Letztes Jahr hat der chinesische Rover "Jadehase 2" eine eigenartige, "gelartige" Substanz in einem kleinen Einschlagkrater auf der fernen Seite des Mondes entdeckt. Forscher beschrieben sie als eine dunkelgrüne, glasige Masse. Nun haben Wissenschaftler herausgefunden, was es damit auf sich hat. Bei der Substanz handelt es sich demnach um Gestein.

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Der chinesische Rover "Jadehase 2" hat im Juli vergangenen Jahres zum ersten Mal eine glitzernde, dunkelgrüne, glasige Substanz auf der fernen Seite des Mondes aufgenommen. Das Material misst 52 mal 16 Zentimeter. Im darauffolgenden Monat veröffentlichte die chinesische Regierung ihre Entdeckung. Die Substanz wurde dabei als "gelartig" beschrieben.

Eine ungewöhnliche Beschreibung für etwas, was auf dem Mond gefunden wurde. Seine Oberfläche ist sehr trocken und staubig. Bilder, die später veröffentlicht wurden, zeigen schließlich, dass die Masse zwar glänzend, aber keinesfalls feucht ist.

Material bei Meteoriteneinschlag geschmolzen

Anschließend wurden die Bilder des Rovers analysiert und mit Gesteinsproben verglichen, die von den Apollo-Missionen 15 und 17 auf die Erde zurückgebracht worden sind. Dabei fanden die Forscher heraus, dass es sich bei der Substanz um Gestein handelt, das als Brekzie klassifiziert wird. Ihre Ergebnisse veröffentlichten Sie im Fachmagazin "Earth and Planetary Science Letters".

Eine Brekzie ist eine Gesteinsart, die aus eckigen Gesteinsfragmenten besteht und durch feineres Material zusammengehalten wird. In beiden Proben bestehen die Brocken aus Regolith. Regolith ist eine Decke aus lockerem Material auf der Oberfläche eines Gesteinsplaneten, wie dem Mond. Das feine Material, welches alles zusammenhält, ist dabei schwarzes Glas.

Die Wissenschaftler vermuten, dass die Substanz bei einem Meteoriteneinschlag entstanden ist. Bei dem Einschlag ist demnach ein Teil des Regoliths durch die Hitze geschmolzen. Der andere Teil blieb intakt und sie vermischten sich, wodurch die Brekzie geformt wurde.

"Der Chang'e-4-Rover entdeckte während seiner Überquerung des Bodens des Von-Kármán-Kraters im Südpol-Aitken-Becken auf der fernen Seite des Mondes eine dunkelgrüne und glitzernde Brekzie, die bei einem Einschlag entstanden ist", fassen die Forscher die Entdeckung in ihrer Arbeit zusammen.

Substanz auf dem Mond bildete sich vermutlich nicht an Fundstelle

Die Wissenschaftler gehen allerdings davon aus, dass sich das Gestein nicht in dem Krater gebildet hat, wo der Rover es aufgenommen hat. Der Krater misst zwei Meter im Durchmesser. Nur ein Objekt mit einer Größe von etwa zwei Zentimetern würde ein solches Einschlagloch verursachen. Der Krater ist dementsprechend viel zu klein für den gefundenen Brocken.

Die Substanz könnte eine Mischung aus Regolith sein, das aus zwei verschiedenen Kratern stammt. Demnach könnte sich die Brekzie nach einem Einschlag gebildet haben und bei einem anderen Ereignis aus dem Einschlagloch hinausgeworfen worden sein. Der Brocken landete dort, wo der Rover ihn gefunden hat.

Die Studie unterliegt allerdings auch Einschränkungen. Die Wissenschaftler haben keine Proben, die sie analysieren könnten und die Lichtverhältnisse waren sehr schlecht. Außerdem verließ der Rover im August vergangenen Jahres den Fundort und wird vermutlich keine Bilder mehr von der Substanz machen können.

Verwendete Quellen:

  • ScienceDirect: "Impact melt breccia and surrounding regolith measured by Chang'e-4 rover"
  • Space.com: "China's Lunar Rover Has Found Something Weird on the Far Side of the Moon"
  • ScienceAlert: "Glistening 'Gel-Like' Substance on Far Side of The Moon Finally Identified"
  • Spektrum der Wissenschaft: "Lexikon der Geographie: Brekzie"

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