Wir sitzen nachmittags im Büro, hauen in die Tasten - und plötzlich überfällt uns die Lust auf Schokolade. Heißhungerattacken kennt jeder. Wir erklären, woher sie kommen und was man dagegen machen kann.

Nach dem Sport möchte man am liebsten einen fetten Burger und anstatt nachmittags einen Apfel essen, muss es unbedingt ein Schokoriegel sein. Diese Heißhungerattacken sind keine Seltenheit. Urplötzlich taucht dieses Verlangen auf und man kann kaum an etwas anderes denken.

Gibt man der Lust nach, endet das nicht selten in einem Essanfall, bei dem man sehr viel mehr Kalorien konsumiert, als man eigentlich benötigt.

Aber was genau steckt hinter einer solchen Hungerattacke? Und wie kann man diese bekämpfen?

Woher kommt Heißhunger?

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Wenn man urplötzlich starken Appetit auf ein bestimmtes Nahrungsmittel entwickelt, kann es sein, dass der Blutzuckerspiegel nicht ausgeglichen ist. Der Körper signalisiert so, dass er Nahrung haben möchte.

Gibt man den Gelüsten nach und gönnt sich ein Stück Torte, einen Schokoriegel oder eine Pizza, dann gerät der Zuckerspiegel häufig in eine Art Achterbahnfahrt. Denn der Zucker lässt den Blutzuckerspiegel schnell steigen, allerdings sinkt er anschließend genauso fix wieder ab - was die nächste Hungerattacke auslöst.

Das bedeuten die Attacken

Verschiedene Gelüste können auf verschiedene Mängel des Körpers aufmerksam machen. Wer auf einmal ein starkes Bedürfnis nach Schokolade verspürt, dem fehlt vielleicht Magnesium. Um dem vorzubeugen, sollte man magnesiumhaltige Nahrungsmittel wie Nüsse, Blattgemüse oder Fisch essen.

Das Verlangen nach Chips, Salzstangen und Co. kann ein Anzeichen für starken Stress sein. Wenn wir gestresst sind, produziert unser Körper viel Kortisol. Dabei benötigt er vor allem Fett und Salz. Eine Studie der Universität von Salt Lake City in den USA kommt zu dem Schluss, dass Menschen weniger gestresst sind und weniger salzige Snacks essen wollen, wenn Sie vor dem Knabbern tief durchatmen.

Auch eine plötzliche Lust auf Steaks, Wurst und ähnliches ist möglich. In diesen Momenten fehlt dem Körper Eisen. Wer kein Fleisch isst oder nicht so viel davon konsumieren möchte, kann auf Hülsenfrüchte und Trockenobst ausweichen. Achtung: Trockenobst enthält viel Zucker - eine Handvoll reicht als Snack völlig aus.

Tipps gegen den Heißhunger

Anstatt zur Schokolade kann man auch mal zu einem Stück Obst greifen. Der Fruchtzucker befriedigt das Verlangen nach Süßem. Gleichzeitig enthält es viele Vitamine und Ballaststoffe. Aber Vorsicht: Auch Fruchtzucker ist Zucker. Zu viel Obst sollten Sie also nicht essen.

Nüsse sind ebenfalls ein guter Snack. Sie enthalten gesunde Fettsäuren. Aber hier gilt: Nüsse haben viele Kalorien. Deswegen: Lieber nur eine Handvoll Nüsse zwischendurch zu sich nehmen und nicht eine ganze Tüte Studentenfutter verdrücken.

Wer die Anfänge einer Heißhungerattacke spürt, kann auch erstmal versuchen, ein großes Glas Wasser oder ungesüßten Tee zu trinken. Oftmals ist der Körper schlicht dehydriert und versucht, durch dieses Verlangen auf sich aufmerksam zu machen.

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Auch Sport kann helfen, die Lust auf Süßes zu unterdrücken. Eine Studie der Universität Exeter in Großbritannien zeigt, dass eine Viertelstunde schnelles Gehen dabei helfen kann, den Heißhunger zu unterdrücken.

Wer genug schläft, läuft ebenfalls kaum Gefahr, eine Heißhungerattacke durchstehen zu müssen. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen zu wenig Schlaf und übermäßiger Nahrungsaufnahme gibt.

Übrigens: Ab und zu kann man den Gelüsten auch nachgeben. Bevor man den ganzen Nachmittag herumsitzt und Schokoriegel vor dem inneren Auge auf- und abtanzen sieht, ist es besser, ein Stück Schokolade zu knabbern. Ansonsten kann der erzwungene Verzicht dazu führen, dass man zwar tagsüber brav durchhält und dafür abends die Süßigkeitenschublade plündert.

Krankheiten, die Essattacke auslösen

Es muss nicht immer an zu wenig Schlaf, Wasser, Nährstoffen oder am niedrigen Blutzuckerspiegel liegen. Verschiedene Krankheiten können ebenfalls ein großes Verlangen nach Essen auslösen. Wenn die oben genannten Faktoren auszuschließen sind und Sie trotzdem regelmäßig Essanfälle haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Krankheiten wie Diabetes mellitus oder eine Schilddrüsenüberfunktion können Heißhunger verursachen. Auch eine Schwangerschaft kann das Essverhalten durcheinanderwirbeln.

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