Die Bundesregierung will lebensrettende Maßnahmen der Vereinten Nationen für die teils hungernde Bevölkerung im Bürgerkriegsland Jemen mit 100 Millionen Euro unterstützen. Das teilte Bundesaußenminister Heiko Maas am Dienstag vor dem Auftakt der Genfer Geberkonferenz mit.

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In dem bitterarmen Land auf der Arabischen Halbinsel tobt seit mehr als vier Jahren ein Bürgerkrieg. 24 Millionen Menschen - 80 Prozent der Bevölkerung - brauchen nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) Hilfe, sei es Lebensmittel, Behausung oder medizinische Versorgung. Die UN veranschlagen dafür in diesem Jahr 4,2 Milliarden Dollar. Sie hofft bei der Geberkonferenz in Genf auf Zusagen.

Maas dringt auf eine Friedenslösung für das Land: "Langfristig hilft nur, mit aller Ausdauer an einer politischen Lösung zu arbeiten, so komplex die Konfliktlage in Jemen auch ist", erklärte er am Rande eines Besuchs in Burkina Faso.

Vertreter der Regierung und der Huthi-Rebellen hatten sich im Dezember auf eine Waffenruhe an der Front bei der Hafenstadt Hudaida und einen Austausch von Gefangenen verständigt. Hilfsorganisationen sehen darin eine dringend nötige vertrauensbildende Maßnahme.

Der Prozess kommt aber nur schleppend voran. Am Montag beschuldigte Ministerpräsident Main Abdulmalik Said die Huthi-Rebellen vor dem Menschenrechtsrat in Genf, weiter systematisch Menschen zu entführen. Er bezweifele, dass die Rebellen bereit seien, wirklich voran zu kommen.  © dpa

Jemen, Hungersnot, Cholera
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Jemen: Wie lebt ein Kind im Krieg?

Zu Beginn des fünften Kriegsjahres sind etwa 80 Prozent der Menschen im Jemen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Eine Hungersnot droht, mehr als 1,3 Millionen Menschen sind an Cholera oder an lebensgefährlichem Durchfall erkrankt. Die zusammengebrochene Infrastruktur und der Kollaps des Schulsystems bedrohen das Leben von Millionen.