Der Februar dreht 2016 eine Ehrenrunde und hängt noch einen Tag dran. Ohne diesen Zusatztag in Schaltjahren würde unser Kalender langsam aber sicher aus den Fugen geraten. Wir erklären Ihnen, warum das so ist.

Was würde passieren, wenn es Schaltjahre gar nicht gäbe und warum es Menschen, die am 29. Februar geboren sind, sogar besser haben als andere? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema 29. Februar.

Was genau ist ein Schaltjahr?

Die "Doomsday Clock" warnt die Menschheit - und das zu Recht.

Hierfür gibt es eine feste Regel: Jahre, die durch vier oder 400 teilbar sind, sind Schaltjahre. Dann hat das Jahr nicht 365, sondern 366 Tage.

Ausnahmen gibt es dreimal in 400 Jahren, wenn die Jahreszahl glatt durch 100 teilbar ist. 1700, 1800, und 1900 waren also beispielsweise keine Schaltjahre.

Warum gibt es Schaltjahre überhaupt?

In der Schule lernt man, dass ein Jahr aus 365 Tagen besteht. Das stimmt natürlich, aber nur zu einem gewissen Teil. Denn genau genommen dauert ein Jahr aufgrund der Sonnenumrundung der Erde 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45 Sekunden.

Damit wir also nicht eines Tages Weihnachten im Hochsommer feiern, wird das Jahr alle vier Jahre um einen Tag verlängert – den 29. Februar. Dieser gleicht den Zeitunterschied zwischen der Umkreisung der Erde um die Sonne und dem Kalender aus.

Was wäre, wenn wir keine Schaltjahre hätten?

Würden wir im Kalender auf das Schaltjahr verzichten, würden sich mit der Zeit die Jahreszeiten verschieben. Winter wäre nicht mehr Winter, Sommer wäre nicht mehr Sommer.

Das uns bekannte Kalenderdatum würde also nicht mehr mit den Gegebenheiten der Natur übereinstimmen. Griechenland und die Türkei haben sich dieser Tatsache übrigens erst recht spät gebeugt – dort gibt es Schaltjahre erst seit 1923, beziehungsweise 1927.

Seit wann gibt es Schaltjahre überhaupt?

Schon die alten Ägypter richteten zusätzliche Tage im Kalenderjahr ein, welche die Zeitrechnung in den richtigen Bahnen halten sollten. Auch für Julius Cäsar waren Schaltjahre selbstverständlich.

Sie fanden bereits damals alle vier Jahre statt, waren allerdings etwas ungenau. Bis zum Ende des julianischen Kalenders hatten sich zehn überflüssige Tage angesammelt, die man im Jahr einfach nicht mehr unterbringen konnte.

Wie genau ist unser Kalender überhaupt?

Troja, Atlantis und Pyramiden: Was wir über die Mysterien wissen.

Im 16. Jahrhundert wich der Kalender schließlich um zehn Tage vom Sonnenkalender ab. Erst mit Papst Gregor XIII. änderte sich das im Jahr 1582.

Er modernisierte die Regel für Schaltjahre, „löschte“ die angesammelten Tage von Cäsars Zeitrechnung und fügte einen zusätzlichen "Puffertag" in den Kalender ein. Seitdem kompensiert der 29. Februar alle vier Jahre die überschüssige Zeit der Vorjahre, damit die natürlichen Zeitmaße wieder stimmen.

Was hat es mit Schaltsekunden auf sich?

Nicht nur Schaltjahre sorgen dafür, dass Kalender und Natur weiterhin Hand in Hand gehen, sondern auch sogenannte Schaltsekunden.

Sie werden vom Internationalen Dienst für Erdrotation und Referenzsysteme koordiniert, finden allerdings weit unregelmäßiger statt als Schaltjahre – zuletzt am 30. Juni 2015. Seit 1972 hat sich unser Jahr um insgesamt 26 Sekunden verlängert.

Ist der 29. Februar weltweit ein zusätzlicher Tag?

Nein. Sowohl der islamische als auch der jüdische Kalender rechnen mit anderen Monatslängen als der gregorianische Kalender. Demnach hat im islamischen Kalender jeder ungerade Monat 30 Tage und jeder gerade Monat 29 Tage.

Im jüdischen Kalender dauert ein Jahr ohnehin unterschiedlich lang – mal zwölf Mond-Monate und damit zwischen 353 und 355 Tagen, mal 13 Mond-Monate, also 383 bis 385 Tage.

Wann feiern Schaltjahreskinder in Nicht-Schaltjahren Geburtstag?

Experten bezeichnen diesen Ort als den gefährlichsten der Welt.

Unsere Redakteurin Arzu Dagci ist eine von mehr als 55.000 Deutschen, die am 29. Februar Geburtstag haben. In Schaltjahren feiert sie ihren großen Tag ganz besonders. Aber was macht ein Geburtstagskind wie sie in Jahren, in denen es streng genommen gar keinen Geburtstag hat?

"Weil der Aberglaube sagt, es bringe Unglück, jemandem zu früh zum Geburtstag zu gratulieren, habe ich früher versucht, den Leuten beizubringen, dass sie mir erst nach Mitternacht - also frühestens am 1. März um 0.00 Uhr gratulieren dürfen," erklärt uns Arzu.

Das funktioniert in Wirklichkeit nicht ganz so gut - zu Arzus Glück. Da ihr Ehrentag von Freunden und der Familie inzwischen sowohl am 28. Februar als auch am 1. März zelebriert wird, feiert sie sogar öfter Geburtstag als andere.

Können Schaltjahreskinder ihren Geburtstag amtlich verschieben?

Rein rechtlich ist eine Verschiebung schwierig. Jürgen Rast, Präsident des Bundesverbandes der Standesbeamten, sagte im Gespräch mit der Deutschen Presseagentur dpa: "Wenn auf der Geburtsanzeige des Krankenhauses der 29. Februar steht, dann ist das verbindlich."

Es sei rechtlich nicht möglich, den Geburtstag von Schaltjahreskindern auf den 28. Februar oder den 1. März umdatieren zu lassen.

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