• Wie viele private Schusswaffen wo in Deutschland registriert sind, war bisher nicht bekannt.
  • Denn das Nationale Waffenregister beinhaltete diese Zahlen nicht.
  • Eine aufwendige Recherche von Journalismus-Studenten der Universität Leipzig und des Podcast-Radios Detektor.fm zeigt nun, in welchen Regionen es besonders viele Pistolen und Gewehre in privater Hand gibt - und wo vergleichsweise wenige.

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In Berlin sind im deutschlandweiten Vergleich am wenigsten Schusswaffen privater Besitzer registriert. Die Behörden erfassten Ende 2019 pro 1000 Einwohner 14 Pistolen und Gewehre. Damit liegt die Hauptstadt auf dem letzten Platz aller Städte und Landkreise. Das ergab eine aufwendige Recherche von Journalismus-Studenten der Universität Leipzig und des Podcast-Radios Detektor.fm. Für eine vierteilige Serie zu Schusswaffen in Deutschland fragten sie 541 Waffenbehörden ab, weil das Nationale Waffenregister die Zahlen nicht veröffentlichte.

Insgesamt sind in Deutschland demnach mehr als 5,3 Millionen Schusswaffen registriert. Die offiziellen Statistiken seien aber zum Teil widersprüchlich. Sehr viele angemeldete Waffen gehören Jägern und Mitgliedern von Schützenvereinen. Dazu kommen weitere nicht registrierte Waffen. Schätzungen gehen auch hier von Millionen aus.

Wo es besonders wenig und besonders viele private Schusswaffen gibt

Sehr wenig Schusswaffen gibt es laut der Abfrage auch in Thüringen im Saale-Orla-Kreis (16 Waffen/1000 Einwohner) und in Günzburg in Bayern (17/1000). Danach folgen Schwerin, Rostock, Leipzig und Frankfurt am Main.

Die meisten registrieren Waffen pro Kopf (190/1000) sind im Landkreis Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen angemeldet. Knapp dahinter folgen der Kreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz (186/1000) und Neustadt a. d. Aisch - Bad Windsheim in Bayern (178).

Ende 2018 waren in Berlin mit seinen damals rund 3,6 Millionen Einwohnern laut Senat genau 50.290 private Pistolen und Gewehre offiziell bekannt. Die Zahl liegt aus mehreren Gründen vergleichsweise niedrig: In fast allen Städten haben deutlich weniger Menschen Waffen als auf dem Land, wo mehr Jäger und Hobbyschützen wohnen.

Warum es in Ostdeutschland so wenig Waffen gibt

In Ostdeutschland gibt es weniger Waffen, weil sie in der DDR seltener erlaubt waren. Und auch im alten West-Berlin war der private Waffenbesitz durch die Alliierten weitgehend verboten.

Nötig für den Kauf einer Waffe ist eine Waffenbesitzkarte, die vor allem für Jäger und Schützen ausgestellt wird. In der Öffentlichkeit tragen dürfen sie die Waffe deswegen aber noch nicht. Dafür ist ein Waffenschein erforderlich - und der wird sehr selten ausgestellt. Dann gibt es noch den sogenannten Kleinen Waffenschein. Damit darf man Schreckschuss- und Gaspistolen in der Öffentlichkeit tragen.  © dpa

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