Es ist schon fast zehn Jahre her, dass die kleine Maddie McCann aus ihrem Bett in einer Ferienwohnung in Portugal verschwand. Bis heute gibt es keine Spur des damals dreijährigen Mädchens. Jetzt meldet sich die ehemalige Nanny zu Wort.

Am 3. Mai 2007 verschwand Madeleine McCann spurlos aus einer Ferienwohnung im portugiesischen Ferienort Praia da Luz. Die Polizei suchte monatelang mit einem Großaufgebot nach der kleinen Maddie und ihre Eltern geben bis heute ein Vermögen für die Suche ihrer Tochter aus. Doch Maddie konnte nie gefunden werden.

Jetzt hat sich ihre damals 20-Jährige Nanny im "Mirror" zu Wort gemeldet, die sich am besagten Tag um das kleine Mädchen und ihre Geschwister gekümmert hatte.

Als Maddies Verschwinden am Abend bekannt wurde, war sie mit anderen Nannys, die im Ressort angestellt gewesen waren, zurück in die Ferienwohnung gegangen, um ihre Hilfe bei Maddies Suche anzubieten.

"Sie haben sie weggenommen"

Als die Nanny an der Ferienwohnung ankam, herrschte Panik. Mutter Kate sei in Tränen ausgebrochen und habe gerufen "Sie haben sie weggenommen", während Vater Gerry überall herumlief, um sein kleines Mädchen zu suchen.

"Gerry war sehr verzweifelt", berichtet die Nanny. "Das ist die eine Sache, an die ich mich wirklich erinnere: er, unter Autos suchend. Das kann ich nicht vergessen."

Die Polizei rätselt immer noch über die Todeshintergründe der 17-Jährigen.

Ihnen sei gesagt worden, sie sollten in Mülleimern nach der Kleinen schauen - für den Fall, dass ihr Körper dort versteckt war. Dies sei der Punkt gewesen, an dem sie alle realisierten, wie ernst die Situation war.

Die ganze Nacht suchten sie nach dem vermissten Mädchen, bis ihnen gegen 5 Uhr morgens gesagt wurde, sie sollten ins Bett gehen.

Polizei machte viele Fehler

Laut der Nanny war das Verhalten der Polizei höchst unprofessionell. Sie behauptet, die Polizei hätte 90 Minuten gebraucht, um am Tatort anzukommen. In der Zwischenzeit seien ein Haufen Leute in der Ferienwohnung ein- und ausgegangen.

"Ich weiß, ich bin nicht hineingegangen, aber so ziemlich jeder andere. Also waren die Beweise verschwunden, nichts mehr da."

Auch später soll die Polizei schlampig bei Verhören gewesen sein: Von der vierseitigen Stellungnahme der Nanny verwendete die Polizei angeblich gerade mal zwei Seiten.

"Ich denke, viele Sachen hätten anders laufen sollen. Unglücklicherweise waren die Auswirkungen katastrophal."

Sexueller Übergriff?

Die Nanny berichtet außerdem, dass der Ferienort Praia da Luz ihr damals unsicher vorkam: "Ich hatte einfach das Gefühl, die Einheimischen wollten uns nicht hier."

Schon kurz, nachdem sie im Ort ankam, sei ihr von einer anderen Nanny die Nachricht des Hotelpersonals überbracht worden, dass sie nie riskieren solle, allein das Grundstück zu verlassen.

Erst ein Jahr zuvor war ein anderes Mädchen im gleichen Ferienort vergewaltigt worden.

Die Eltern als Verdächtige

Kate und Gerry McCann gerieten nach Maddies Verschwinden selbst in den Fokus der Ermittler. Auch heute wird Maddies Nanny noch häufig gefragt, ob die Eltern es selbst gewesen sein könnten.

Dazu hat sie eine klare Antwort: "Das ist absolut unmöglich. A: Wegen des Timings. Und B: Wie es war, ihre Reaktionen, einfach alles. Keine Chance."

Auf die Frage, ob sie denke, dass Maddie noch am Leben ist, antwortet ihre ehemalige Nanny:

"Denken ist vermutlich das falsche Wort, aber hoffen. Ich hoffe, sie ist noch am Leben."

(law)