dass 90 Prozent aller Minderjährigen weltweit alle wichtigen Impfungen erhalten. Dazu gehören etwa solche gegen Masern, Mumps, Röteln sowie Hepatitis, Tuberkulose, Polio und Humane Papillomaviren (HPV). Zudem soll die Zahl der Kinder, die bislang gar keine Impfung erhalten, halbiert werden.

Die UN-Organisationen rufen reichere Länder und Pharmafirmen auf, mehr in Impfstoffforschung zu investieren und Impfkampagnen in Bevölkerungsgruppen, die nur schwer erreicht werden, zu finanzieren. Jedes Land müsse nationale Impfpläne auflegen.  © dpa

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