Heute ist die Polizei wieder den ganzen Tag auf der Jagd nach Rasern. Deutschlandweit findet der Blitzermarathon statt - hier erfahren Sie, wo und warum geblitzt wird.

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Ab 6 Uhr morgens wird es am Mittwoch in ganz Deutschland wieder eng für Raser: Die Polizei startet ihren alljährlichen Blitzermarathon. Insgesamt 24 Stunden lang wird Jagd auf Raser gemacht.

Die Aktion ist Teil des europaweiten "Speedmarathons" des europäischen Verkehrspolizei-Netzwerkes "TISPOL". Viele Bundesländer nehmen daran teil.

Manche Bundesländer veröffentlichen Blitzerstellen vorab

Allein in Bayern gibt es 2.000 potenzielle Messstellen, besonderes Augenmerk wird auf Landstraßen gelegt, wie das Bayerische Staatsministerium des Inneren meldet. Innenminister Joachim Hermann erklärt, dass es nicht das Ziel sei, möglichst viele Bußgeldbescheide auszustellen: "Unsere Verkehrsteilnehmer sollen sich dauerhaft an die Geschwindigkeitslimits halten und im Zweifel besser den Fuß vom Gas nehmen."

Einige Bundesländer veröffentlichen eventuelle Blitzerstellen bereits vorher.

  • Brandenburg hat sich dieses Jahr dazu entschlossen, die Kontrollpunkte vorher nicht zu veröffentlichen.
  • In Rheinland-Pfalz werden die Stellen ebenfalls vorher nicht veröffentlicht. Die Polizeipräsidien können hier selbst entscheiden, wo sie kontrollieren.
  • Baden-Württemberg nimmt nicht am "Speedmarathon" teil. Dort wird aber die ganze Woche über verstärkt kontrolliert.
  • Nicht dabei sind Berlin, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, und Schleswig-Holstein.

Vierter Blitzermarathon

Der Blitzermarathon findet europaweit mittlerweile zum vierten Mal statt. Vergangenes Jahr sind den Polizisten in Bayern, Brandenburg, Hessen, Thüringen und im Saarland insgesamt rund 30.000 Raser ins Netz gegangen.

Wie auch in diesem Jahr hatten bereits 2017 viele Bundesländer nicht am Projekt teilgenommen - Grund dafür ist überwiegend die angespannte Personallage wegen Terrorgefahr und Flüchtlingssituation. Das Land Berlin hatte bereits 2016 mitgeteilt, nicht mehr am Blitzermarathon teilzunehmen.

Rasen tötet

Zwar sinkt die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland seit Jahren kontinuierlich. Doch jedes Opfer ist eines zu viel - 2017 waren es über 3.000.

Neben Alkoholeinfluss gehört überhöhte Geschwindigkeit zu den Hauptursachen für tödliche Verkehrsunfälle. Alle sieben Stunden stirbt in Deutschland ein Mensch an einem Raserunfall.

Daten der OECD aus verschiedenen europäischen Ländern zeigen, dass sich auf Autobahnen rund 30 Prozent der Fahrer nicht an das vorgeschriebene Höchsttempo halten. Innerorts sind es sogar rund 80 Prozent.

Umgekehrt sehen Experten bei der Geschwindigkeit großes Potenzial, die Sicherheit im Verkehr zu verbessern. Aktionen wie der Blitzermarathon sind Ausdruck dessen.

Eine Faustformel der Unfallforschung geht davon aus, dass die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle um vier Prozent sinken würde, wenn jeder Fahrer auf allen Straßen das Tempo um ein Prozent reduzieren würde. Für Deutschland wären das immerhin 120 Tote weniger pro Jahr. (mh/mcf/dpa)

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