Es ist eine Angst, die Menschen seit Jahrhunderten plagt: lebendig begraben zu werden. Ist sie begründet oder sind die bekannten Fälle, die immer wieder in den Medien auftauchen, nur Zufälle?

Bei dem einen oder anderen Zartbesaiteten dürfte die Geschichte, die sich im August dieses Jahres auf Honduras ereignete, schlaflose Nächte verursacht haben. Die gerade einmal 16 Jahre alte Neysi Perez wurde für tot erklärt, nachdem ihr Schaum aus dem Mund gequollen war und sie nicht mehr zu sich kam.

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Die Ärzte erklärten die zu dem Zeitpunkt auch noch schwangere Teenagerin für tot. Als der Ehemann seine verstorbene Frau nach der Beerdigung auf dem Friedhof besuchte, hörte er – so zumindest seine Behauptung – dumpfes Klopfen.

Er mobilisierte daraufhin den Friedhofsarbeiter und der Horrorfilm wurde Realität: die Frau wurde ausgegraben und ins Krankenhaus transportiert. Doch die Mühe blieb vergebens. Die Ärzte konnten nur ihren ohnehin schon bestätigten Tod feststellen. Wann die junge Frau wirklich starb, ist bis heute offen.

Die Familie der Verstorbenen beschuldigte die Mediziner, vergaß aber wohl einen Punkt zu erwähnen: als die junge Frau mit Schaum vor dem Mund gefunden wurde, beauftragten die Angehörigen – bevor die Ärzte Stethoskop und Co. anlegen durften – einen Exorzisten.

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Was der genau unternahm, ist nicht überliefert. Fakt ist jedoch: Unkundige Helfer führten die Leichenschau durch. Genau das ist heutzutage der Grund, wenn wirklich mal jemand lebendig unter die Erde kommt – sagt zumindest Experte Mark Benecke auf Nachfrage unserer Redaktion.

"Eigentlich ist es heutzutage unmöglich"

Doch der renommierte Kölner Kriminalbiologe, der bereits unter anderem Adolf Hitlers mutmaßlichen Schädel untersuchte, gibt Entwarnung: "Eigentlich ist es heutzutage unmöglich, dass jemand lebendig begraben wird."

Denn ohne eindeutige Zeichen wie Totenflecken oder Totenstarre bekommt niemand einen Totenschein ausgestellt. Dass Patienten für tot gehalten werden und dann doch wieder gewissermaßen auferstehen, ist selten.

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Es kommt aber immerhin so oft vor, dass es hierfür einen eigenen Begriff gibt: Es wird in der Medizin als "Lazarus-Phänomen" bezeichnet. Der Zeitraum vom vermuteten Tod bis hin zum abrupten Erwachen ist aber zu kurz, als dass man im Sarg landen könnte.

Walter Williams: von den Toten auferstanden

In vielen Fällen handelt es sich um einen vermeintlichen Herz-Kreislauf-Stop des Patienten, nachdem die Wiederbelebungsversuche zuvor scheinbar ohne Erfolg abgebrochen wurden.

Letztes bekanntgewordenes Beispiel: Im Jahr 2014 wurde in Lexington, Mississippi, der 78 Jahre alte Walter Williams für tot erklärt. Doch in der Einbalsamierungshalle geschah das Unglaubliche: Williams atmete plötzlich wieder, sein Herz begann zu schlagen und wenige Tage später konnte er sogar das Krankenhaus verlassen.

Der Tod eines Angehörigen oder eines Freundes ist oft sehr schmerzlich.

Die Mediziner gehen bis heute davon aus, dass ein Schrittmacheer dem Herz einen Kick-Start beschert hat. Doch das Wunder hielt leider nicht lange an: Zwei Wochen später starb Williams dann doch.

Geschichtliche Gründe für die Ur-Angst

So Gänsehaut verursachend solche Fälle sein mögen, so selten kommen sie letztendlich vor. Doch woher stammt denn die tiefsitzende Angst vor der Gefahr, lebendig begraben zu werden? Die Antwort liegt in der menschlichen Historie.

So war es beispielsweise zu Zeiten der Pest in Europa üblich, die Leichen so schnell wie möglich zu begraben – schließlich herrschte Ansteckungsgefahr. Dadurch keimte bald die Furcht davor auf, zu früh im Sarg zu landen.

Zur Vorsorge installierten unsere Vorfahren Glocken auf dem Friedhof und legten den Särgen sogar Schaufeln bei. Diese Utensilien sind verschwunden, geblieben ist aber die Angst vor der unbegründeten Bestattung. Die Medizin ist inzwischen zu weit fortgeschritten, als dass dieses Szenario wirklich eintreten würde.

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