Tesla stellt alle erdenklichen Informationen zum Roadster als Open Source bereit. Interessenten können die diversen Dokumente als pdf-Dateien direkt von der Tesla Website laden. Open Source ist die Bezeichnung für Software, deren Quelltext allgemein zugänglich ist und den Dritte ändern können. Beim Tesla Roadster bedeutet Open Source das Offenlegen sämtlicher zu dem Modell gehörender Dokumente inklusive der Testspezifikationen und der Auflistung bekannter Mängel.

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Von Martin Eberhard und Marc Tarpenning entwickelt, war der auf dem Chassis des damaligen Lotus Elise basierende Roadster das erste Modell von Tesla. Technisch war der Einsatz von aus Laptop-Akkus zusammengesetzten Lithiumionen-Antriebsbatterien der Durchbruch. Das erste Fahrzeug mit einer Lithiumionen-Antriebsbatterie war zwar 1996 der Nissan Prairie Joy EV – seiner Zeit voraus, geriet er schnell wieder in Vergessenheit. 30 Prairie Joy EV verkaufte Nissan seinerzeit an Flottenbetreiber – aber die Lithiumionen-Technik war Mitte der 1990er-Jahre noch um ein Vielfaches teurer als heute. Seinen Roadster lieferte Tesla von 2008 bis 2012 aus.

Musk wollte ursprünglich keine Patente

Der heutige Tesla-Chef Elon Musk stieß einige Monate nach der Gründung zum Unternehmen, zog finanzstarke Investoren an und sorgte so für die weltweite Bekanntheit der Marke. Schon während der Bauzeit des Roadsters kündigte Musk Open-Source-Projekte an. Ursprünglich wollte er keine Patente anmelden, sondern alle Tesla-Entwicklungen offenlegen, um die Elektromobilität voranzutreiben. Von dieser Idee hat sich Musk längst verabschiedet – aber immerhin teilt er jetzt historisches Wissen seiner Firma.

Zirka 2.450 Roadster hat Tesla gebaut, davon verblieben 1.800 Fahrzeuge (73 Prozent) auf dem US-Markt. Heute gilt der Roadster als Kult – er zählt zu den begehrtesten Elektro-Youngtimern, was ihm sensationelle Wertsteigerungen beschert hat. Hierzulande verlangen Verkäufer aktuell zwischen 140.000 und 190.000 Euro für Exemplare mit unter 100.000 Kilometer Laufleistung. Tesla selbst waren die Kosten für das Vorhalten von Ersatzteilen allerdings schnell zu hoch – bereits zehn Jahre vor dem Produktionsende stellte der Elektroauto-Hersteller die Versorgung ein. Tesla-Roadster-Fahrer mussten den Hersteller erst per Gerichtsentscheid zwingen, wieder einige Ersatzteile zu produzieren.

Entspannung bei Ersatzteil-Versorgung

Das Offenlegen der meisten technischen Dokumentationen könnte auch zu einer Entspannung auf dem Roadster-Ersatzteilmarkt führen. Ein kompletter Nachbau des Roadsters wäre allerdings nach wie vor schwierig. Zu dem von Lotus stammenden Chassis gibt es genauso wenig eine Dokumentation wie zur Motorsteuerung. Tesla weist zudem darauf hin, dass die Unterlagen aus der Forschungs- und Entwicklungsphase des Roadsters stammen und dass es beim finalen Serienmodell Abweichungen geben kann. Außerdem sichert sich Tesla mit einer Klausel ab: Jeder Nachbau erfolge auf eigenes Risiko. Dies gilt auch für einzelne Komponenten.

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Wann Tesla seinen Roadster der zweiten Generation vorstellt, ist bisher nicht bekannt – eigentlich sollte der elektrische Supersportler 2023 auf den Markt kommen. Am 30. November startet die offizielle Auslieferung des Elektro-Pick-ups Cybertruck – vielleicht gibt Elon Musk dann, nach langer Pause, mal wieder Hinweise zur Roadster-Zukunft.  © auto motor und sport

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