CDU-Politiker und Agrarminister von Baden-Württemberg Peter Hauk fordert ein Ende des Kükentötens. Nach Ansicht des Politikers müsse anerkannt werden, dass es sich bei den Tieren nicht bloß um eine wirtschaftliche Ware handle.

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Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk hat das Schreddern und Vergasen männlicher Küken nach dem Schlüpfen scharf kritisiert. "Das ist so ein typischer Fall, wo der Staat am Ende ethische Fragen über wirtschaftliche stellen muss – und zwar zwingend", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Es handele sich bei Küken um Mitgeschöpfe, nicht einfach um wirtschaftliche Ware, "über die man den Daumen heben oder senken kann, wie es einem gerade passt".

Schreddern als einfache Lösung

Das Tierschutzgesetz schreibe vor, dass Tiere nicht ohne vernünftigen Grund getötet werden dürfen. "Es ist meines Erachtens kein vernünftiger Grund, zu sagen: Weil es ein Hahn ist, wird er halt getötet." Männliche Küken seien zwar unwirtschaftlicher. Trotzdem dürften sie nicht der Einfachheit halber geschreddert werden.

Die Bruderhahn-Initiative sei ein Beispiel, wie eine Lösung aussehen könnte, sagte Hauk. Schon jetzt kann man im Handel Eier aus Brütereien kaufen, in denen sowohl weibliche als auch männliche Küken aufgezogen werden. Die sogenannten Bruderhahn-Eier sind aber teurer und damit laut Handel nicht massentauglich.

50 Millionen getötete Küken pro Jahr

Es müsse eine Lösung gefunden werden, bevor das Küken schlüpft und Schmerz empfindet, forderte Hauk. Er habe dennoch Verständnis für die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, das Kükentöten in der Legehennenzucht übergangsweise zu erlauben - auch mit Blick auf neue wissenschaftliche Verfahren.

In Deutschland werden jährlich 50 Millionen männliche Küken unmittelbar nach dem Schlüpfen getötet, weil ihre Aufzucht unwirtschaftlich ist. Die Leipziger Richter hatten im Juni das massenhafte Töten männlicher Küken in der Legehennenzucht bis zur Einführung alternativer Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Hühnerei als weiter zulässig eingestuft. (dpa/thp)