Zwischen den Weiten des Weltalls und den Astronauten befindet sich meist nur ein dünner Schutzanzug. Was würde passieren, wenn dieser nicht mehr vorhanden wäre?

Schwerelosigkeit, Leichtigkeit, Weitsicht, Losgelöstheit von allen irdischen Sorgen, diese Gefühle weckt der Song "Astronaut" von Sido und Andreas Bourani. Darin heißt es: "Ich seh die Welt von oben, der Rest verblasst im Blau, ich hab Zeit und Raum verloren hier oben wie ein Astronaut".

Gar nicht mal so viel anders klingt der Tenor von einem, der das schwebende Gefühl im All am eigenen Leib erfahren hat. Prof. Dr. Ulrich Walter, der an der TU München einen Lehrstuhl für Raumfahrttechnik inne hat, schildert sein Raumfahrt-Erlebnis auf der Seite der TU folgendermaßen: "Diese Hinwendung auf das Ich lässt einen nur noch mehr in sich hineinhorchen. Was hat sich an mir geändert? Mit fällt auf, dass nichts mehr belastet. Die Kleidung, die einen immer noch wärmt, schwebt wie eine Hülle um den eigenen Körper und liegt fast nirgendwo mehr auf."

Welche Belastungen erfährt der Körper im All?

Der Körper im All schwebt schwerelos und wird doch belastet. Dass Astronauten topfit und durchtrainiert sein müssen, kommt nicht von ungefähr: 28.000 Stundenkilometer schnell fliegen, 400 Kilometer hoch, das muss körperlich erst mal verkraftet werden.

Kurzfristig haben 60 bis 70 Prozent aller Raumfahrer Anpassungsschwierigkeiten an die Schwerelosigkeit. Sie leiden an der sogenannten "Weltraumkrankheit". In ihren Symptomen ähnelt sie der Seekrankheit und ist meist nach 36 Stunden überstanden.

Doch auch langfristig hat die Raummission gesundheitliche Folgen für die Astronauten. Der Körper baut während der Raumfahrt "Balast" ab: Knochen, Muskeln und auch das Immunsystem. Eine Nasa-Studien, bei der das Blut von 23 ISS-Astronauten untersucht wurde, deutet darauf hin, dass das Immunsystem durch die kosmische Strahlung geschwächt wird.

Forscher der Saarland-Universität haben herausgefunden, dass Astronauten im All im wahrsten Sinne des Wortes dünnhäutig werden. Bei einem sechsmonatigen Aufenthalt nimmt die Hautstärke der Astronauten um 20 Prozent ab.

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Auch die Augen von Astronauten und das Gehirn könnten durch die Schwerelosigkeit Schaden nehmen. Der Großteil der Raumfahrer verliert bis zu 1.5 Prozent Knochenmasse pro Monat im All, kann sich allerdings nach der Mission durch gezieltes Training wieder regenerieren.

Forscher gehen zudem davon aus, dass sich der menschliche Körper bei wiederholten Flügen ins All besser akklimatisieren kann.

Welcher Astronaut war am längsten im All?

Der russische Raumfahrer Gennadi Padalka landete am 12. September 2015 im Alter von 57 Jahren gemeinsam mit zwei weiteren Kosmonauten mit einer Sojus-Kapsel wohlbehalten in der kasachischen Steppe.

Während seine beiden Kollegen nur eine kurze Zeit auf der ISS verbrachten, stellte Gennadi Padalka einen neuen Raumfahrt-Rekord auf: Stolze 878 Tage und 11,5 Stunden war er im All, allerdings verteilt auf fünf Missionen.

Der Weltrekord-Eintrag für die meisten am Stück verbrachten All-Tage gebührt jedoch seinem Landsmann Waleri Wladimirowitsch Poljakow: Er brachte es in den Jahren 1994 und 1995 auf 437 Tage, 17 Stunden, 58 Minuten und vier Sekunden.

Im Gegensatz zu anderen Langzeit-Raumfahrern hatte Poljakow allerdings keinen Weltraumausstieg, also Außenarbeit an den Raumstationen, durchgeführt.

Wie lange sich ein Mensch in einer Raumstation im All aufhalten kann, ist noch nicht erforscht. Gegenwärtig beträgt die reguläre Aufenthaltsdauer auf der Internationalen Raumstation ISS ein halbes Jahr.

Übrigens: Ein bemannter Flug zum Mars, wie ihn die heftig umstrittene private niederländische Stiftung "Mars One" derzeit für 2027 plant, würde mindestens sechs Monate dauern.

Und einen Rückflug sieht die momentane Planung aus Kostengründen gar nicht vor.

Mit dem letzten Flug der Atlantis ging eine Ära der Raumfahrt zu Ende.

Was würde mit einem Körper im All ohne Schutzanzug passieren?

Temperatur, Unterdruck, Strahlung: die Bedingungen im All unterscheiden sich grundlegend von den Werten unserer Atmosphäre. Der Raumanzug erfüllt hier lebenswichtige Aufgaben: Da im Weltraum ein Vakuum herrscht, sorgt der aufgeblasene, gasdichte Anzug, der unter Druck steht, dafür, dass die Vitalfunktionen des Körpers aufrecht erhalten werden.

Zudem schützt er vor der Weltraumstrahlung und den extremen Temperaturen im All. Je nach Sonneneinstrahlung schwanken diese zwischen 100 Grad Celsius und minus 270 Grad Celsius. Und er versorgt den Astronauten mit Sauerstoff und Wasser.

Was aber würde passieren, würde ein Körper dem Weltraum schutzlos ausgesetzt? Durch die erheblichen Druckminderungen würden sich die Aggregatzustände des Körpers innerhalb kürzester Zeit verändern: was flüssig ist, siedet und wird gasförmig.

Das Blut würde also zu kochen anfangen, die Blutdruckregulation zusammenbrechen und das Gehirn nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden. Da der menschliche Körper zu 80 Prozent aus Wasser besteht, würden auch die Zellen anfangen zu kochen und schließlich platzen.

Die Temperaturen tun ihr Übriges: Diesen Extrembedingungen ist der menschliche Körper nicht gewachsen ist.

Glücklicherweise ist jedoch noch nie ein Mensch auf diese Weise im All gestorben. Tödliche Unfälle in der Raumfahrt ereigneten sich bislang vor allem bei den hochkomplexen Start- und Landungen der Raumfähren.

Verschwörungstheoretikern ist die Welt nicht genug, auch in der Raumfahrt wollen sie zahlreiche Hinweise auf Unwahrheiten entdeckt haben. Pluto existiert nicht, Phantom-Kosmonauten aber schon.