Für die meisten Menschen gehören Produkte wie Wasser und Milch zum Alltag, bei anderen lösen die Flüssigkeiten heftige körperliche Reaktionen aus. Allergien wie Heuschnupfen oder Hausstaub-Anfälligkeit gehören weltweit zu den häufigsten Erkrankungen. Doch was ist mit seltenen Lebensmittelallergien? Sie zu unterschätzen kann sogar tödlich enden.

Kontakt mit Wasser kann bei manchen Menschen heftige Hautreaktionen hervorrufen, andere schweben in Lebensgefahr, sobald sie versehentlich bestimmte Lebensmittel essen.

Allergische Reaktionen können als übermäßige Reaktion des Immunsystems auf den Kontakt mit eigentlich harmlosen Stoffen wie Pollen, Milben, Tieren, Insekten und Medikamenten beschrieben werden. Auch auf Lebensmittel reagieren manche Menschen mit Beschwerden.

Über 50 Jahre warten auf Reue - die Betroffenen leiden noch heute.

Diese können unterschiedlich ausfallen. Mal ist es ein Niesen oder eine allergische Bindehautentzündung. Oder es kommt zu Rötungen der Haut. Manche Allergien wirken sich so stark auf den Körper aus, dass sie zu schweren Einschnitten im Alltag führen.

Je exotischer oder seltener die Allergie ist, umso wichtiger ist es für die behandelnden Ärzte, die Ursachen für die Beschwerden zu finden und Ansätze zur Behandlung herauszuarbeiten.

Gibt es eine Wasserallergie?

Sie ist selten, aber doch haben angeblich weltweit etwa 40 Menschen eine Wasserallergie. Diese berichten, dass der Kontakt mit Wasser bei Ihnen Hautausschläge auslöst und auch zu Juckreiz und zu großen Schmerzen führt.

"Tatsächlich gibt es keine Wasserallergie", sagt Professor Dr. Ludger Klimek, Präsident des Ärzteverbands Deutscher Allergologen und Leiter des Allergiezentrums Wiesbaden. "Das liegt daran, dass unser Immunsystem Wassermoleküle nicht als Allergene erkennt", so Klimek. Deshalb ist der Begriff Allergie fehl am Platz.

Unumstritten ist für den Experten, dass manche Menschen besonders heftig auf den Kontakt mit Wasser reagieren. Kommen Patienten mit solchen Beschwerden in seine Praxis, versucht er herauszufinden, wo die Ursachen liegen.

Oft sind es Bestandteile im Wasser wie chemische Verunreinigungen, manchmal auch Geschmacksstoffe oder andere Beimischungen, die heftige Reaktionen hervorrufen.

Für die Patienten, die sich in einer sehr belastenden Situation befinden, ist das oftmals eine erleichternde Erkenntnis, weiß der Arzt. "Zu wissen, dass es nicht das Wasser ist, sondern dass der Betroffene vielleicht nur die Bezugsquelle des Wassers ändern muss, nimmt den Betroffenen die Angst", erklärt der Experte.

Lebensgefahr durch Lebensmittelallergie

Und was ist mit den Menschen, die über Probleme nach dem Duschen oder Baden klagen? "Wenn die Haut anschwillt, sich rötet oder zu jucken anfängt, handelt es sich in den allermeisten Fällen nicht um eine allergische Reaktion sondern um eine extreme Überempfindlichkeit der Haut", sagt Ludger Klimek.

Würden diese Menschen etwas anderes auf die Haut aufbringen, würden sie vermutlich auch darauf reagieren. Die Beschaffenheit der Haut spiele dabei eine große Rolle.

Wird etwa die natürliche Schutzschicht durch das Wasser ausgewaschen, kann es zu Rötungen, einem Brennen oder dem Austrocknen kommen. "Hier können Patienten mit entsprechenden Pflegeprodukten oder speziellen Waschzusätzen entgegenwirken", erklärt der Arzt.

