BYD baut seine rein elektrisch angetriebene Ocean-Serie aus. Auf den Kleinwagen Seagull, den kompakten Dolphin und die Limousine Seal folgt im ersten Halbjahr 2024 auf dem Heimatmarkt in China der Sea Lion 07. Dabei handelt es sich um einen Crossover aus SUV und Coupé, der aktuell bei der Guangzhou International Automobile Exhibition erstmals dem Publikum präsentiert wird – und perspektivisch nicht um den einzigen Seelöwen im Programm der Chinesen. Bei der Premiere des 07ers kündigte BYD an, künftig alle SUV-Modelle der Ocean-Serie unter diesem Label zu vermarkten. Sea Lion 05 und 06 sollen schon kurz nach dem 07 auf den Markt kommen.

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Video: Erster Check: BYD Seal

Doch zurück zum BYD Sea Lion 07, der dem Namen nach der größte Vertreter des Trios werden dürfte. Seine Dimensionen: 4,83 Meter Länge, 1,93 Meter Breite und 1,62 Höhe bei einem Radstand von 2,93 Meter. Für das Design des Elektroautos ist einmal mehr das Team des deutschen BYD-Design-Chefs Wolfgang Egger verantwortlich, der vor allem bei Alfa Romeo, Seat und Audi gestalterische Spuren hinterlassen hat. An der weitgehend geschlossenen Frontpartie erkennen wir Stilelemente des Seal wieder (siehe Video über diesem Absatz), darunter die eng zusammengekniffenen Scheinwerferaugen mit nach unten in die Frontschürze gezogenen Tagfahrleuchten. Auch die seitlich in den Stoßfänger eingelassenen Luftöffnungen erinnern an den Limousinen-Bruder.

Fensterpartie wie beim VW ID.5

Weitere Ähnlichkeiten zwischen Sea Lion 07 und Seal: Die bündig in die Karosserie versenkten Türgriffe, die direkt darunter verlaufenden seitlichen Charakterlinien und die farblich abgesetzten Schwellerleisten. Im Bereich der seitlichen Fenster erinnert der Elektro-Crossover von BYD dagegen eher an den VW ID.5, gegen den er auch konkurriert: Das metallische Styling-Element an der D-Säule kennen wir so ähnlich vom elektrischen Volkswagen. Am Heck gibt es einen weit herausgezogenen Dachspoiler, eine kleine Spoilerlippe unterhalb der Scheibe und einen schwarzen Schürzeneinsatz mit angedeutetem Diffusor.

Mit dem Seal stimmt auch die technische Basis des BYD Sea Lion 07 überein. Hier wie dort kommt die "E-Platform 3.0" zum Einsatz, welche die Antriebs-Architektur vorgibt. Die Chinesen werden den Neuling mit Heckantrieb anbieten, wobei der einzige Elektromotor an der Hinterachse sitzt. Als Alternative gibt es eine Allradversion mit je einer E-Maschine pro Achse. Konkrete Leistungsdaten nennt BYD noch nicht, aber auch hier dürften die Werte des Seal repräsentativ sein. Die Limousine leistet entweder 230 kW (313 PS) als Hecktriebler oder 390 kW (530 PS) mit Allradantrieb. Chinesischen Medienberichten zufolge soll es den Crossover zudem mit Plug-in-Hybridantrieb geben.

Mit "Blade Battery" sowie "Cell to Body"-Technologie

Fest steht obendrein, dass der BYD Sea Lion – so er mit reinem E-Antrieb vorfährt – mit der sogenannten "Blade Battery" sowie "Cell to Body"-Technologie ausgerüstet sein wird. Der kobaltfreie Lithium-Eisenphosphat-Akku mit besonders hoher Energiedichte ist demnach mit seiner Aluminium-Wabenstruktur als tragendes Bauteil in das Chassis des Sea Lion 07 integriert. Das soll neben der Torsionssteifigkeit die passive Sicherheit bei Unfällen verbessern. Angaben zur Kapazität und Reichweite des Energiespeichers macht BYD bislang nicht. Zum Vergleich: Der Seal kommt mit seinem 82-Kilowattstunden-Akku nach WLTP bis zu 570 Kilometer weit.

Das Fahrwerk des Sea Lion 07 rüstet BYD vorn mit einer Doppelquerlenker- und hinten mit einer Fünflenker-Einzelradaufhängung aus. Hinzu kommt das "BYD DiSus Intelligent Body Control System", das adaptive Dämpfer mit hydraulischen und pneumatischen Systemen verknüpft, um die Karosserie auch in extremen Fahrsituationen stets stabil zu halten. Hinzu kommt die intelligente Drehmomentsteuerung iTAC.

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Europa-Einführung ist wahrscheinlich

Zum Preis des neuen Sea Lion 07 hat sich BYD noch nicht konkret geäußert. Chinesische Medien spekulieren über ein Spektrum von 200.000 bis 260.000 Yuan, was aktuell umgerechnet etwa 25.500 bis 33.140 Euro entspricht. Ein offizielles Statement über die Markteinführung in Europa steht ebenfalls noch aus. Da alle anderen Vertreter der Ocean-Serie entweder bereits bei uns erhältlich sind oder dies zu gegebener Zeit sein werden, ist davon jedoch stark auszugehen.  © auto motor und sport

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