Autobauer Volkswagen verschiebt die Entscheidung, ob er im Westen der Türkei ein Werk baut. Hintergrund ist die Militäroffensive der Türkei in Nordsyrien.

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Volkswagen hat angesichts der Militäroffensive der Türkei in Nordsyrien den Beschluss für ein neues Werk nahe Izmir verschoben. "Die Entscheidung für das neue Werk wurde vom Vorstand der Volkswagen AG vertagt", teilte ein Konzernsprecher am Dienstag mit.

Das Unternehmen beobachte die gegenwärtige Lage sorgfältig und blicke mit Sorge auf die derzeitige Entwicklung. Zuvor hieß es lange Zeit, dass man in finalen Verhandlungen sei. Vieles deutete daraufhin, dass sich die Türkei als Standort etwa gegen Bulgarien durchsetzen würde.

Militäroffensive stößt international auf Kritik

Seit Mittwoch gehen türkische Truppen mit verbündeten Rebellen gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien vor. Ankara betrachtet die YPG als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation.

Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Niels Annen, warnte am Montag im ARD-"Morgenmagazin" vor den Folgen der Militäroffensive der Türkei in Nordsyrien. Die Angriffe der Türkei stoßen international auf Kritik. (dpa/mcf)

An der Grenze zu Nordsyrien stehen Erdogans Truppen für eine türkische Militäroffensive bereit. US-Präsident Trump lässt die Kurdenmiliz im Stich, verkündet den Abzug seiner US-Soldaten und rudert nach Kritik mit verstörenden Tweets wieder zurück. Wer spielt welche Rolle in dem komplizierten Konflikt? Politikprofessor und US-Experte Thomas Jäger von der Universität zu Köln klärt auf.