• Betrüger am Telefon, im Internet oder an der Haustür gehen oft sehr geschickt vor.
  • Aktuell wird immer wieder vor Kettenbriefen über WhatsApp gewarnt.

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Sie gehen mit großer Raffinesse vor: Betrüger, die ihre Opfer - häufig am Telefon, im Netz oder an der Haustür - um ihr Geld bringen. Der finanzielle Schaden sei in vielen Fällen "beträchtlich", heißt es von der deutschen Polizeilichen Kriminalprävention. Letztlich seien es aber immer ähnliche Tricks, nur in unterschiedlichen Varianten, zu denen die Täter und Täterinnen greifen. Um gewarnt zu sein, sollte man von den folgenden Maschen gehört haben.

Aktuelle Betrugsmaschen: Kettenbrief via WhatsApp - Vorsicht vor falschem Gewinnspiel

Update vom 16. Juni: Eine schöne Vorstellung, mal eben was für 200 Euro im Internet bestellen zu können - ohne bezahlen zu müssen. Ein vermeintliches Jubiläumsgewinnspiel von Amazon soll es möglich machen. Doch Vorsicht, das ist ein Fake.

Ein entsprechender Kettenbrief kursiere aktuell über WhatsApp, inklusive Gewinnspiel um einen angeblichen Einkaufsgutschein, berichtet die "Computer Bild". Mit diesen Worten locken die Betrüger:

  • "30-jähriges Jubiläum. Jeder kann kostenlose Geschenke bekommen".

Um den Gutschein gewinnen zu können, sollen Nutzer das Gewinnspiel mit 20 Freunden oder mit fünf Gruppen bei WhatsApp teilen sowie eine App runterladen. All das sollten Sie keinesfalls tun! Die App könnte schädliche Software enthalten - und auch die Freunde dürften den Gutschein genauso wenig gewinnen, wie man selbst. Allein schon das vorgebliche Jubiläum sei falsch, denn Amazon gebe es bereits seit 1994 - also erst seit 27 Jahren.

Zahlencode über WhatsApp nicht weitergeben

Update vom 11. Juni: Es sieht harmlos aus, als hätten Sie eine Nachricht eines bekannten WhatsApp-Kontaktes erhalten: Der Freund oder die Freundin scheint sie aufzufordern, einen sechsstelligen Code zurücksenden, der Sie tatsächlich kurz vorher per SMS angeblich versehentlich erreicht hat. Bloß nicht!

Wie das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen mitteilt, stecken hinter der Nachricht Betrüger - auch wenn sie in einem längst bestehenden Chatverlauf auftaucht. Das Konto der Person wurde in diesem Fall gehackt. So oder ähnlich sieht die Nachricht aus:

  • "Hello sorry, ich habe dir versehentlich einen 6-stelligen Code per SMS geschickt. Kannst du ihn mir bitte weitergeben? Es eilt"

Der automatisch generierte Code ist ein realer Sicherheitscode für das eigene WhatsApp-Konto. Der wird sonst generiert und an die hinterlegte Handynummer verschickt, wenn man die App etwa auf einem neuen Smartphone einrichten will. Jetzt haben das aber die Betrüger veranlasst. Geben Sie den Code weiter, können Sie den Account erst einmal verlieren.

Was zu tun ist:

  • Geben Sie den Code nicht weiter.
  • Wenn doch, kommt es darauf an, ob Sie eine Zwei-Faktor-Authentifizierung eingerichtet haben oder das noch schnell tun können.
  • Diese lässt sich in "Einstellungen", "Account", "Verifizierung in zwei Schritten" einrichten.
  • Hier muss man selbst eine PIN mit sechs Stellen wählen, aber nicht die aus der Betrugs-SMS nutzen und dann auch nie weitergeben, so das LKA.

Bei dem Verfahren soll die PIN dafür sorgen, dass ein weiteres Gerät den Account nicht übernehmen kann.

