Facebook steckt knietief im Datenskandal: Statt 50 Millionen betroffener User kommt jetzt heraus: Satte 87 Millionen Nutzerdaten wurden an die britische Firma Cambridge Analytica weitergegeben. Die meisten betroffenen User gebe es in den USA, aber auch in Deutschland sollen Nutzerdaten veruntreut worden sein, teilte der Konzern gestern mit. Wer Ihre Daten jetzt hat, ob Sie auch betroffen sind und was Sie tun können.

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Was ist genau passiert?

Ein Entwickler der Umfrage-App "thisisyourdigitallife" hatte die Informationen der Nutzer an die Analysefirma Cambrige Analytica weitergegeben. Jene Firma, die auch für das Wahlkampfteam des US-Präsidenten Donald Trump gearbeitet hat.

Die Firma half beispielsweise beim Platzieren von gezielter Werbung auf Facebook, um Trump-Anhänger zu mobilisieren. Vom Datenskandal selbst wusste Facebook seit 2015, informierte aber seine Nutzer nicht. Was Zuckerberg und sein Team jetzt bedauern.

Denn dadurch, dass nicht nur die Daten der unmittelbaren App-Nutzer, sondern auch die ihrer Facebook-Freunde weitergegeben wurden, ist die Zahl der betroffenen Nutzer extrem hoch.

Facebook spricht mittlerweile von 87 Millionen Nutzern, Cambridge Analytica erklärte unterdessen, man habe nur 30 Millionen Nutzer-Daten erhalten.

Wie viele deutsche Nutzer sind betroffen?

Facebook schätzte diese Woche erstmals auch eine Zahl betroffener deutscher Nutzer: 310.000. Tatsächlich hatten zwar nur 65 Nutzer die "thisisyourdigitallife"-App genutzt, doch die Nutzungsbedingungen machten es möglich: Die App konnte auf alle Daten des Nutzers und seiner Facebook-Freunde zugreifen.

Bin ich betroffen?

Zählen Sie zu jenen 65 Nutzern, die die Umfrage-App benutzt haben? Dann ja.
Ansonsten hilft nur: die Facebook-Freunde fragen. Hat hier einer die App benutzt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch. Da die meisten Nutzer der App aus den USA kommen, sollten Facebook-Nutzer mit amerikanischen Freunden hier einmal nachhaken.

Auch hat Facebook versprochen, die betroffenen User zu informieren – noch soll das jedoch nicht geschehen sein.

Was kann ich tun, um meine Daten zu schützen?

Eigentlich hat Facebook strenge Richtlinien, um die Apps von Drittanbietern auf ihrer Plattform sicherer zu machen. Die App-Entwickler müssen Facebook mitteilen, warum sie Daten brauchen, auch ist es dem Nutzer möglich, erteilte Berechtigungen zu widerrufen.

Bei der App "thisisyourdigitallife" war ein Zugriff auf die Daten gestattet, auch weil so viele Nutzer dem Gebrauch zustimmten. Folgende Einstellungen sollten Sie daher für mehr Sicherheit vornehmen:

Wer sieht meine Chronik?

Step 1 zu mehr Sicherheit: die eigene Chronik schützen. Wenn Sie vermeiden wollen, dass Fremde auf ihrem Facebook-Profil stöbern, sperren sie es. Dafür gehen Sie auf "Privatsphäre bearbeiten" und legen fest, wer was sehen darf.

Freundeslisten verbergen

Auch können Sie einzelne Rubriken Ihres Facebook-Profils für fremde Augen sperren – beispielsweise Ihre Freundesliste. Hier gehen Sie direkt auf die Freundesliste und "Privatsphäre bearbeiten".

So wenig Daten wie möglich angeben

Wenn es sich verhindern lässt, geben Sie so wenig Daten wie möglich bei Facebook an. Auch bei der Nutzung anderer Apps und Webseiten sollten Sie die Nutzung ihres Facebook-Logins lieber überdenken.

E-Mail-Adresse nur für Facebook

Nutzen Sie eine E-Mail-Adresse nur für Facebook – Nutzer können Sie sonst über Ihre bekannte E-Mail-Adresse oder auch Handynummer (wenn angegeben) im Suchvorgang finden oder bekommen Ihr Profil angezeigt

Ungenutzte Apps löschen

Sie haben einmal ein Spiel via App auf Facebook gespielt – und nutzen es nicht mehr? Dann weg damit! Dafür gehen Sie auf Facebook zu "Einstellungen" und dann "Apps" und löschen jene, die sie nicht mehr brauchen.

Ortung ausschalten

Ob auf einem modernen Laptop oder jedem Smartphone: Es empfiehlt sich, die Ortung auszuschalten, um weniger Aufenthaltsinformationen an Facebook & Co. zu vermitteln.

Nutzerbasierte Werbung verhindern

Plötzlich ploppt Werbung auf, die man kurz zuvor schon angeklickt hatte. Wer keine nutzungsbasierte Werbung auf Facebook & Co. erhalten will, sollte auf die Webseite der "European Digital Advertising Alliance" klicken.

Hier kann man für soziale Netzwerke sowie für andere Websiten festlegen, ob das eigene Internet-Surfverhalten für Werbung genutzt werden darf.

Google & Co.

Das Facebook-Profil erscheint natürlich auch in Suchmaschinen – aber nicht zwingend. Wer nicht will, dass man sein Profil über Google findet, kann dies ausschalten. Schnell auf "Einstellungen" – "Privatsphäre" – "Wie du gefunden und kontaktiert wirst" klicken.

Raus aus Facebook

Wer genug hat, kann sein Facebook-Profil auch löschen oder deaktivieren. Wichtig ist hier: Wer sein Konto löscht, kann es nicht mehr wiederherstellen, alle gesammelten Informationen sind weg.

Aber: Fotos Ihrer Freunde, auf denen Sie markiert wurden beispielsweise, bleiben erhalten. Ein deaktiviertes Konto hingegen wird nicht mehr angezeigt, kann aber jederzeit wieder aktiviert werden.

So deaktivieren Sie ihr Konto: "Einstellungen" – "Allgemein" – "Konto verwalten". Klicken Sie auf "Bearbeiten", dann auf "Deaktiviere dein Konto". Anschließend müssen Sie Ihr Passwort angeben und einen Grund für die Deaktivierung angeben.

Wer sein Konto endgültig löschen will, hat es ein wenig schwieriger. Loggen Sie sich bei Facebook ein und rufen folgende Seite auf.

Klicken Sie auf "Mein Profil löschen", anschließend müssen Sie ihr Passwort sowie einen Sicherheitscode eingeben. Facebook löscht das Konto nicht sofort – meist dauert es eine Weile.

Wer sich in dieser Zeit wieder einloggt, unterbricht den Löschvorgang – das Konto bleibt bestehen.

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