Handy-Akku richtig laden

Ihr Handy-Akku geht immer sehr schnell leer? Ganz schön nervig. Doch Sie können vorbeugen: Hier finden Sie Tipps, wie Sie die tägliche Laufzeit und Lebensdauer des Akkus verlängern können.
Wie gut Ihr Handy-Akku funktioniert (im gesamten Lebenszyklus, aber auch in der täglichen Akkulaufzeit), hängt vor allem von diesen Faktoren ab:
  • Den Temperaturen, denen Sie Ihr Handy/Ihr Smartphone regelmäßig aussetzen. 
  • Der Art und Weise, wie Sie Ihr Gerät laden.
Deswegen sollten Sie insbesondere diese Tipps beherzigen:

1. Vorsicht bei Hitze und Kälte!

Handyakkus sind sehr temperaturempfindlich. Am wohlsten fühlt sich das Handy bei Raumtemperatur (15-25 Grad). Hohe Temperaturen können Zersetzungsprozesse im Akku bewirken. Kritisch wird es bereits ab einer Temperatur von 50 Grad. Liegt ein Handy im Sommer in der prallen Sonne, kann es diesen Temperaturbereich leicht erreichen.

Doch auch Kälte schadet Ihrem Akku. Der TÜV SÜD empfiehlt bereits bei einer Außentemperatur von 10 Grad das Handy am Körper zu tragen. Ansonsten entlädt sich Ihr Akku schneller und die Lebensdauer wird langfristig reduziert. Und wenn Sie Ihr Handy bei solchen Temperaturen laden, setzen Sie Ihrem Akku nur noch mehr zu.
 
Was also tun?
Lassen Sie Ihr Smartphone im Sommer nicht in der Sonne oder im Auto liegen, sondern verstauen es besser in der Tasche bzw. im Schatten. Schützen Sie es im Winter vor Kälte und tragen es zum Beispiel in einer Innentasche nah am Körper. Vermeiden Sie – sofern möglich – das Laden bei extremen Temperaturen, also etwa im völlig überhitzten Auto.

2. Richtig aufladen

Sie laden Ihr Handy erst, wenn die Warnung zum niedrigen Ladestand aufpoppt bzw. Ihr Akku so gut wie leer ist und Ihr Handy gleich ausgeht? Das ist schlecht. Denn eine Aufladung von beinahe null auf 100 Prozent schadet nämlich dem Akku (bei den Elektroden des Lithium-Ionen-Akkus kommt es dadurch zu einer extremen Belastung).
Am besten halten Sie den Akku-Ladestand konstant zwischen 20 und 80 Prozent. Das heißt: Nicht regelmäßig auf 100 Prozent aufladen, aber auch nicht erst bei 5 Prozent wieder zum Ladekabel greifen.

Tipp: Nutzen Sie die Funktion "Optimiertes Laden der Batterie"

Kennen Sie schon die Funktion "Optimiertes Laden der Batterie"? Sie verzögert in bestimmten Situationen den Ladevorgang über 80 Prozent.
Beim iPhone können Sie das "Optimierte Laden" ab dem Betriebssystem iOS 13 nutzen.
Bei Android-Geräten kommt es auf den Gerätetyp und -hersteller an: Nicht bei jedem Handy findet sich die entsprechende 80 Prozent-Funktion. Abhilfe kann aber z. B. ein spezieller Ladeadapter schaffen.

3. Stromfresser eliminieren

Sie kennen sicher schon den Stromsparmodus, der stromfressende Funktionen im Hintergrund deaktiviert und Ihnen im Notfall noch ein paar Stunden Verfügbarkeit Ihres Handys gewährt.
Sie finden den Stromsparmodus in den Geräteeinstellungen Ihres Handys.