Doch nicht nur Wasser kann manchen Menschen schaden. Auch andere Lebensmittel wie Milch oder Nüsse können zu Überreaktionen bis hin zum Tod führen.

Allergisch auf Milch

Die Kuhmilchallergie, nicht zu verwechseln mit Laktoseintoleranz, trifft meistens Babys und Kleinkinder bis zu ihrem dritten oder vierten Lebensjahr. Während sie bei Erwachsenen kaum vorkommt, gehört die Kuhmilchallergie bei kleinen Kindern zu den häufigsten Nahrungsmittelallergien.

In der Regel wird die Allergie beim Übergang von Muttermilch zu Beikost festgestellt. Nach dem Abstillen hat das kindliche Immunsystem mit der Kuhmilch zum ersten Mal Kontakt mit fremden Proteinen.

Bei einer Milchallergie stuft das Immunsystem das Milcheiweiß fälschlicherweise als gefährlich ein. Der Kontakt mit dem fremden Stoff führt zu einer Überreaktion und zu typischen Allergiesymptomen im Verdauungstrakt, auf der Haut oder in den Atemwegen.

Wie kann man mit der Milchallergie umgehen?

Besteht der Verdacht, dass ein Kind unter der Kuhmilchallergie leidet, sollten sich die Eltern Hilfe beim Experten suchen. Bei einer vorrübergehenden milchfreien Ernährung kann getestet werden, ob sich die Beschwerden bessern. Auch eine "Provokation" kann Aufschluss geben.

Dabei erhält das Kind unter ärztlicher Aufsicht das Lebensmittel, auf das es allergisch reagiert. Steht die Diagnose fest, ist es das Sinnvollste, auf das Produkt zu verzichten.

"Das ist möglich, und man kann ohne größere Einschränkungen leben. Es gibt einige Ausweichprodukte, mit denen man gut zurecht kommt und so auf wenig verzichten muss", erklärt Allergie-Experte Klimek.

Die gefährliche Erdnuss

Sie kommt nicht ganz so exotisch daher und ist dennoch sehr bedeutend: Wer unter einer Nussallergie leidet, befindet sich in einer besonders schwierigen Lage, weiß der Allergologe. Schon der geringste Kontakt über die Haut oder durch Einatmen kann allergische Symptome hervorrufen.

In der mildesten Form kann eine Erdnuss- und Nussallergie zu Hautausschlägen, Übelkeit und Atembeschwerden sowie zu einem Anschwellen der Zunge und Lippen führen. In der extremsten Form kann ein anaphylaktischer Schock verursacht werden, der Betroffene in Lebensgefahr bringt.
Wie gehen Betroffene mit der Situation um? Da der Kontakt mit Erdnüssen so schwere Reaktionen auslösen kann, bleibt Betroffenen nichts anderes übrig, als jeden Kontakt mit Erdnüssen und Nüssen zu vermeiden und Adrenalin mit sich zu führen, um jederzeit möglichst schnell entgegenzuwirken.

Der Verzicht ist allerdings alles andere als einfach. Erdnüsse werden als Zutaten in den unterschiedlichsten Lebensmitten verarbeitet, in denen man es oftmals gar nicht vermutet. Und auch durch gemeinsam genutzte Produktionsanlagen bei der Herstellung von Waren, können Rückstände von Nüssen in Lebensmittel gelangen, die eigentlich erdnussfrei hergestellt werden.

Hilfe beim Experten suchen

Egal ob Heuschnupfen oder Erdnussallergie - das Aktionsforum Allergologie, ein Zusammenschluss von wissenschaftlichen Gesellschaften und Berufsverbänden, empfiehlt Betroffen, Hilfe beim Spezialisten zu suchen.

Denn: Werden Allergien nicht angemessen behandelt oder gar ignoriert, können sich daraus weitreichende Folgen für die Betroffenen entwickeln und zu schwerem Asthma oder schmerzhaften chronischen Hauterkrankungen führen.

In Einzelfällen kann es zu einem anaphylaktischen Schock und so sogar zum Tod kommen.