• Corona-Tests begleiten uns schon eine ganze Weile.
  • Auch nach den Lockerungen sind sie für viele Menschen im Alltag wichtig.
  • Zehn Dinge, die man über Schnell-, Selbst- und PCR-Tests wissen sollte.

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Vermutlich haben die meisten mindestens von einer Person im Bekanntenkreis gehört, die trotz mehrerer negativer Schnell- und auch PCR-Tests plötzlich doch Corona hatte. Auch Bundesfinanzminister Christian Lindner hatte sich zuletzt mit Sars-CoV-2 infiziert – nachdem ihm Schnelltests am selben und am Vortag ein negatives Ergebnis bescheinigt hatten.

Doch wie zuverlässig sind die Schnell- und PCR-Tests in Bezug auf Omikron tatsächlich? Sollte man beim Selbsttest besser Proben aus dem Mundraum nehmen? Diese zehn Dinge sollten Sie jetzt über Corona-Tests wissen.

1.Unter bestimmten Voraussetzungen kann jeder einen kostenlosen PCR- und Schnelltest machen.

Auf mindestens einen kostenlosen Schnelltest pro Woche haben alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland Anspruch. Anders sieht es bei PCR-Tests aus. Menschen, die

  • einen positiven Corona-Schnelltest oder
  • einen positiven Selbsttest oder
  • corona-spezifische Symptome und die Anordnung durch einen Arzt
  • durch Behörden als Kontaktpersonen bestimmt wurden

haben, können kostenlos PCR-Tests machen. Ausnahmen und Sonderfälle gelten etwa für Menschen, die in Pflegeeinrichtungen o.Ä. arbeiten (weitere Einzelheiten: https://www.zusammengegencorona.de/faqs/testen/allgemeine-infos-zum-testen/) Wichtig zu wissen: Zwar werden bei der PCR-Testung Risikogruppen, Mitarbeitende von medizinischen und vulnerablen Bereichen priorisiert, aber auch andere Gruppen haben einen Anspruch auf Testung.

2. Corona-Tests weisen auch Omikron-Infektionen zuverlässig nach.

Auf Anfrage unserer Redaktion heißt es seitens des Paul-Ehrlich-Instituts: "Gezielte Untersuchungen des Paul-Ehrlich-Instituts erlauben die Schlussfolgerung, dass es bislang keinen Anhaltspunkt für eine schlechtere Erkennung der Omikron-Variante durch Antigentests gibt." In Deutschland wird das Corona-Virus in der Regel anhand des sogenannten N-Proteins (Nukleo-Protein) des Corona-Virus nachgewiesen. Omikron weist zwar Mutationen am N-Protein auf, dennoch spielt das bei den Tests keine entscheidende Rolle.

3. Allerdings: Nicht jeder Selbst- und Schnelltest ist gleich zuverlässig. Hier sehen Sie, wie zuverlässig Ihr Corona-Test ist.

Eine Auflistung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) zeigt, wie zuverlässig die unterschiedlichen Corona-Schnell- und -Selbsttests sind. Das PEI hat dazu die verschiedenen Corona-Tests untersucht und in dieser Tabelle aufgeführt, wie gut der Nachweis des Tests ist.

4. Die Sensitivität eines Corona-Tests zeigt, zu wie viel Prozent ein Test eine Infektion bei einer infizierten Person nachweisen kann.

Damit ist die Sensitivität ein wichtiger Richtwert. Ab einer Gesamtsensitivität von mindestens 75 Prozent stuft das PEI einen Test als zuverlässig ein. Übrigens: Bei der Sensitivität spielt die Viruslast eine entscheidende Rolle. Wenn ein Test mit hoher Wahrscheinlichkeit auch bei einer niedrigen Viruslast „anschlägt“, erhöht das die Gesamtsensitivität. Damit ist die Sensitivität ein wichtiger Faktor für die Funktionalität eines Corona-Tests.