Ist das zu spät, rät das LKA Niedersachsen, seinen Account sofort wieder herzustellen. Dazu sollte man sich wieder mit der eigenen Telefonnummer anmelden. Dann kommt per SMS ein sechsstelliger Code, der einzugeben ist. Wer bei einer Zwei-Faktor-Authentifizierung eine sechsstellige PIN vergeben hat, muss diese ebenfalls nach Abfrage angeben. Dann sollte man sich wieder in seinem Account befinden. Wurde das Konto aber bereits übernommen, könnte die Wiederherstellung länger dauern. Dazu gibt auch WhatsApp Hinweise auf seiner Seite.

Warum die Betrüger den Account übernehmen wollen: Sie könnten versuchen, an weitere Accounts zu gelangen, um Schadsoftware und Spam zu verbreiten. Aber auch Erpressung und Betrug sind laut LKA Niedersachsen denkbar. So könnte Hilfe nach angeblichen Überfällen erbeten werden. Auch Einladungen in Gruppen mit verbotenen Inhalten sind demnach denkbar.

Unter den Einstellungen von WhatsApp sollten nur den Nutzern bekannte Geräte hinterlegt sein.

  • Das lässt sich bei iOS in den "Einstellungen" und dann in "WhatsApp Web/Desktop" herausfinden.
  • Bei Android findet es sich, wenn man im Chatbereich auf die drei Punkte klickt und dann im Dropdown-Menü auf "WhatsApp Web" klickt.

Reich mit wenigen Klicks? Warnung vor unseriösen Trading-Plattformen

Update vom 21. Mai: Satte Gewinne mit dem Handel von Aktien, Devisen, Bitcoins und Co. stellen Betrüger im Internet in Aussicht und werben damit für das sogenannte Cybertrading. "Nicht zuletzt die Corona-Krise und damit die Finanznot vieler Verbraucher nutzen die Betrüger schamlos aus", sagt Hans-Joachim Henschel vom Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen in Hannover.

Viele surfen aufgrund Kurzarbeit, Homeoffice oder Jobverlust vermehrt durchs Netz und stoßen auf "Geheimtipps", wie man schnell und bequem zu Geld und zu einem Leben in Luxus kommen kann. Jetzt braucht es nur noch einen Klick - nämlich auf den Link der jeweiligen Werbeanzeige -, und schon landen ahnungslose Internetnutzer auf einer "oft recht professionell und seriös aussehende Webseite", wie Henschel sagt.

Teilweise sind dort Bilder oder Videos eingebunden von Menschen, die sich gerade auf ihrer neuen Yacht vergnügen - die sie sich durch die angeblichen Gewinne leisten konnten. "Das Perfide ist, dass die Kriminellen teils auch mit Promis werben, die angeblich durch das Cybertrading reich geworden sind", so Henschel. Interessierte geben ihre Kontaktdaten ein und werden kurze Zeit später von einem angeblichen Online-Broker angerufen. Rhetorisch bestens geschult, will er den oder die Angerufene dazu bringen, Geld zu investieren. Ein kleiner Betrag, im Schnitt etwa 250 Euro, soll reichen, heißt es. Fürs erste.

Dann wird es noch ausgeklügelter: Man überweist Geld auf ein Konto, auf dem die Täter laufend Gewinne simulieren. Die Anleger investieren daraufhin immer höhere Beträge. "Teils baut der Online-Broker auch immensen Druck auf", sagt Heidi Pätzold von der Verbraucherzentrale Hamburg. Der Anleger müsse mehr investieren, sonst wäre alles Geld weg.

