Wildes Deutschland: Das sind "unsere" zehn giftigsten Tiere

Deutschland ist nicht Australien, giftige Tiere sind hier selten und zum größten Teil harmlos. Doch es gibt sie: Fische, Amphibien, Reptilien, Insekten, Nesseltiere und sogar Säugetiere, die man hierzulande lieber meidet. Die Galerie verrät, vor welchen Tieren Sie sich besser in Acht nehmen sollten. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Die wohl berüchtigtste Giftschlange in Deutschland ist die Kreuzotter. Ein Biss der Viper verursacht häufig Schwellungen und Schmerzen. Auch Atemnot, Herzbeschwerden und sogar Lähmungen können auftreten. Ihr Gift ist sehr stark, doch für die Schlange aufwendig zu produzieren. So geht sie damit behutsam um.
Ein Angriff erfolgt meist nur, wenn man versucht, die Kreuzotter anzufassen, oder wenn man auf sie tritt. Im Normalfall jedoch verkriecht sich die scheue Schlange, bevor man sie erblicken kann. Ihr hiesiges Verbreitungsgebiet ist lückenhaft, aber groß - von den Heidegebieten bis in süddeutsche Mittelgebirge.
Weitaus seltener ist die Aspisviper. Sie kommt hierzulande einzig im südlichen Schwarzwald vor. Ihr Gift ist nur halb so stark wie das der Kreuzotter - aber trotzdem nicht ungefährlich. Nach einem Biss entsteht häufig eine Schwellung, zudem können Atemnot und Herzbeschwerden auftreten.
Aufgrund ihres begrenzen Habitats in Deutschland gilt die Aspisviper hier als bedroht und steht auf der Roten Liste. Häufiger ist sie dagegen in der Westschweiz, in Italien, in Südfrankreich sowie in Nordspanien anzutreffen.
Eine Spitzmaus ist keine Maus - Überraschung Nummer eins. Dass der Insektenfresser zudem auch noch giftig sein kann, dürfte endgültig für Verwirrung sorgen. Ein giftiges Säugetier? Ja, es gibt nicht viele, aber es gibt sie.
In Deutschland trifft dies vor allem auf die Wasserspitzmaus zu. Unter der Zunge produziert der Insektenfresser ein Sekret, das für Tiere bis Mausgröße tödlich sein kann. Für den Menschen ist das Gift harmlos, kann aber über die Folgen der Bisswunde hinaus Schmerzen verursachen.
Dass Spinnen hingegen giftig sein können, das dürfte jedes Kind wissen. Und seien wir mal ehrlich: Manchen dieser Tierchen sieht man es auch an. In Deutschland kann man sich etwa von der Wasserspinne einen schmerzhaften Biss einfangen.
Wie der Name schon erahnen lässt, lebt die Wasserspinne vor allem unter Wasser. Das schafft sie durch eine spezielle Technik und eine selbst gewebte Taucherglocke. Die Folgen eines Bisses werden häufig mit denen eines Wespenstichs verglichen.
Relativ neu auf der Liste der giftigen Tiere in Deutschland ist der Ammen-Dornfinger. Bedanken können wir uns dafür beim Klimawandel, der ihn vom Mittelmeerraum aus auch Richtung Norden wandern ließ. Der nachtaktiven Spinne gefallen vor allem Waldlichtungen, Äcker und Wiesen.
Die Folgen eines Bisses des vor allem in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg gesichteten Tierchens werden von kaum wahrnehmbar bis ähnlich schmerzhaft wie ein Wespen- oder Bienenstich beschrieben. Von einem Druckempfinden in den Lymphknoten der Achselhöhlen wird berichtet, Schüttelfrost, Fieber, Erbrechen und Schwindel sind selten.
Einen kleinen Dämon schimpfte man den Feuersalamander einst. Über seine Ohrendrüsen stößt er ein weißliches Sekret aus, um sich zu verteidigen. Auf jeden Fall sollte man den Lurch nicht anfassen - auch wenn das Gift meist nur ein leichtes Brennen auf der Haut verursacht. Kinder und Menschen mit empfindlicher Haut leiden schon mal unter Übelkeit.
Unerfahrenen Hunden und Katzen verpasst das berühmte Wappentier eines Schuhhändlers eine Maulsperre, eine Genickstarre und starken Speichelfluss. Solche Vorfälle werden aber immer seltener, der Feuersalamanderbestand ist hierzulande bedroht und deshalb "besonders geschützt".
"Das schimmert, ich will es anfassen", mag bei Schmuck ein sinnvoller Reflex sein, bei diesem Tierchen eher nicht. Ölkäfer geben zur Verteidigung ebenfalls ein giftiges Sekret ab. Auf der Haut können sich Blasen und Nekrosen bilden, Schleimhäuten drohen Entzündungen. Auch Nierenschäden liegen im Bereich des Möglichen.
Während der in Ägypten erst im 20. Jahrhundert eingewanderte Ölkäfer als Schädling gilt und sich über Feldfrüchte hermacht, ist der Bestand in Deutschland stark rückgängig. Sein Hauptlebensraum, unbewirtschaftete Wiesen, gibt es hierzulande immer seltener.
Ihr favorisiertes Habitat ist ebenfalls immer schwerer zu finden: Die Gelbbauchunke lebt wie so viele Amphibien in weiten, feuchten Wiesen mit Teichen und Tümpeln. Ihren Platz in dieser Galerie verdient der Frosch dank eines flüchtigen Toxins, das er über seine Haut absondert.
Damit will sich der kleine Lurch zuvorderst Fressfeinde vom Leib halten. Beim Menschen kann das Gift die Augen reizen, mehr ist nicht zu fürchten.
Weitaus gefährlicher fällt eine ungewollte Begegnung mit diesem Fisch aus: Das Petermännchen buddelt sich im sandigen Meeresboden ein, tritt man darauf, verursacht der Barschartige über seine Giftstacheln heftige Schmerzen.
Schwindel, Herzrasen, Übel- und sogar Bewusstlosigkeit können als allergische Reaktion auftreten. Im Wasser kann dies auch tödlich enden. Deshalb sollte man schleunigst raus aus Ost- oder Nordsee und einen Arzt aufsuchen.
Es gibt beileibe gefährlichere Quallen im Weltmeer als die Gelbe Haarqualle. Doch auf den Schmerz, den das häufig als "Feuerqualle" oder "Löwenmähne" bezeichnete Nesseltier verursachen kann, verzichtet man lieber trotzdem. Sie kommen nicht selten in Nord- und Ostsee vor.
Berührt man beim Schwimmen die Tentakel der Qualle, verursacht dies Rötungen und Schwellungen auf der Haut. Ihre Opfer beschreiben den Schmerz wie eine Verbrennung - und genauso wird die Verwundung auch behandelt.