Sachsen feiert sein 30-jähriges Bestehen. Grund genug für Armin Laschet, dem Freistaat einen Besuch abzustatten. SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hat für diese Entscheidung in Zeiten der Corona-Pandemie überhaupt kein Verständnis.

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Norbert Walter-Borjans hat die Teilnahme des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) an einer Veranstaltung mit 2000 Gästen in Sachsen scharf kritisiert.

"In Zeiten wie diesen erwarten die Menschen von der Politik Orientierung und nicht ein Verhalten nach dem Motto: zu Hause verbiete ich das Feiern, aber ich selbst bin dann mal weg – dahin, wo es erlaubt ist", sagte der SPD-Chef der "Bild am Sonntag".

Laschets Verhalten erinnere ihn an einen "Vater, der seinen Kindern mit einer Kippe im Mund erklärt, wie ungesund das Rauchen ist."

Laschet: "Wir sind beisammen, wir sind vorsichtig"

Laschet nahm am Samstagabend an einer Festveranstaltung im Erzgebirgsstadion in Aue teil, mit der der Freistaat Sachsen sein 30-jähriges Bestehen seit der Wiedergründung 1990 feierte.

Seine Teilnahme hatte im Vorfeld für Kritik gesorgt, weil in Nordrhein-Westfalen strengere Corona-Regeln für Großveranstaltungen gelten. Er selbst verteidigte seinen Besuch am Samstag. Die Regeln in Sachsen seien anders als in Nordrhein-Westfalen. "Die Infektionszahlen in Sachsen sind aber auch andere als in Nordrhein-Westfalen."

In seinem Grußwort bei der Veranstaltung sagte Laschet: "Wir sind beisammen, wir sind vorsichtig, aber wir feiern dieses besondere Ereignis".

Der Großteil der Sitze in dem Fußballstadion, das sonst bis zu 16.000 Menschen Platz bietet, blieb am Abend gemäß den Corona-Bestimmungen leer. (dpa/fte)

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