Wie man sich schützt:

  • "Bloß nicht kopflos werden, wenn einem das vermeintlich große Geld in kurzer Zeit bei wenig Aufwand in Aussicht gestellt wird", warnt Henschel.
  • Keinesfalls Fremden sensible Daten wie Kopien von Kreditkarte und/oder Personalausweis zukommen lassen.
  • Bevor Anleger Geld investieren, sollten sie sich immer fragen, ob sie überhaupt nachvollziehen können, wie der vermeintlich satte Gewinn eigentlich zustande kommt.
  • Trading-Plattformen unter die Lupe nehmen, vor allem das Impressum.
  • Wer auf einer Trading-Plattform Beträge eingezahlt hat, die er trotz mehrfacher Aufforderung nicht zurücküberwiesen bekommt, sollte Anzeige erstatten.

Zwar sind die Aussichten, dass Opfer ihr Geld zurückbekommen, eher gering. Aber: "Je detaillierter Geschädigte das Vorgehen der Täter beschreiben können, desto hilfreicher kann es für die Polizei sein, die Täter eines Tages aufzuspüren", sagt Hensche.

Phishing-Masche: Datensammler schicken Outlook-Termine

Update vom 23. April: Vorsicht, wenn Sie Outlook-Termineinladungen ins Postfach und den Kalender geschickt bekommen. Die Verbraucherzentrale Bremen warnt vor massenhaften Versuchen von Datensammlern, auf diese Art und Weise E-Mail-Adressen zu verifizieren, um diese für Spam, Identitätsdiebstahl und Angriffe auf Onlinekonten zu missbrauchen.

Die Einladungen können auch von scheinbar Bekannten, Kolleginnen oder Kollegen stammen, deren Mail-Konten gehackt wurden. Wem also etwas seltsam an so einer Einladung vorkommt, sollte einfach zum Hörer greifen und nachfragen, ob die Einladung echt ist, raten die Verbraucherschützer. Ansonsten fielen die Mails der Betrüger oft durch seltsame Absender-Adressen oder Rechtschreibfehler auf. Auch andere Sprachen sind verdächtig.

Tipps der Verbraucherzentrale:

  • Als Kalender-Spam identifizierte Einladungen sollte man nicht nur nicht annehmen. Auch das Klicken auf Absagen-Schaltflächen ist tabu. Es gilt: Nur löschen - sowohl die Mail, als auch den Termin im Kalender, der dort je nach Outlook-Einstellung auch bereits ohne eigenes Zutun ausgegraut gelandet sein kann.
  • Während die Mail direkt gelöscht werden kann, fragt Outlook beim Löschen des Termins aus dem Kalender, ob der Absender benachrichtigt werden soll. Das gilt es zu verhindern, indem man auf "Nein" klickt. Sonst hätten die Betrüger auch so ihr Ziel erreicht: Sie wissen, dass diese Mail-Adresse aktiv genutzt wird.
  • Um zu verhindern, dass Einladungen automatisch im Kalender landen, muss man die Outlook-Einstellungen ändern. Unter "Datei/Optionen/E-Mail/Verlauf" findet sich der Punkt "Besprechungsanfragen und Antworten auf Besprechungsanfragen sowie Abstimmungen automatisch bearbeiten". Hier muss man einfach das Häkchen herausnehmen.
  • Wer selbst eine automatische Beantwortung von Besprechungsanfragen eingerichtet hat, sollte diese wieder deaktivieren, um sich vor Kalender-Spam zu schützen.

Jobangebot mit Video-Ident? Vorsicht!

Update vom 25. März: Lukrativer Job, keine Erfahrung nötig, gut aus dem Homeoffice machbar: Viele Menschen sind derzeit aufgrund finanzieller Einbußen wegen Corona auf Arbeitssuche und werden arglos von Betrügern in eine Falle gelockt. Sogar die in der Anzeige angegebene Internetseite ist fast perfekt gefälscht. Doch am Ende werden sie Opfer von Betrug: Kriminelle nutzen Daten der Betroffenen, um illegale Geschäfte bis hin zur Geldwäsche abzuwickeln, warnt aktuell das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen.

