Das gewaltige Ausmaß der Wald- und Buschbrände in Griechenland diesen Sommer ist nach Ansicht von Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis vor allem auf den Klimawandel zurückzuführen. Die Klimakrise habe weltweit solche Dimensionen angenommen, dass es bei den bislang vorhandenen staatlichen Strukturen immer schwieriger werde, Brände zu bekämpfen, sagte der Politiker am Donnerstag bei einer Parlamentsdebatte in Athen. "Die Klimakrise ist uns einen Schritt voraus."

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Den Bränden vorangegangen sei im Juli und August der heißeste, trockenste und windigste Sommer, seit die Daten in Griechenland erhoben würden, sagte der Ministerpräsident. Mitsotakis bedankte sich bei allen Feuerwehrleuten aus zahlreichen Staaten der EU, die beim Löschen geholfen hatten.

Zudem stellte er klar, dass die Justiz "und niemand anders" den Informationen und Gerüchten über Brandstiftungen nachgehen werde. Mit Blick auf einige Einwohner der Grenzregion Evros, die in den vergangenen Tagen Migranten für die Feuer verantwortlich machten und selbst gegen die Menschen vorgingen, sagte Mitsotakis: "Selbstjustiz und selbst ernannte Sheriffs wird unsere Regierung nicht dulden".

Mitsotakis versprach, all jenen unbürokratisch zu helfen, die bei den Bränden ihre Häuser, Nutztiere oder ihre Unternehmen verloren haben. Er verteidigte erneut den Erfolg der Evakuierungen von Dörfern und Hotels. "Für uns haben Menschenleben erste Priorität", sagte er mit Blick auf die Evakuierung von rund 20 000 Touristen bei Bränden auf der Insel Rhodos im Juli.

Am Donnerstag brannte es den 13. Tag in Folge in der besonders betroffenen Waldregion im Nordosten des Landes nahe der griechisch-türkischen Grenze. Das Gebiet ist bergig und schwer zugänglich. Außerdem wehte dort in den vergangenen beiden Wochen starker Wind, so dass die Flammen immer wieder angeheizt und weiter verbreitet wurden.  © dpa

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