Alpentunnel sowie Passstraßen sind häufig mit einer Maut belegt. Für die wichtigsten Strecken hat der ADAC jüngst eine Übersichtsgrafik angefertigt. Daraus gehen die aktuellen Kosten für Streckenmaut und Vignetten hervor.

Die Alpenländer beteiligen Touristen gerne an den Unterhaltskosten für Straßen, Brücken und Tunnel. Ob Vignette, streckenabhängige Maut oder Autoverladung – auf den wichtigen Verbindungsstrecken werden stets Gebühren fällig.

Bei Tunneln ist die Höhe der Maut abhängig von der Länge. Der 5,5 Kilometer lange Bosrocktunnel in Österreich etwa darf schon für 5,50 Euro befahren werden. Der 11,6 Kilometer lange Mont-Blanc-Tunnel zwischen Frankreich und Italien reißt mit 44,40 Euro ein ungleich größeres Loch in die Urlaubskasse.

Für Österreich meist Maut plus Vignette erforderlich

Die wichtigste Route für deutsche Reisende Richtung Süden führt über den Brenner. Die Passage über diesen Pass ist mit 9,50 Euro für einen Pkw nicht übermäßig teuer. Im Prinzip erfordert die Benutzung österreichischer Fernstraßen eine allgemeine Autobahnmaut. Die gilt jedoch nicht auf Strecken wie der Brennerautobahn A 13, wo eine Sondermaut erhoben wird.

Wer außer der A 13 weitere Autobahnen in Österreich benutzt, muss die Maut aber doch zahlen. Auch die Inntal-Autobahn A 12, die bei Kiefersfelden beginnt und bei Innsbruck in die Brennerautobahn abzweigt, ist mautpflichtig.

Bei einer typischen Urlaubsreise von zwei oder drei Wochen kostet die Fahrt hin und zurück über den Brenner 37 Euro für je zweimal Maut und das „Pickerl“. Wer ohnehin häufiger in Österreich unterwegs ist, wird vielleicht mit einer Vignette für zwei Monate (26,20 Euro) oder ein Jahr (87,30 Euro) günstiger fahren. Motorradfahrer kommen billiger davon: 5,10 Euro für 10 Tage, 12,90 für zwei Monate und 34,10 Euro für ein Jahr.

Vignetten nun auch digital

Die klassischen Vignetten in Form von Aufklebern werden in Grenznähe zu Österreich verkauft. Es gibt sie in Tankstellen sowie in den Raststätten an der A 8. Auch bei den Automobilclubs ADAC, AvD und dem österreichischen ÖAMTC können Reisende das Pickerl erwerben.

Seit November 2017 gibt es die Vignette auch in digitaler Form. Dabei wird das Kennzeichen registriert, das der Autofahrer beim Kauf angibt. An den Kontrollstellen erfassen Kameras das Kennzeichen und erkennen, ob für das Fahrzeug eine gültige Maut vorliegt.

Die an der Autobahn gekaufte digitale Maut wird an das System übertragen und gilt ab sofort. Alternativ können Autofahrer die digitale Maut vorab über das Internet lösen. Dann allerdings kann die Maut frühestens 18 Tage nach Bezahlung beginnen. Denn für die Maut gilt, wie für jeden Onlinehandel, eine Widerrufsfrist von 14 Tagen. Der österreichische Autobahnbetreiber Asfinag will sich so davor schützen, dass Käufer erst mit der Maut fahren und hinterher die Zahlung reklamieren.

Die Streckenmaut für den Brenner gibt es bei der Asfinag ebenfalls online zu kaufen – mit der gleichen Karenzzeit von 18 Tagen.

Digitale Karte mit Mautinformationen vom ADAC

Eine praktische Planungshilfe für die Reise hat der ADAC ins Netz gestellt. Auf der Seite „ADAC Maps Routenplaner“ befindet sich eine Karte mit Routenplaner, die Reisestrecken berechnet. Die Handhabung ähnelt dem bekannten Google Maps, doch stellt diese Karte mehr Streckeninformationen bereit. So sind auch die zu entrichtenden Mautzahlungen nach den aktuellen Tarifen aufgelistet.

Auch mautfreie Alpenüberquerung möglich

Wer partout keine Streckenmaut und/oder Vignette zahlen will, kann die Brennerroute auch auf Landstraßen fahren. Eine Möglichkeit ist, bei Mittenwald die Grenze zu überqueren und ab da auf der B 177 bis Innsbruck zu fahren. Von dort geht es auf die Brennerautobahn. Wer auch deren Maut umgehen möchte, wählt statt der Brennerautobahn die Brennerlandstraße. Bei Benutzung eines Navis wird das Gerät so eingestellt, dass es Autobahnen ausschließt. Allerdings sollten Autofahrer deutlich mehr Zeit für die Alpenüberquerung auf Schleichwegen mitbringen.  © 1&1 Mail & Media / CF