Dem Sommer geht die Puste aus: Pünktlich zum Herbstbeginn rückt eine Kaltfront von Nordwesten an. Bis Mitte der Woche soll sie den Sommer endgültig verdrängt haben. Dann wird es deutlich kühler. Auch Unwetter werden erwartet. Den ersten Vorgeschmack erlebt jetzt schon der Westen Deutschlands.

Pünktlich zum meteorologischen Herbstanfang am kommenden Dienstag ist es vorbei mit dem Sommerwetter. Der Sommer stehe "kurz vor seinem unausweichlichen Ende", prognostizierte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Sonntag in Offenbach mit Blick auf eine von Nordwesten hereinziehende Kaltfront zu Wochenbeginn.

Zunächst läuft der Sommer aber am Montag noch einmal zu Höchstform auf und bietet womöglich eine vorerst letzte Gelegenheit für Badesee- oder Schwimmbadbesuche. Vor allem im Süden und Osten verabschiedet er sich mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 30, mancherorts sogar bis zu 35 Grad. Abgesehen von vereinzelten Hitzegewittern bleibt es in weiten Teilen des Landes am Montag noch sonnig und hochsommerlich heiß.

Kaltfront aus Nordwesten auf dem Weg

Gegen Montagabend rückt allerdings von Nordwesten eine Kaltfront heran und sucht zunächst die Westhälfte Deutschlands heim. Die Kaltfront bringt teils kräftige Gewitter, heftigen Starkregen, Hagel und auch Sturmböen mit und dringt in der Nacht zum Dienstag weiter in Richtung Südosten vor. Nur der äußerste Süden und Osten bleiben bis Dienstag noch vom hereinbrechenden Herbst und Gewittern verschont.

Ab Mitte der Woche gehört einer der heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen dann endgültig der Geschichte an. Mit im Gepäck hat die Kaltfront nämlich einen "veritablen Temperatursturz" von vielerorts zehn Grad. Bei wechselhaftem, teils auch nassem Wetter kühlt es bis zum Wochenende auf Höchsttemperaturen von gerade einmal 20 Grad deutlich ab. Nachts fällt die Temperatur teils auf unter zehn Grad, so dass zumindest das Schlafen vielen leichter fallen dürfte.

Der Sommer 2015 bricht sämtliche Hitzerekorde. Es ist zu heiß und viel zu trocken. Die Menschen strömen in die Freibäder und an die Badeseen, um sich abzukühlen. Doch die Gluthitze belastet Natur und Menschen zunehmend. Der Hardcore-Sommer scheint zunehmend außer Kontrolle zu geraten.

Gewitter im Nordosten erwartet

Im äußersten Norden und Nordwesten gab es bereits am Wochenende Schauer und teils kräftige Gewitter. In der Region Osnabrück hat ein Unwetter am Sonntag zahlreiche Schäden angerichtet. Insgesamt musste die Feuerwehr laut Angaben der Polizei über 100 Mal ausrücken.

Im Norden können auch im Lauf des Sonntagnachmittags schauerartige Regenfälle und Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen auftreten, prognostiziert der DWD. Im Verlauf des Abends verlagern sich die Unwetter Richtung Osten und schwächen sich dort ab.

Von Belgien und den Niederlanden ziehen in der Nacht zum Montag erneut schauerartige Regenfälle und Gewitter in den Nordwesten. Mancherorts fallen die Gewitter mit Starkregen, Hagel oder Sturmböen heftig aus. Im größten Teil des Landes verläuft die Nacht aber ruhig mit vereinzelter Nebelbildung. (dpa/lug)