In den nächsten Wochen soll Uli Hoeneß seine Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung antreten. Münchens Ex-OB Christian Ude gibt dem ehemaligen Manager des FC Bayern München jetzt noch ein paar deftige Worte mit auf den Weg: Hoeneß sei ihm nie als "Vertreter moralischer Qualitäten aufgefallen" sondern als Manager, der "den Hals nicht vollkriegen konnte".

Das Verhältnis zwischen Uli Hoeneß und Münchens Oberbürgermeister Christian Ude war noch nie besonders gut. Seit dem Prozess um Uli Hoeneß' Steuerhinterziehung ist es endgültig zerstört. In einem Interview mit dem "Spiegel" gibt Ude dem ehemaligen Manager des FC Bayern München jetzt ein paar deftige Worte mit auf den Weg ins Gefängnis.

Christian Ude sagt, er habe Uli Hoeneß "in all den Jahren als schärfsten Eintreiber von Steuergeldern erlebt." Aber "nicht für den Fiskus, sondern vom Fiskus. Für den FC Bayern." Hintergrund ist die vehemente Forderung des ehemaligen Bayernmanagers, dass die Stadt München beim Bau der Allianz Arena seinen Fußballverein mit öffentlichen Geldern unterstützen solle. Auch moralisch stellt Christian Ude dem Ex-Bayern-Boss kein gutes Zeugnis aus: "Er hat immer eine große Solidarität und Hilfsbereitschaft für seine Anhänger gezeigt, aber er war auch immer ein Patriarch mit dem Anspruch: Für mein soziales Engagement haben alle dankbar und unterwürfig zu sein. Und wer das nicht ist, der ist mein Feind."

Dass sich Uli Hoeneß nach seinem Steuerprozess beschwerte, ihm sei aus vielen Richtungen blanker Hass entgegengebracht worden, findet Münchens Ex-Oberbürgermeister in dem Interview "bemerkenswert". Er habe Hoeneß "sehr oft berechtigt siegen sehen. Aber nicht ein einziges Mal mit Anstand und Gelassenheit verlieren."

Christian Ude hatte seinen letzten Arbeitstag im Amt des Oberbürgermeisters von München am 30. April. Während seiner Amtszeit hätte er sich wohl nicht so heftig geäußert - aber mit dem Ruhestand schwindet für ihn wohl auch die Notwendigkeit, sich über den Vereins mit den meisten Fans in der Stadt nicht allzu kritisch zu äußern. Er tritt ja zu keiner Wahl mehr an, bei der ihn das Stimmen kosten könnte.