Die Grippewelle rollt wieder durch Deutschland. Habe ich eine Erkältung oder doch eine Grippe? Und brauche ich eine Impfung? Wir haben Fragen rund um das Thema Grippe beantwortet.

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Was ist der Unterschied zwischen Grippe und Erkältung?

Erkältung, Grippe, grippaler Infekt – Diese Begriffe hört man gerade in der kalten Jahreszeit sehr oft. Doch wo liegt eigentlich der Unterschied?

Viele Patienten gehen mit Husten und Schnupfen zum Arzt. Dort wird dann ein grippaler Infekt diagnostiziert. Das hört sich jedoch schlimmer an, als es ist.

Denn ein grippaler Infekt ist nichts anderes als eine normale Erkältung.

Der Unterschied zwischen den beiden Krankheiten liegt nicht nur in den Symptomen, sondern auch bei den Erregern. Für die Grippe, auch Influenza genannt, sind die Grippe-Viren verantwortlich. Diese verbreiten sich im Herbst und Winter stark.

Bei einer Erkältung können verschiedene Erreger dahinter stecken – insgesamt über hundert verschiedene Viren.

Welche Symptome treten bei einer "echten Grippe" auf?

Manchmal ist es gar nicht so einfach einzuschätzen: Hab ich eine Erkältung oder doch eine Grippe? Gerade am Anfang können jeweils Symptome wie Husten oder Halsschmerzen auftreten.

Bei einer Erkältung ist Fieber jedoch sehr selten. Bei Grippe kommt es hingegen häufig zu Temperaturen über 38,5 Grad Celsius. Wenn dann noch Kopf- und Gliederschmerzen dazu kommen, ist das ein deutlicher Hinweis. Auch starke Müdigkeitsgefühle deuten auf Grippe hin.

Aber Vorsicht: Manchmal müssen diese Symptome auch nicht auftreten. Bei einer normalen Erkältung sind diese nach wenigen Tagen verschwunden. Grippe hingegen kann deutlich langwieriger sein. Teilweise dauert es sogar mehrere Wochen, bis man vollständig gesund ist.

Was hilft bei Grippe?

Bei einer Grippe müssen nicht unbedingt Medikamente eingesetzt werden. Es gibt aber spezielle antivirale Präparate wie die sogenannten Neuraminidase-Hemmer.

Die Hemmer stoppen die Verbreitung der Viren. So können Dauer und Schwere der Erkrankung verkürzt werden.

Besonders gut wirken diese, wenn sie unmittelbar nach Auftreten der Symptome eingesetzt werden. Antibiotika hingegen zeigen keine Wirkung, da sie nur bei Bakterien wirken.

Verschiedene Hausmittel können zudem die Symptome lindern. Hühnerbrühe hilft gegen Husten und Schnupfen, Wadenwickel gegen Fieber. Bei Halsschmerzen hilft es auch, mit Salzwasser oder Salbeitee zu gurgeln.

Sollte ich mich impfen lassen?

Die "echte Grippe" kann im schlimmsten Fall tödlich enden. Daher sollten vor allem Risikogruppen sich impfen lassen. Dazu zählen Menschen über 60, Personen, die in Krankenhäusern oder Altersheimen arbeiten, sowie Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die an chronischen Krankheiten leiden.

Lässt man sich impfen, schützt man nicht nur sich selbst, sondern auch die Menschen in seinem Umfeld. Nicht jeder hat ein starkes Immunsystem.

Die Impfung sollte idealerweise im Herbst stattfinden. Dann ist man die ganze Grippe-Saison geschützt. Der Schutz muss jedes Jahr erneuert werden, da die Viren sehr häufig ihre Struktur verändern und so das Immunsystem überlisten können.

Aber Vorsicht: Wer gerade eine Erkältung, Fieber oder einen Infekt hat, sollte mit der Impfung warten, bis dieser abgeheilt ist. In diesen Fällen sollte eine Impfung mit dem Arzt besprochen werden.

Warum ist die Grippe so gefährlich?

Jedes Jahr sterben in Deutschland bis zu 20.000 Menschen an der Grippe, in Österreich sind es etwa 1.000, in der Schweiz 300. Weltweit sind es bis zu einer halben Million Menschen. Diese Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr und hängen vor allem davon ab, wie das Virus beschaffen ist.

Bei der Grippe sind besonders die auftretenden Komplikationen gefürchtet. So können Lungen-, Herzmuskel- oder Gehirnentzündungen auftreten. Das Grippe-Virus sorgt dafür, dass andere Erkrankungen leichter einen Weg in den Körper finden.



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