Eine Reihe von Konzernen fordert, den CO2-Ausstoß von schweren Lkw strenger zu begrenzen. Die Laster sind für einen bedeutenden Teil der Emission klimawirksamer Gase verantwortlich. Die EU-Kommission soll die dafür erforderlichen Vorschriften kurzfristig erlassen.

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Mehrere große Unternehmen wie Nestlé und Ikea, die Großspedition DB Schenker und der französische Handelskonzern Carrefour fordern von der EU-Kommission eine schärfere Regulierung der Lkw-Emissionen.

Das geht laut einem Bericht des "Spiegel" aus einem Brief an Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und mehrere EU-Kommissare hervor.

Laster verursachen starke CO2-Emissionen

Der Verkehr auf europäischen Straßen macht derzeit 27 Prozent der klimawirksamen Emissionen aus. Besonders Lkw tragen zum kritischen CO2-Ausstoß bei – sie sind für rund ein Viertel der klimaschädlichen Abgase verantwortlich.

Laut Prognosen der der EU-Kommission wird der Warentransport auf der Straße weiterhin zunehmen: von 2015 bis 2030 um 28 Prozent. Gleichzeitig will die EU die Treibhausgasemissionen bis 2030 auf etwa 20 Prozent des Wertes von 2008 senken.

Das Klimaziel der EU und der Trend in der Realität klaffen offenkundig weit auseinander. Deshalb "müssen verkehrsbedingte und durch Lkw verursachte Emissionen dringend gesenkt werden“, wie die beteiligten Unternehmen nun in dem Brief an Juncker fordern.

Konzerne fordern schnelles Handeln

Konkret fordern die Unternehmen laut dem Bericht des Magazins, dass der Kraftstoffverbrauch von Sattelschleppern bis 2025 um 24 Prozent gesenkt wird. Einen entsprechenden Vorschlag solle die EU-Kommission noch in der ersten Hälfte dieses Jahres ausarbeiten – also innerhalb der nächsten zehn Wochen.

An Maßnahmen zur Senkung der Lkw-Emissionen arbeitet die EU schon, allerdings gemächlicher als es den Unternehmen lieb ist. So bereitet die EU gerade eine Vorschrift vor, mit der erstmals Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen von Lkw und Bussen europaweit erfasst werden sollen.

Die EU-Kommission hat sich darüber am 26. März 2018 mit dem EU-Parlament geeinigt. Ein europaweites Register soll künftig als Grundlage für die spätere Regelung des Verbrauchs von schweren Lkw und Bussen dienen.

Der europäische Verband der Nutzfahrzeughersteller ACEA hatte im März 2018 bereits CO2-Senkungen für Lkw vorgeschlagen, allerdings in geringerem Umfang als jetzt von den Konzernen gefordert: sieben Prozent bis 2025. Bis 2030 sei eine Senkung um 16 Prozent möglich. Die Kosten dafür seien zwar hoch, aber noch akzeptabel.


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