Die falschen Job-Angebote kursieren nicht nur per Mail, sondern sind sogar auf Jobbörsen zu finden. Häufig werden Treuhänder oder Produkttester gesucht. Perfide: In den Angeboten sind tatsächlich existierende und seriöse Unternehmen angeführt. Nutzt man den angegebenen Link, landet man auf gefälschten Webseiten, die täuschend echt aussehen, samt Impressum des jeweiligen Unternehmens, Anschrift und Handelsregisternummer. Wer sich bewirbt, bekommt den Arbeitsauftrag, Gelder zu empfangen und nach Meldung an die Firmenzentrale weiterzuleiten. Hierfür werde das Konto des Jobsuchenden bei der BaFin angemeldet, wofür die Betrüger gut erkennbare Ausweisdaten einfordern.

"Es ist sehr wahrscheinlich, dass in anderen Fällen die Täter auch im Namen Ihrer Bewerber ein echtes Bankkonto bei einer Bank einrichten lassen", heißt es vom LKA Niedersachsen. Im weiteren Verlauf würde dann der Jobsuchende von den Tätern die Zugangsdaten für ein Videoidentverfahren bekommen. "Der Jobsuchende führt dann das Videoidentverfahren durch, im Glauben ein Treuhandkonto für die Firma einzurichten. Da jedoch die Täter die Kontobestellung gestartet haben und dafür eine selbst eingerichtete Mailadresse hinterlegt haben (speziell für das Opfer angelegt), bekommen diese auch die endgültigen Zugangsdaten zum Bankkonto", erklärt die Polizei. Die Bankkonten können die Täter dann für Geldwäsche, etwa Fakeshop-Bezahlungen, verwenden. Bis die Opfer die Masche erkennen und Anzeige erstatten, können Wochen vergehen, da die Betrüger die Jobsuchenden hinzuhalten wissen. Das LKA warnt auch, dass die Daten auch zukünftig noch missbraucht werden könnten für Bestellungen, Verträge, Betrügereien in Kleinanzeigenportalen, personalisierten Spam.

Wenn Sie bereits Opfer geworden sind, rät das LKA:

  • Erstatten Sie umgehend Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizei. Bringen Sie alle verfügbaren Unterlagen, den Schriftverkehr, Screenshots/Links der Jobanzeige, WhatsApp-Verkehr/Kontakte mit.
  • Informieren Sie so schnell wie möglich die beteiligten Kreditinstitute, insbesondere Ihre eigene Bank. So vermeiden Sie auch, selbst unter den Verdacht der Geldwäsche zu geraten.

So können Sie sich schützen, wenn Sie auf Jobsuche sind:

  • Vergewissern Sie sich beim echten Unternehmen, ob das Jobangebot von dort stammt, etwa über die Homepage.
  • Geben Sie keine persönlichen Daten (etwa eingescannte Personalausweise, Gehaltsnachweise oder Selfies mit Personalausweis) an Unbekannte.
  • Wenn es um eine Videoidentifikation geht, sollte man im Zuge des Verfahrens dem Dienstleister klar mitteilen, warum man diese Identifizierung durchführt. Zum Beispiel: "Ich möchte ein Bankkonto eröffnen" oder "Ich bewerbe mich um einen Job und muss mich identifizieren." Das LKA erklärt, warum das wichtig ist: "Im ersten Fall möchte man dann auch tatsächlich ein Bankkonto eröffnen. Dafür hat man aber auch selber die Kontoeröffnung beantragt (mit sämtlichen Zugangs- und Anmeldedaten) und man bekommt hinterher selber die Zugangsdaten auf das eigene Mailkonto. Im zweiten Fall würde der Dienstleister abbrechen und vor einem Betrug warnen. Bewerbungen werden so nicht verifiziert!"
  • Klären Sie beim Videoident-Anbieter, an welche Adressen die Zugangsdaten gehen (Sind das vollständig Ihre eigenen Daten oder wurden Ihnen diese vorgegeben?). Lassen Sie sich nicht von den Tätern überreden, gewisse Sätze, die nicht von Ihnen stammen zu sagen. Die Täter statten die Opfer gern mit passenden Geschichten aus, um das Videoident-Verfahren zu durchlaufen.
  • Prüfen Sie die Mailadressen, die für den Kontakt zu Ihnen und zum Jobanbieter verwendet werden. Stimmen diese mit den echten Domainnamen genau überein?

