Urlaubsparadies mit Infektionsgefahr: Auf Hawaii haben sich außergewöhnlich viele Menschen mit dem gefährlichen Ratten-Lungenwurm-Parasiten infiziert. Die Infektion mit dem Gehirn-Wurm kann zum Tod führen.

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Mediziner auf Hawaii sind besorgt: In den vergangenen drei Monaten haben sich mindestens neun Menschen mit dem gefährlichen Parasiten Angiostrongylus cantonensis infiziert. Das sind viermal so viele Fälle wie normalerweise.

Dieser wird auch Ratten-Lungenwurm genannt, da die ausgewachsene Form dieses Schmarotzers nur in Ratten vorkommt.

Infektion kann tödlich enden

Der Fadenwurm verbreitet sich, wenn Ratten, in deren Lungen er lebt, über ihren Kot die Larven hinterlassen. Diese werden dann von anderen Tieren aufgenommen, zum Beispiel von Shrimps, Krabben oder Fröschen.

Ein großer Verbreiter dieses Wurms sind aber auch Schnecken. Die Larven des Lungenwurms werden über den Schleim der Schnecke verbreitet und haften so auf verschiedenen Pflanzen.

Für den Menschen wird der Parasit erst gefährlich, wenn man mit kontaminierten Quellen in Berührung kommt. Das kann passieren, wenn man erkrankte Tiere oder Obst und Gemüse, das kontaminiert ist, isst.

Die Infektion ist meistens ungefährlich, es treten keine Symptome auf und die Erkrankung geht von selbst vorüber.

In manchen Fällen bewegt sich der Fadenwurm jedoch vom Verdauungssystem über Blutbahnen zum Gehirn und in das Nervensystem. Das löst im Körper eine Form von Meningitis aus. Die Folgen: schwere Kopfschmerzen, Zitteranfälle, Taubheit und fieberähnliche Symptome. Im schlimmsten Fall endet die Infektion tödlich.

Parasit wird von Schnecken übertragen

"Die Parasiten sind in meinem Gehirn und bewegen sich", sagt eine Frau auf Maui, die glaubt, dass sie betroffen ist, gegenüber dem Online-Magazin "Honolulu Civil Beat". Sie müsse mittlerweile eine Gehhilfe benutzen, um sich zu bewegen, da die Zitteranfälle zu schlimm geworden seien.

"Es ist, als würde sich eine Kugel durch deinen Kopf bewegen, ohne Rhythmus oder Plan", beschreibt eine Epidemiologin in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Associated Press die Erkrankung.

Nach offiziellen Angaben wurden mit dem Parasiten infizierte Schnecken auf vier hawaiianischen Inseln gefunden. Die Behörden fordern die Menschen auf, Essen vor dem Verzehr gründlich zu waschen - egal, woher es stammt.

Wie das Magazin "Science Alert" berichtet, ist noch unklar, warum es zu einer plötzlichen Häufung der Fälle kommt. Normalerweise würden pro Jahr nur etwa zehn Menschen auf Hawaii erkranken.

Es bestehe jedoch der Verdacht, dass eine eingewanderte Schnecken-Art die Parasiten verbreitet. Bis zu 80 Prozent dieser Schnecken könnten den Fadenwurm in sich tragen.

Infektion auch für Haustiere gefährlich

Experten gehen davon aus, dass die Globalisierung für die steigende Zahl der Infektionen verantwortlich sein könnte. Der Parasit wurde 1944 in Taiwan entdeckt. Durch den weltweiten Transport von Waren mittels Containerschiffen hat er sich über viele Länder verbreitet.

In unseren Gebieten können sich vor allem Haustiere wie Katzen und Hunde mit dem Parasiten infizieren. Unbehandelt sind diese Erkrankungen nach Aussagen des Bundesverbandes für Tiergesundheit e.V. für die Vierbeiner tödlich.



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