Rekord-Frost in den USA: Eine Kältewelle hat derzeit den Mittleren Westen fest im Griff. US-Präsident Donald Trump nimmt dies zum Anlass, um über die globale Erwärmung zu spotten: "Bitte komm' schnell zurück, wir brauchen dich!"

Mehr Panoramathemen finden Sie hier

Millionen Menschen im Mittleren Westen der USA müssen sich auf eine extreme Kältewelle mit Temperaturen von minus 34 Grad Celsius und darunter einstellen.

Der Nationale Wetterdienst (NWS) warnte am Dienstag (Ortszeit) vor "lebensbedrohlichen, arktischen Winden" und gefühlten Temperaturen um die minus 45 Grad Celsius. Diese könnten "in weniger als fünf Minuten zu Erfrierungen auf ungeschützter Haut führen".

Donald Trump spottet über Klimawandel

US-Präsident Donald Trump meldete sich dazu per Twitter zu Wort: "Im schönen Mittleren Westen erreichen die 'Windchill'-Temperaturen minus 60 Grad [Anm. d. Red.: Fahrenheit, in Celsius sind das etwa minus 51 Grad], die kältesten, die jemals aufgezeichnet wurden."

In den USA spricht man bei gefühlten Temperaturen von "Windchill"-Werten. Schon am Dienstagmorgen wurden laut NWS im US-Bundesstaat Maine Werte von bis zu minus 49 Grad Celsius errechnet. Der "Windchill-Effekt" beschreibt die Abkühlung der Haut bei erhöhter Windgeschwindigkeit.

Trump ist bekannterweise Kritiker des Klimawandels, der US-Präsident leugnet ihn sogar. Ironisch legt er nach: "Was zur Hölle ist los mit der globalen Erwärmung. Bitte komm' schnell zurück, wir brauchen dich!"

Polarwirbel kreist über Mittleren Westen

Rund 212 Millionen Einwohner müssten bis Donnerstag mit Werten unterhalb des Gefrierpunktes rechnen, hieß es. Verantwortlich für die "arktische Kälte" ist der sogenannte Polarwirbel, ein Band kalter Westwinde, das normalerweise über dem Nordpol kreist. Wird der Wirbel geschwächt, kann die Luft in niedrigere Breiten entweichen.

Zum Mittleren Westen der USA werden Illinois, Indiana, Iowa, Kansas, Michigan, Minnesota, Missouri, Nebraska, North Dakota, Ohio, South Dakota und Wisconsin gezählt.

Zwei Tote durch extreme Kälte

Mindestens zwei Todesfälle werden der extremen Kälte bereits zugeschrieben: In Milwaukee wurde am Dienstag ein 55-Jähriger tot aufgefunden, der zuvor vor seiner Garage Schnee weg geschaufelt hatte, wie CNN berichtete.

In Rochester (US-Bundesstaat Minnesota) sei am Sonntag ein 22-Jähriger gestorben. Der Mann habe keine Schlüssel dabei gehabt und sei daher nicht in das Haus gekommen.

"Tiefe Atemzüge" vermeiden

In Illinois rief Gouverneur J.B. Pritzker den Katastrophenfall aus. "Das kalte Wetter, das sich zwischen Dienstagabend und Donnerstagmorgen auf den Weg zu uns macht, könnte uns Temperaturen bringen, die wir vorher noch nicht erlebt haben. Sie stellen eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit der Menschen im ganzen Staat dar", schrieb Pritzker.

Auch der Gouverneur von Wisconsin, Tony Evers, erklärte den Katastrophenfall. Im Bundesstaat Iowa, wo ähnliche Tiefstwerte erwartet werden, empfiehlt die zuständige NWS-Zweigstelle Bürgern, "tiefe Atemzüge" zu vermeiden und so wenig zu sprechen wie möglich: "Das hier ist die kälteste Luft, die viele von uns jemals erlebt haben", hieß es in ihrem Wetterbericht von Dienstagmorgen (Ortszeit). Es sei damit kein Fall von "Naja, es ist Iowa im Winter und diese Kälte kommt nun einmal vor."

Bildergalerie starten

Fotos aus aller Welt: Erstaunliche Augenblicke

Hier sehen Sie - ständig aktualisiert - die außergewöhnlichsten Fotos aus aller Welt.


  © dpa