Das LKA Niedersachsen führt auf seiner Website kursierende Anzeigen aus dem Netz zu dieser Betrugsmasche an, betont aber: Es seien nur Beispiele von vielen, die Täterseiten seien meist nur wenige Wochen online und erscheinen dann unter anderen Domains in neuem Gewand. Die kurze Zeit reiche aber, um genug Jobsuchende in die Falle tappen zu lassen.

"Ihr Paket wurde verschickt" - Betrüger spionieren via SMS sensible Nutzerdaten aus

Update vom 16. Februar: Das Landeskriminalamt (LKA) in Mainz warnt vor einem neuen Trick, mit dem kriminelle Schadsoftware auf die Mobiltelefone ihrer Opfer installieren. Laut Behörde haben Betroffene in Rheinland-Pfalz gefälschte Kurzmitteilungen erhalten, in denen die Ankunft eines Pakets angekündigt worden sei.

Klickten die Handybesitzer dann einen vermeintlichen Bestätigungslink mit der Endung "duckdns.org" an, werde unerkannt eine Schadsoftware heruntergeladen und auf dem Handy installiert.

"Diese Schadsoftware leitet unbemerkt sensible Daten weiter, spioniert die Kontaktliste der Geschädigten aus und versendet anschließend eigenständig SMS mit der Schadsoftware an verschiedene Rufnummern, die zusätzliche Kosten verursachen können", heißt es vom LKA.

In einem Fall wurden laut Kriminalpolizei über das Smartphone einer Frau aus Mainz rund 1.000 solcher SMS an ihre Kontakte versendet, wodurch ein Schaden in dreistelliger Höhe entstand. Mit dieser Betrugsmasche nutzen die Täter den Online-Shopping-Boom aus: Schließlich warten viele Personen derzeit tatsächlich auf ein Paket, sodass sie leichter auf die Masche reinfallen und den Link anklicken.

Empfängern einer solchen SMS wird folgendes empfohlen:

  • den Link nicht anklicken
  • falls der Link angeklickt wurde, Mobiltelefon sofort in den Flugmodus schalten
  • Mobilfunkanbieter informieren
  • Drittanbietersperre einrichten
  • Strafanzeige erstatten

Regelmäßig wiederkehrende Betrugsmaschen: Falsche Microsoft-Anrufe

Nun zu einer Mache, die seit Jahren eine Art "Dauerbrenner" ist: Anrufe angeblicher Microsoft-Mitarbeiter, in denen Nutzer dazu aufgefordert werden, Software zu installieren oder Daten herauszugeben.

So gehen die Betrüger vor:

  • Am Telefon wird den Angerufenen erzählt, ihr Computer sei von einem Virus befallen.
  • Dann fordern die Betrüger dazu auf, einen Code einzugeben und ein Programm herunterzuladen.

Die Opfer installieren unter Anleitung eine angebliche Fernwartungssoftware, führt die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern aus. Das ist fatal, denn mit dieser haben die Betrüger Zugriff auf den Rechner und somit auch auf im Browser oder in Dateien gespeicherte Passwörter. Zudem fordern die vermeintlichen ITler in vielen Fällen dann noch Geld für ihren Aufwand. Nach eigenen Angaben ruft Microsoft niemanden unaufgefordert an, um vor Infektionen zu warnen oder um Geräte zu reparieren.

Tipps der Polizei:

  • Legen Sie im Fall eines solchen Anrufs sofort auf.
  • Geben Sie auf keinen Fall private Daten - etwa Bankkonto- oder Kreditkartendaten, oder Zugangsdaten zu Kundenkonten wie PayPal - heraus.
  • Erlauben Sie einem unbekannten Anrufer nie Zugriff auf Ihren Rechner.