5. Bei niedriger Viruslast ist es möglich, dass Selbst-, Schnell- und sogar PCR-Tests eine bestehende Infektion nicht anzeigen.

Es ist möglich, dass neben Selbst- und Schnelltests auch die gern als "Goldstandard" deklarierten PCR-Tests ein falsches negatives Ergebnis liefern. An sich ist die Testung im Labor sehr zuverlässig. Allerdings spielt der Zeitpunkt der Probeentnahme eine große Rolle. Kurz nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 kann die Virenlast noch so gering sein, dass es selbst ein PCR-Test nicht nachweist. Das Robert-Koch-Institut schreibt in diesem Zusammenhang: "Eine zweimalige bzw. zeitversetzte Testung (z. B. am Tag 5 bis 7 nach Exposition) erhöht die Aussagekraft und reduziert das Restrisiko relevant."

6. Bei einem positiven PCR-Test verrät der Ct-Wert, wie ansteckend man noch ist. Mit einem Wert von mindestens 30 Ct darf man nach sieben Tagen die Isolation verlassen.

Auf zusammengegencorona.de, einem Angebot des Bundesministerium für Gesundheit, heißt es: Der Ct-Wert von 30 besagt, dass 30 Messzyklen nötig waren, um das Coronavirus in der Probe nachzuweisen. Je mehr Zyklen durchgeführt werden müssen, desto niedriger ist die Viruslast. Man geht davon aus, dass die infizierte Person bei einem hohen Ct-Wert nicht mehr ansteckend für andere Menschen ist.

7. Selbsttests sollten genau so durchgeführt werden, wie es auf der Packungsbeilage steht.

Unter anderem darauf auch darauf geachtet werden, dass der Schnelltest zuhause bei Raumtemperatur gelagert wird. Vor dem Testen raten Fachleute vor einem gründlichen Naseschnäuzen ab. Wichtig bei der Durchführung: Das Stäbchen unbedingt in beide Löcher einführen.

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8. Bei Selbsttests für die Nase wird es nicht empfohlen, Proben aus dem Rachenraum zu nehmen.

Ein Selbsttest für die Nase sollte nicht im Mund durchgeführt werden. Die US-amerikanische Behörde für Lebens- und Arzneimittel FDA hat sogar Anfang des Jahres davor gewarnt. In einem Gespräch mit CNN teilte ein Sprecher der FDA mit, dass selbst durchgeführte Tests im Rauchenbereich komplizierter seien und bei falscher Handhabung zu Verletzungen führen könnten. Man empfehle Rachenproben nur von geschultem Personal. Auf Nachfrage unserer Redaktion verweist das Bundesministerium für Gesundheit auf die

9. Nach dem Infektionsschutzgesetz ist ein positiver Antigen-Schnelltest meldepflichtig – ein positiver Selbsttest hingegen nicht.

Nach wie vor muss das örtliche Gesundheitsamt darüber informiert werden, wenn ein von Fachpersonal durchgeführter Antigen-Schnelltest positiv ausfällt.

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10. Ein negativer Corona-Test stellt nur eine Momentaufnahme dar.

Wie bereits erwähnt, muss ein negativer Test nicht zwangsläufig bedeuten, dass man nicht mit Corona infiziert ist, sondern dass etwa nur die Viruslast sehr gering ist. In jedem Fall gilt: Durch das Ergebnis sollte man sich nicht in falscher Sicherheit wiegen. Vielmehr empfehlen Fachleute und offizielle Stellen auch dann, grundlegende Hygieneregeln und die AHA-Regeln zu beachten.

Verwendete Quellen:

  • Schriftliche Antworten auf eine Anfrage an das Paul-Ehrlich-Institut
  • Schriftliche Antworten auf eine Anfrage an das Bundesministerium für Gesundheit
  • Paul-Ehrlich-Institut (21.04.22)
  • gesundheit.gv.at (27.04.22)
  • zusammengegencorona.de (27.04.22)
  • bundesgesundheitsministerium (21.04.22)
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