Männer gelten oft als "Arztmuffel", die nur dann eine Praxis aufsuchen, wenn die Beschwerden unerträglich sind. Viele lebensbedrohlichen Erkrankungen machen sich jedoch erst bemerkbar, wenn es für eine Behandlung schon fast zu spät ist. Mit regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen erhöhen Männer ihre Chancen auf Heilung im Krankheitsfall deutlich.

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Männer haben statistisch gesehen eine niedrigere Lebenserwartung als Frauen. Neben einem tendenziell ungesünderen Lebensstil liegt das auch daran, dass Männer seltener als Frauen die empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt wahrnehmen.

Damit gehen sie allerdings ein unnötiges Risiko ein, denn viele ernsthafte Krankheiten sind bei frühzeitiger Diagnose inzwischen gut behandelbar. Die Kosten für die wichtigsten Früherkennungsmaßnahmen müssen sie zudem in Deutschland nicht selbst bezahlen: Bereits seit den 1970er-Jahren gehören Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung häufiger Erkrankungen zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen.

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Die häufigsten Todesursachen bei Männern sind Herzerkrankungen, gleich darauf folgt Krebs. Prostatakrebs macht fast ein Viertel der Krebserkrankungen bei Männern aus und tritt damit beinahe doppelt so häufig auf wie Lungenkrebs. Männer sollten daher unbedingt die Vorsorgeuntersuchungen der Prostata wahrnehmen.

Aber auch die Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Darmkrebs ist sehr wichtig, da Symptome erst im fortgeschrittenen Krankheitsstadium auftreten. Wie genau die entsprechenden Untersuchungen ablaufen, hängt vom Alter, den Vorerkrankungen und der Veranlagung des Patienten ab. Die Krankenkassen bieten unterschiedliche Gesundheitsmaßnahmen für Männer über 18, 35, 40 oder 50 Jahren an.

Wann sollte ich zur Vorsorgeuntersuchung?

Sowohl Impfungen als auch der regelmäßige Besuch des Zahnarztes gehören schon in der Kindheit zur Gesundheitsvorsorge. Für Versicherte zwischen 18 und 34 Jahren zahlen die Kassen dann einen einmaligen Gesundheits-Check-up: Der Arzt führt dabei nicht nur körperliche Untersuchungen durch, sondern erfragt auch die Krankheitsgeschichte der Familie, um sich ein Bild möglicher Krankheitsveranlagungen zu machen. Darüber hinaus gibt er Tipps zur Krankheitsvermeidung, die beispielsweise die Ernährung oder Sport betreffen.

Bestimmte Erkrankungen treten in dieser Altersgruppe häufiger auf als in anderen: So ist bei den 20- bis 30 Jahre alten Männern Hodenkrebs die häufigste Krebsart, in späteren Jahren macht dieser nur noch zwei bis drei Prozent aller Krebserkrankungen aus. Ab dem 18. Lebensjahr sollten Männer sich deshalb auch regelmäßig selbst untersuchen. Stellen sie Verhärtungen, Vergrößerungen oder andere Veränderungen an den Hoden fest, sollten sie einen Arzt aufzusuchen.

Mit steigendem Alter erhöht sich das Risiko vieler Erkrankungen. Die Krankenkassen haben deshalb Altersstufen definiert, in denen sie die Kosten für bestimmte Vorsorgemaßnahmen übernehmen.

Ab welchem Alter sollten Männer und Frauen Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen machen lassen?

Vorsorgeuntersuchungen für Männer ab 35

Ab dem 35. Lebensjahr zahlen die Krankenkassen Männern und Frauen alle drei Jahre einen umfassenden Gesundheits-Check-up zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen. Dabei erstellt der Arzt ein Blutbild, prüft Blutzucker, Blutdruck und Organfunktion und kontrolliert den aktuellen Impfstatus.

Eine weitere Vorsorgeuntersuchung ab 35 ist das Hautkrebs-Screening (alle 2 Jahre), bei dem Dermatologen die Haut des Patienten von Kopf bis Fuß auf Auffälligkeiten prüfen. Vor allem Menschen mit vielen Muttermalen sollten ihre Haut regelmäßig untersuchen lassen.

