Von einem Kollegen soll die US-Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez als "verdammte Schlampe" bezeichnet worden sein. Bei einer Ansprache vor dem Repräsentantenhaus setzt sich die Demokratin mit eindrucksvollen Worten zur Wehr und prangert sexistische Beleidigungen an.

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Die US-Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez hat sich gegen eine mutmaßliche sexistische Beschimpfung eines Kollegen lautstark verteidigt. In einer Rede vor dem Repräsentantenhaus warf die Demokratin dem Republikaner Ted Yoho vor, sie bei einer Begegnung auf den Stufen des Kapitols eine "verdammte Schlampe" genannt zu haben. Der Abgeordnete aus Florida habe sie außerdem als "nicht mehr bei Sinnen" bezeichnet.

Ocasio-Cortez, ein aufsteigender Polit-Star der US-Demokraten, sieht darin ein "Muster" schlechten Verhaltens von Männern gegenüber Frauen. Yoho bestreitet laut US-Medien, die Beleidigung ausgesprochen zu haben.

Ted Yoho streitet Beleidigung ab

Bei der Konfrontation am Montag sei der Abgeordnete aus Florida auf Ocasio-Cortez zugegangen und habe ihre Haltung zu Kriminalität und Arbeitslosigkeit in ihrer Heimatstadt New York kommentiert, sagte Ocasio-Cortez. Er habe sie zunächst "ekelhaft", "verrückt" und "gefährlich" genannt. Daraufhin habe sie ihn "unhöflich" genannt und sei weitergegangen.

Erst als die Abgeordnete bereits fort war, sei die vulgäre Beleidigung gefallen - vor Journalisten, sagte Ocasio-Cortez. Die Nachrichtenseite "The Hill" hatte zuvor über den Vorfall berichtet. Yoho entschuldigte sich laut US-Medien später für die "kurz angebundene Art und Weise des Gesprächs", bestritt jedoch, sie sexistisch beleidigt zu haben.

Ocasio-Cortez prangert gewalttätiger Sprache gegen Frauen an

Was ihr widerfahren sei, sei kein Einzelfall, sagte Ocasio-Cortez in ihrer emotionalen Rede vor dem Repräsentantenhaus, in der sie auch über ihre Zeit als Kellnerin in New York sprach.

Es gebe eine "Machtstruktur", die eine "Akzeptanz von Gewalt und gewalttätiger Sprache gegenüber Frauen" zulasse, sagte sie. Sie warf Yoho vor, sich damit rausreden zu wollen, selbst Ehemann und Vater von zwei Töchtern zu sein.

Das Verhalten des 65-jährigen Republikaners beruhe auf der "Akzeptanz von Gewalt und gewalttätiger Sprache gegen Frauen", sagte die 30-Jährige. Solche Beschimpfungen seien typisch für ein Verhaltensmuster, das gegen Frauen gerichtet sei und zur Entmenschlichung anderer genutzt werde.

Ocasio-Cortez, die 2018 als bisher jüngste Frau in den Kongress gewählt worden war, gilt als eine Leitfigur des linken Flügels der Demokraten und ist auch eine ausgesprochene Kritikerin des Präsidenten. (dpa/afp/thp)

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