Apple Pay ist jetzt auch in Deutschland gestartet: Der Bezahldienst des iPhone-Konzerns ist seit Dienstag für deutsche Apple-Nutzer verfügbar. Aber wie funktioniert der mobile Bezahldienst und wie richtet man ihn auf seinem Gerät ein? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

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Seit diesem Dienstag ist Apple Pay in Deutschland verfügbar. Mittels des Bezahldiensts können Besitzer von Apple-Produkten mit diesen wie mit einer Kreditkarte bezahlen. In den USA startete der Bezahldienst des iPhone-Konzerns bereits vor vier Jahren.

Auch in anderen Ländern ist Apple Pay bereits seit geraumer Zeit verfügbar. So hat Apple den Dienst bislang in insgesamt 31 Ländern, wie zum Beispiel Frankreich, Schweiz oder Spanien eingeführt.

So funktioniert Apple Pay

Mittels Apple Pay können Kunden über verschiedene Geräte des Konzerns bargeldlos bezahlen. Der Dienst lässt sich auf dem iPhone, dem iPad und der Apple Watch einrichten. Anschließend kann mit den Geräten in Geschäften kontaktlos bezahlt werden.

Dazu hält man das Gerät an der Kasse ans Terminal. Die Kassentechnik muss dafür kontaktloses Bezahlen unterstützen - rund 820.000 Terminals in Deutschland wurden bereits entsprechend umgerüstet

Auch auf dem Mac lässt sich Apple Pay verwenden. Hier funktioniert das Ganze aber eher als Alternative zu Diensten wie PayPal, mittels derer man Online-Einkäufe bezahlt.

Was einem lieb und teuer ist, beschützt man. Und nachdem Smartphone, Tablet und Laptop auch faktisch teuer sind, wird der Schutz unserer digitalen Dauerbegleiter immer wichtiger.

Diese Banken machen bei Apple Pay mit

Bevor man den Dienst nutzen kann, müssen Kunden die Karte einer teilnehmenden Bank auf ihrem Gerät hinzufügen.

Zu den Partnern von Apple in Deutschland gehören:

  • American Express
  • boon
  • bunq
  • Comdirect
  • Deutsche Bank
  • Fidor Bank
  • Hanseatic Bank
  • HypoVereinsbank/UniCredit Bank
  • N26
  • o2 Banking
  • Ticket Restaurant Edenred
  • VIMpay

Vorerst nicht dabei sind wichtige Banken wie die Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Diese setzen auf eigene Bezahl-Apps.

Zum Deutschlandstart können allerdings keine Girokarten in Apple Pay eingebunden werden. Nur Kreditkarten und Debitkarten lassen sich in Verbindung mit dem Dienst verwenden.

So richten Sie Apple Pay ein

Wie genau die Karte dem Gerät zugewiesen wird, unterscheidet sich je nach Apple-Produkt. Auf dem iPhone müssen Nutzer beispielsweise die Wallet-App starten und anschließend entweder das blau hinterlegte Plus-Symbol rechts oben oder "Karte hinzufügen" auswählen.

So fügen Sie Apple Pay auf Ihrem iPhone hinzu.

Mithilfe der App lässt sich dann die jeweilige Bankkarte scannen. Damit die Karte erfasst werden kann, muss möglicherweise eine App des entsprechenden Kreditinstituts installiert werden. Hat das Gerät die Karte erkannt, muss sie zudem verifiziert werden. Der entsprechende Vorgang lässt sich über die Schaltfläche "Weiter" starten.

Im Anschluss prüft die Bank die Angaben und ob die Karte überhaupt mit Apple Pay verwendet werden kann. Eventuell benötigt der Kartenaussteller zur Verifizierung weitere Informationen. In diesem Fall erhält der Nutzer eine Anfrage von seinem Kreditinstitut.

Ist die Überprüfung durch die Bank abgeschlossen, kann Apple Pay verwendet werden. Es lassen sich auch mehrere Karten demselben Gerät zuweisen. Ältere Apple-Produkte können dabei bis zu acht, neuere bis zu zwölf Karten speichern.

Wie sich Apple Pay auf anderen Geräten einrichten lässt, wird auf der Support-Seite des Unternehmens erklärt.

Bargeldloses Bezahlen in Deutschland nimmt zu

Branchenexperten erwarten von der Premiere von Apple Pay in Deutschland wichtige Impulse für das Bezahlen mit dem Smartphone. Zuvor hatte Google im Juni sein Bezahlsystem Google Pay eingeführt. Deutschland stellt in Bezug auf bargeldloses Zahlen einen speziellen Markt da.

Hier galt besonders lange das Motto "Nur Bares ist Wahres". Allerdings stimmt das statistisch gesehen nicht mehr ganz. Nach einer Studie der Deutschen Bundesbank sank die Bargeld-Quote 2017 bei Geldtransaktionen erstmals unter die 50-Prozent-Schwelle: Nur noch 47,6 Prozent der Zahlungen wurden bar beglichen.

Bei Kartenzahlungen kommt allerdings meist die mit Apple Pay nicht kompatible Girocard zum Einsatz und nicht Kreditkarten. Letztere werden inzwischen aber auch an vielen Orten akzeptiert. Das hat auch mit der Politik zu tun. Ende 2015 hatte die Europäische Union beschlossen, das sogenannte "Interbankentgelt" bei Kartenzahlungen zu deckeln und damit deutlich zu kürzen.

Die Gebühr darf nun bei Girocards nicht mehr als 0,2 Prozent der Zahlungssumme betragen. Bei Kreditkarten ist der Betrag auf 0,3 Prozent der gesamten Zahlung gedeckelt; zuvor waren es zum Teil mehrere Prozent. Nach dem Inkrafttreten der Regulierung änderten auch die Pfennigfuchser der Deutschen Wirtschaft - darunter die viel genutzten Discounter wie Aldi, Lidl und Penny - ihren Kurs und fingen an, auch Kreditkarten zu akzeptieren.

Inzwischen ist auch die Umrüstung auf Terminals, die kontaktloses Bezahlen per NFC-Funk unterstützen, weit fortgeschritten. Damit ist Deutschland für den Start eines Dienstes wie Apple Pay - zumindest was die Verbreitung der Akzeptanzstellen angeht - besser gerüstet als viele andere Länder. (thp/dpa)

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Verwendete Quellen:

  • Apple-Support: Apple Pay einrichten