Hautkrebs ist generell gut behandelbar – bleibt er jedoch unbemerkt, können bösartige Melanome auch auf die anderen Organe übergreifen. Alternativ zur Untersuchung mit bloßem Auge gibt es die Möglichkeit, die Untersuchung mit einem so genannten Dermatoskop durchzuführen. Diese Leistung übernehmen die Kassen jedoch in der Regel nicht.

Vorsorgeuntersuchungen für Männer ab 40 und 45

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsform bei Männern, die entsprechende Vorsorgeuntersuchung gehört deshalb zu den wichtigsten Maßnahmen. Wird der Krebs in einem frühen Stadium erkannt, sind die Heilungschancen gut.

Die Tastuntersuchung zur Früherkennung bezahlen die Krankenkassen für Männer ab 45 Jahre. Falls es schon Prostatakrebs-Erkrankungen in der Familie des Patienten gab, werden die Kosten meist schon ab dem 40. Lebensjahr übernommen. Bei der Untersuchung tastet der Arzt die Prostata ab, um Unregelmäßigkeiten festzustellen. Ist der Befund verdächtig, wird im Anschluss eine Biopsie durchgeführt.

Zusätzlich zur Tastuntersuchung kann der Arzt auch den PSA-Wert (Prostataspezifisches Antigen) im Blut feststellen. Erhöhte Werte können auf eine Prostataveränderung hinweisen. Die Verlässlichkeit des Tests ist jedoch umstritten, da auch bestimmte Infektionen den PSA-Wert erhöhen können. Die Kassen bezahlen ihn zudem meist nicht.

Krebsvorsorgeuntersuchungen könnten jede zweite Erkrankung vermeiden. Das bedeutet allerdings nicht, dass auch jeder Check sinnvoll ist. Wir haben einmal genauer nachgefragt, was wirklich sein muss.

Vorsorgeuntersuchung für Männer über 50

Über 80.000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich an Darmkrebs – Männer sind dabei gefährdeter als Frauen. Ein 50 Jahre alter Mann hat im Vergleich zu einer gleichaltrigen Frau ein etwa 40 Prozent höheres Krankheitsrisiko.

Darmkrebs lässt sich in einem frühen Stadium meist gut behandeln. Und die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen ab dem 50. Lebensjahr die Kosten der Vorsorgeuntersuchungen für Männer und Frauen: Dafür wird eine Stuhlprobe im Labor auf entartete Zellen und Rückstände von Blut untersucht.

Männliche Versicherte zwischen 50 und 55 Jahren können den kostenlosen Check jährlich wahrnehmen, ab 55 Jahren im Zweijahrestakt. Alternativ können Patienten sich auch für eine Darmspiegelung entscheiden, die man dann aber erst nach 10 Jahren erneut in Anspruch nehmen kann.

Eine krankhafte Erweiterung der Hauptschlagader (Aorta) ist ein Problem, das ebenfalls hauptsächlich Männer betrifft. Bei einem Durchmesser von mehr als drei Zentimetern sprechen Ärzte von einem Aneurysma. Dieses verursacht zwar keine Schmerzen, stellt aber eine ständige Gefährdung dar, da die Aorta unerwartet reißen kann.

Seit 2018 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für ein Screening als Vorsorgeuntersuchung für Männer ab 65. Ist der Patient Raucher oder liegen andere Risikofaktoren wie ein hoher Blutdruck oder ein erhöhter Blutfettspiegel vor, sollten Männer mit ihrem Arzt sprechen: Unter Umständen werden die Behandlungskosten dann schon früher übernommen.

Vorsorgenuntersuchungen: Ein Angebot, das Männer nutzen sollten

Kostenlose Vorsorgeuntersuchungen, wie es sie in Deutschland gibt, sind in anderen Ländern keineswegs üblich. Versicherte sollten dieses Angebot wahrnehmen und spätestens ab dem 35. Lebensjahr regelmäßig Kontrolltermine vereinbaren.

Bei Veranlagung für bestimmte Krankheiten übernehmen die Kassen Vorsorgeuntersuchungen zum Teil auch schon früher – beispielsweise dann, wenn es in der Familie bereits Darmkrebs-Fälle gab. Welche Maßnahmen im Einzelnen sinnvoll sind, muss mit dem Arzt abgesprochen werden.

Verwendete Quellen:

  • Bundesministerium für Gesundheit: Gesundheits-Check-up
  • Verbraucherzentrale: Früherkennung von Krankheiten: kostenlose Gesundheitschecks
  • Deutsche Krebsgesellschaft
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