Vorsicht "Money Muling" – Geldwäsche im Netz

Es sind ganz normale ahnungslose "Personen wie Du und Ich", denen es plötzlich passiert: Ohne es zu merken, werden sie von Kriminellen als Handlanger, sogenannte Geldesel, eingespannt, um Geld aus dem kriminellen Milieu zu "waschen". Doch hier ist Vorsicht angebracht, denn wer sich als Geldesel einspannen lässt, verstößt gegen das Gesetz. Damit Sie in Zukunft nicht auf die Masche hereinfallen, zeigen wir Ihnen, wie Sie sich selbst schützen können.

Was ist "Money Muling" eigentlich?

Ein "Money Mule" (wörtlich übersetzt "Geld-Maultier") ist eine mehr oder minder ahnungslose Person, die als Finanz-Agent von Kriminellen angeworben wird, um illegal erlangte Gelder ins Ausland zu transferieren. So hilft sie dabei, Geld illegaler Herkunft zu "waschen", es also in ein offiziell registriertes Zahlungsmittel umzuwandeln.

Kriminelle versuchen immer wieder, über Websites mit Stellenangeboten – oder auch ganz perfide über Verkaufsplattformen – Personen für ihre kriminellen Geschäfte zu rekrutieren. Aber auch direkt per E-Mail oder Messenger werden Money Mules angeworben. Die Banden sprechen dabei gezielt Personen an, die auf Jobsuche sind oder sich in finanziellen Engpässen befinden.

Wie genau funktioniert "Money Muling"? 

Bei Money Muling gibt es verschiedene Vorgehensweisen:

1. Die offensive Masche

Ganz offensiv läuft es über Stellenangebote mit dem Versprechen, schnell Geld zu machen – und das auch ohne vorgängige Ausbildungen oder Fachkenntnisse. Die angeblichen Firmen verfügen häufig über eine glaubwürdige Website oder missbrauchen die Namen von tatsächlich existierenden Firmen. Alles läuft scheinbar offiziell ab: Es werden Arbeitsverträge angefertigt und per E-Mail ausgehändigt.

Im Rahmen der vermeintlichen Anstellung sollen die Personen über ihre eigenen Bankkonten Gelder empfangen, abheben und diese per Postsendungen mit Hilfe eines Geldtransfer-Services ins Ausland weiterleiten. Vermehrt wird auch ein Wechsel in eine Kryptowährung (z. B. Bitcoin) verlangt. Als Gegenleistung darf der Money Mule dann eine Provision der Transaktionssumme behalten.

2. Die hinterlistige Masche

Eher hinterlistig läuft die Anwerbung über das folgende Beispiel ab: Als ahnungsloser Bürger inseriert man auf gängigen Verkaufsplattformen einen Gegenstand und wird dazu kontaktiert. Allerdings nicht über das Kontaktformular/den Benachrichtigungsdienst der Plattform, sondern über einen anderen Nachrichtendienst mit anonymer E-Mail-Adresse.

In mehreren Nachrichten werden dann Fragen zum Angebot gestellt und ein skurril konstruiertes Anliegen formuliert: Z. B. soll der Gegenstand zwecks Umzugs zu einem späteren Zeitpunkt in ein anderes Land versendet werden. Doch der Käufer möchte es jetzt schon erwerben und bittet jetzt schon um die Bankdaten des Verkäufers.

Dann erfolgt der Kauf, jedoch überweist der Käufer viel zu viel Geld. Anschließend bittet er per Nachricht darum, die zu viel bezahlte Differenz auf ein Konto, das im Ausland liegt, zu überweisen. Spätestens hier müssen Sie die Polizei einschalten, sonst machen Sie sich strafbar.

So schützen Sie sich vor der Masche

  • Seien Sie grundsätzlich misstrauisch bei scheinbar lohnenswerten Jobangeboten: hinter raschen Verdienstmöglichkeiten ohne Qualifikation und entsprechenden Arbeitsaufwand steckt selten etwas Gutes, Seriöses.
  • Stellenangebote, bei denen Sie auf Ihrem Bankkonto Gelder empfangen und in irgendeiner Form weiterleiten sollen, müssen Sie umgehend der Polizei melden.
  • Stellen Sie Ihre Bankkonten nie Dritten zur Verfügung.
  • Heben Sie niemals Geld von Ihrem Konto ab, dessen Herkunft Sie nicht zweifelsfrei kennen und leiten Sie es auf keinen Fall weiter. Vor allem: Versenden Sie es nicht im Auftrag an Personen, die Ihnen nicht näher bekannt sind.
  • Sollten Sie bereits auf Money Muling hereingefallen sein und haben Geld von den Betrügern auf Ihr Konto überwiesen bekommen: Stoppen Sie sofort den Geldtransfer, informieren Sie Ihre Bank und melden Sie dies umgehend der Polizei. Bei einer Selbstanzeige muss in der Regel nämlich kein Bußgeld bezahlt werden. Wer das Ganze aber auf die leichte Schulter nimmt und erst über ein Ermittlungsverfahren ausfindig gemacht wird, muss mit ernsten Strafen rechnen.
  • Bevor Sie einen Job anfangen, der nicht über eine offizielle Jobbörse oder die Agentur für Arbeit vermittelt wird: Tätigen Sie vertiefte Abklärungen zum vermeintlichen Arbeitgeber und informieren sich im Detail darüber, was von Ihnen erwartet wird.
  • Seien Sie auch generell bei Online-Verkäufen vorsichtig und halten Sie sich lieber fern von Kaufangeboten, die Ihnen dubios erscheinen.
  • Sensibilisieren Sie Ihr Umfeld für das Problem "Money Muling".

Kennen Sie auch schon diese Betrugsmaschen? "Pharming" und "Spoofing" sind ebenfalls gefährliche kriminelle Trends, vor denen Sie sich in Acht nehmen sollten.

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