Wenn Sie Opfer wurden:

  • Trennen Sie Ihren Rechner vom Internet und fahren Sie ihn herunter. Über einen nicht infizierten Rechner sollten Sie unverzüglich Ihre Passwörter ändern.
  • Lassen Sie Ihren Rechner überprüfen und das Fernwartungsprogramm auf Ihrem Rechner löschen.
  • Über dieses Formular können Sie einen Tech-Support-Scam direkt bei Microsoft melden.
  • Nehmen Sie Kontakt zu den Zahlungsdiensten und Unternehmen auf, deren Zugangsdaten in den Besitz der Täter gelangt sind.
  • Lassen Sie sich von Ihrem Geldinstitut beraten, ob Sie bereits getätigte Zahlungen zurückholen können.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Vorsicht, Falle: Trickbetrüger tarnen sich als Rentenversicherung oder Energieanbieter

Ein täuschend echt wirkender Brief, ein unangekündigter Besuch zu Hause oder ein unerwartetes Telefonat: Getarnt als angebliche Mitarbeitende der Rentenversicherung versuchen Betrüger, an persönliche Daten oder sogar an die Bankverbindung von Versicherten heranzukommen.

Eine typische Masche:

  • Rentnerinnen und Rentner werden von Anrufern aufgefordert, Geld auf ein fremdes Konto zu überweisen. Es wird den Angerufenen mit angeblichen Rentenpfändungen, Rentenkürzungen oder anderen Nachteilen gedroht, wenn die Zahlung verweigert wird.
  • Auch telefonische Angebote, Medikamente oder medizinische Hilfsmittel zu verkaufen, stammen nicht von der Deutschen Rentenversicherung.

In keinem Fall sollten Betroffene aufgrund telefonischer Aufforderungen Geld ins In- oder Ausland überweisen.

Verbraucherschützer warnen zudem vor einer Masche unseriöser Energieanbieter: Sie rufen Verbraucher an und fragen am Telefon unter einem Vorwand nach dem aktuellen Zählerstand und der Zählernummer.

Geben Verbraucher diese Daten preis, leiten sie unter Umständen den Anbieterwechsel ein, ohne es zu wollen. Denn dem unseriösen Anbieter reichen diese Daten aus, um den Vertrag beim bisherigen Versorger zu kündigen.

  • Tipp der Verbraucherzentrale Bremen: Legen Sie auf. Der derzeitige Energieanbieter würde sich schriftlich melden, wenn er den Zählerstand erfragen möchte, erklären die Experten. Grundsätzlich sollten am Telefon keine Daten durchgegeben werden - weder die Zählernummer noch der Name und die Anschrift.

Wer seine Daten einem unbekannten Anrufer genannt hat, sollte den untergeschobenen Vertrag schriftlich mit einem Einwurfeinschreiben innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Darüber hinaus sollte der unerwünschte Anruf der Bundesnetzagentur gemeldet werden.

Der falsche Polizeibeamte

Sich auszugeben als jemand, der sie nicht sind, ist die typische Masche bei Betrug: "Wenn es um die momentan häufigsten Betrugsarten geht, wäre der 'falsche Polizeibeamte' zu nennen", heißt es dazu von der Polizeiliche Kriminalprävention auf Anfrage unserer Redaktion. Die Zahl der Delikte habe so zugenommen, dass der "falsche Polizeibeamte" inzwischen gesondert in die Polizeiliche Kriminalstatistik des BKA aufgenommen wurde. Die Schadenssummen seien häufig beträchtlich.

So funktioniert der Trick: Betrüger verkleiden sich als Polizeibeamte, um das Vertrauen ihres Gegenübers - meist ältere Menschen - zu gewinnen. Sie manipulieren ihre Opfer so gekonnt, dass diese freiwillig hohe Geldbeträge oder Wertsachen übergeben. Die Täter erreichen das, indem sie von erfundenen Einbrecherbanden erzählen und so Angst und Verunsicherung erzeugen. Schließlich täuschen sie vor, das Hab und Gut ihrer Opfer vor Einbrechern in Sicherheit bringen zu wollen - und nehmen es mit.