Tipp: Wenn Sie von vorneherein auf bestimmte Stromfresser achten, kommen Sie vielleicht gar nicht erst in die Situation, Ihr Handy in den Stromsparmodus versetzen zu müssen. In diesem Zusammenhang müssen wir aber leider mit einem Mythos aufräumen:
 
Mythos "Apps vollständig schließen ist gut für den Akku"

Lange Zeit war man der Ansicht, dass das Schließen von Apps der Batteriekapazität zuträglich ist. Jedoch haben Google und Apple diesen Mythos widerlegt: Das Schließen von Apps habe auf die Akkus tatsächlich keinen positiven Effekt.

Warum das – anders als in früheren Zeiten – kein Problem mehr darstellt?
Heutige iPhones und auch Android-Geräte sind "schlau", denn sie registrieren genau, wann eine App verwendet wird bzw. wann nicht. In der Zeit, in der also eine App nur im Hintergrund im Standy-by-Modus läuft, wird sie vom iPhone bzw. Android Phone quasi missachtet und zieht daher auch keinen Strom. Kein Nachteil für Ihren Akku also! Tatsächlich benötigt eher das ständige Beenden und Neustarten Energie, wodurch der Akku unnötig belastet wird.*

Grundsätzliche Tipps:

  • Prüfen Sie den Akkuverbrauch Ihrer Apps in den Einstellungen: Schauen Sie nach, wie hoch der Anteil der jeweiligen App am gesamten Stromverbrauch ist. Besonders Spiele sind Stromfresser – also überlegen Sie sich: Welche Apps brauchen Sie, welche könnten Sie deinstallieren/deaktivieren? Achtung: Auch vorinstallierte Anwendungen wie z. B. Sprachassistenten benötigen laufend Strom, da sie permanent auf Stand-by sind und auf Sprachanfragen/-befehle warten.
  • WLAN, Bluetooth & GPS nur bei Bedarf anschalten: Aktivieren Sie diese Funktionen nur, wenn Sie sie gerade benötigen. Andernfalls sucht Ihr Gerät ständig die Umgebung nach den entsprechenden Funksignalen ab oder bestimmt Ihren Standort via GPS.
  • Definieren Sie Timeout und Beleuchtung: Legen Sie fest, nach welcher Zeitspanne der Nichtnutzung der Bildschirm ausgeschaltet werden soll und welche Bildschirm-Helligkeit sinnvoll ist. Ein Display-Time-out von beispielsweise 15 bis 30 Sekunden ist ideal. Viele Smartphones sind mittlerweile mit sogenannten OLED-Displays ausgestattet: Hier werden statt des gesamten Bildschirms wie bei LCD-Bildschirmen nur einzelne Pixel (Bildelemente) beleuchtet – was sich positiv auf die Akku-Laufzeit auswirkt. Es lohnt sich also, dies beim Kauf eines Smartphones zu beachten.
  • Akkuleistung sparen mit dem Dark Mode: Ihr Smartphone verfügt über ein OLED-Display? Dann ist der "Dark Mode" optimal. Wenn Sie ihn aktivieren, werden alle Anwendungen in einem dunkel getönten Bildschirm dargestellt, wodurch automatisch weniger Bildelemente beleuchtet werden. Zusätzlich profitieren Sie von einer deutlich besseren Pixelauflösung und einer kontrastreicheren Ansicht.

Mit diesen Tipps haben Sie länger etwas von Ihrem Handy-Akku – und davon profitiert im Endeffekt auch die Umwelt!
 
Lesetipp der Blog-Redaktion: Ihr Handy ist aber mittlerweile etwas in die Jahre gekommen und unterstützt auch nicht mehr die neuesten (wichtigen!) Sicherheits-Updates? Dann zeigen wir Ihnen, wie und wo Sie Ihr Gerät am besten recyceln können. Mehr dazu erfahren Sie hier!

*In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, das vollständige Schließen von Apps habe einen positiven Effekt auf den Stromverbrauch und die Akkukapazität. Wir haben diese Passage korrigiert.
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