Gerade einmal fünf Wochen ist es her, seit Apple das iPhone 6 und die Apple Watch vorgestellt hat. Am Donnerstag soll mit neuen iPads die nächsten Highlights folgen. Aber was können das Tablet? Alle Gerüchte im Check.

Apple läutete 2010 mit der Präsentation des ersten iPad das Zeitalter der Tablet-Computer ein. Vor einem Jahr erschien mit dem iPad Air schon die fünfte Tablet-Generation. Seit 2012 gibt es mit dem iPad mini außerdem eine kleinere Version des Touch-Computers.

Jetzt folgt der nächste Streich: Apple hat für Donnerstag unter dem Titel "It's been way too long" nach Cupertino geladen. Nachdem das neue iPhone und die Apple Watch schon im September gezeigt wurden, ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nun das iPad an der Reihe. Aber was kann die neue Generation? Die Gerüchteküche brodelt schon seit Wochen.

Gleich drei neue iPads

Apple lädt die Journalisten und Fans unter dem Motto "It's been way too long" (Es ist viel zu lange her) zur "iPad"-Keynote am 16. Oktober ein.

Die meisten Experten sind sich einig: Nicht nur zwei, sondern gleich drei neue iPads wird Apple zeigen. Da wären zum einen die neuen Modelle der bekannten Reihen: das iPad Air 2 mit 9,7-Zoll-Bildschirm und das iPad mini 3 mit 7,9-Display. Dazu könnte aber noch ein Riesen-iPad mit superschnellen A8X-Prozessor kommen. Seit Monaten spekulieren Blogger über ein iPad Pro – und sie sind sicher, dass es kommt.

Das "größte iPad aller Zeiten" soll ein 12,9 Zoll großes Display bekommen, heißt es. Apple reagiert damit offenbar auf die Konkurrenz: Andere Hersteller haben ebenfalls Tablets mit ähnlich großen Displays im Angebot. Sie sind vor allem für professionelle Anwender gedacht. Allerdings soll das iPad Pro im Gegensatz zu den anderen beiden Modellen erst Anfang 2015 in den Handel gelangen. Manche Quellen gehen davon aus, dass die Produktion im Dezember startet, andere sprechen von Februar 2015. Der Grund für die Verzögerung ist offensichtlich die große Nachfrage nach den neuen iPhones.

Das iPad wird noch dünner

Die meisten Gerüchte drehen sich allerdings um das iPad Air 2. Sehr wahrscheinlich wird es noch dünner als bisher – und nur noch sieben Millimeter dick. Einige Experten erwarten sogar 6,5 Millimeter. Zum Vergleich: Das aktuelle Modell misst 7,5 Millimeter. Am Design soll sich dagegen wenig ändern. Lediglich die Lautstärketasten und Lautsprecherschlitze könnten etwas anders aussehen als bisher. Der Stummschalter soll ganz wegfallen, das hintere Mikrofon eine neue Position bekommen.

Als sicher gilt, dass Apple den Tablet-Computer mit dem Fingerabdrucksensor Touch ID ausstattet. Den besitzen auch iPhone 5, iPhone 6 und iPhone 6 Plus. Außerdem dürften die iPads mit dem NFC-Chip ausgerüstet sein. Damit wäre bargeldloses Bezahlen via Apple Pay nicht nur mit iPhone 6 und iPhone 6 Plus, sondern auch mit dem iPad möglich.

Vorgänger und Nachfolger im Größenvergleich. Das iPad Air 2 (links) ist etwas dünner als die erste "Air"-Modell (rechts).

Das Innenleben des iPads

Apple wird beim iPad Air 2 wohl die Kamera und den Prozessor verbessern, das ist wenig überraschend. Angeblich steckt im neuen Tablet-Computer eine 8-Megapixel-Kamera, bisher betrug die Auflösung fünf Megapixel.

Im Inneren soll ein schneller A8-Prozessor werkeln, der auch in iPhone 6 und iPhone 6 Plus steckt. Das Vorgängermodell hat einen A7-Prozessor. Vielleicht überrascht Apple die Experten und Fans hier aber doch: Das taiwanesische Blog apple.club.tw hat Bilder veröffentlicht, die einen superschnellen A8X-Prozessor im iPad Air 2 zeigen. Das könnte vor allem die Grafikleistung des Tablets deutlich verbessern.

Statt wie bisher ein Gigabyte Arbeitsspeicher soll das Apple-Tablet künftig über zwei Gigabyte verfügen. Damit könnte Apple eine neue Funktion ermöglichen: den Splitscreen. Nutzer könnten zwei Apps gleichzeitig öffnen und nebeneinander verwenden. Angeblich verzichtet Apple künftig auf ein Tablet-Modell mit 16 Gigabyte Speicher.

Das iPad Air 2 soll es mit 32,64 und 128 Gigabyte Speicherplatz geben. Die Display-Auflösung könnte mit 2048 x 1536 Pixel gleich bleiben, aber einen Reflexionsschutz erhalten, glauben die meisten Experten. Einige Fans gehen aber von einer deutlichen Verbesserung der Auflösung aus. Dies lesen sie aus iPad-Grafiken heraus, die in der Betaversion des Betriebssystems iOS 8.1 zu finden sind.

Wird das iPad schwerer?

Die Geschichte des iPads ist frei von großen Innovationen.

Möglicherweise wird das iPad Air 2 zwar dünner, aber schwerer. Auf Bildern, die im Internet kursieren, liegt ein angeblich echtes iPad Air 2 auf einer Waage. Diese zeigt ein Gewicht von 484 Gramm an. Das aktuelle Modell wiegt 469 Gramm, in der LTE-Version 478 Gramm.

Das große iPad soll es künftig nicht nur in Spacegrau und Silber geben, sondern auch in Gold – so wie auch das iPhone 6. Mit dieser Edelvariante könnte Apple versuchen, die seit einem halben Jahr rückläufigen Verkäufe des Tablet-Computers wieder anzukurbeln.

Was ist mit dem iPad mini 3?

Deutlich weniger Gerüchte ranken sich um das iPad mini 3. Der A8-Prozessor scheint ebenso sicher wie der Fingerabdrucksensor. Änderungen am Design soll es offenbar nicht geben. Das iPad mini 3 soll genauso wie die neuen iMac-Modelle über ein Retina-Display verfügen.

iMacs und Macbooks: Noch mehr neue Geräte

Nicht ganz einig sind sich die Experten, wann iPad Air 2 und iPad mini 3 auf den Markt kommen. Die einen gehen von Mitte Oktober aus, während andere den Verkaufsstart erst Anfang Dezember erwarten, rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft.

Neben den Tablet-PCs könnte Apple am Donnerstag auch neue iMacs, Macbooks sowie die finale Version des Betriebssystems OS X 10.10 Yosemite vorstellen. Vor allem bei den iMacs dürfte es spannend werden: Das Fanblog "9to5Mac" meldet, dass Apple ein Modell mit einer Displaygröße von 27 Zoll entwickelt hat. Die Auflösung soll 5120×2880 Pixel betragen, das ist die vierfache Auflösung des aktuellen iMac.