Warnung: "Die Polizei fordert Bürgerinnen und Bürger niemals dazu auf, Geld oder Wertsachen an Beamte zu übergeben. Nur Betrüger wollen an Ihre Wertgegenstände", betont Gerhard Klotter, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes.

Tipps der Polizei:

  • Lassen Sie niemals Unbekannte in Ihre Wohnung.
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und übergeben Sie niemals Geld an fremde Personen.
  • Verlangen Sie von angeblichen Amtspersonen grundsätzlich den Dienstausweis und prüfen Sie ihn sorgfältig auf Druck, Foto und Stempel. Rufen Sie im Zweifel die entsprechende Behörde an. Die entsprechende Telefonnummer sollten Sie selbst heraussuchen, nicht vom Unbekannten verlangen.
  • Stellen Sie keine Wertgegenstände zur Abholung vor die Tür.
  • Rufen Sie im Zweifelsfall 110 oder bei Ihrer Polizeidienststelle vor Ort an.
  • Wurden Sie zum Opfer, wenden Sie sich sofort an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.

Varianten des Haustürbetrugs

Neben dem Beamten geben sich Betrüger sehr häufig auch als Hilfsbedürftige, Handwerker oder Mitarbeiter der Stadtwerke aus oder treten als seriös gekleideter Geschäftsmann auf.

So funktioniert der Trick: Mit schauspielerischem Geschick überrumpeln die Täter ihre Opfer und verschaffen sich unter einem Vorwand Zutritt zu deren Wohnung: Sie bitten um ein Glas Wasser, etwas zum Schreiben oder fragen, ob sie die Toilette benutzen dürften. Als Handwerker verkleidet weisen sie auf einen vermeintlichen Wasserrohrbruch hin, der schnell behoben werden müsse.

Tatsächlich gelingt es laut Polizei auf diese Weise leider oft, dass eine zweite Person unbemerkt in die Wohnung eindringt und nach Wertsachen sucht.

Die schriftliche Variante: Die Täter werfen Benachrichtigungen in den Briefkasten, die mit den Namen der Opfer ausgefüllt sind. Darin heißt es, dass "niemand angetroffen" wurde und man sich bitte "zur Vereinbarung eines Gesprächstermins in Ihrer Angelegenheit“ oder "zur Abholung Ihres Pakets" telefonisch melden möge. Beim angegebenen Telefonkontakt handelt es sich dann um eine kostenintensive Telefonnummer.

Tipps der Polizei:

  • Öffnen Sie Unbekannten die Tür höchstens bei vorgelegtem Sperrriegel.
  • Bestellen Sie Unbekannte für später ein, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist.
  • Wehren Sie sich energisch gegen zudringliche Besucher, sprechen Sie sie laut an oder rufen Sie um Hilfe.

Geschäfte an der Haustür

Ein "einmaliges Schnäppchen", ein "Gratisangebot": Bei diesen Worten sollte jeder hellhörig werden. Ebenso, wenn es um Handwerksleistungen geht, die an der Haustür angeboten werden, oder der Unbekannte behauptet, für ein soziales Projekt zu arbeiten.

So funktioniert der Trick: Mit unterschiedlichen Maschen - indem sie entweder mit Gewinnen locken oder das Mitgefühl der Opfer wecken - besorgt sich der Täter die Unterschrift des Opfers. Letztlich handelt es sich aber um einen Vertrag - für eine Versicherung, ein Abo oder sonstiges - den das Opfer unterschrieben hat.

Bietet der Betrüger eine Handwerksleistung an, beginnt er diese zur Täuschung, beendet sie dann aber nicht. Der Auftraggeber aber wird zur Kasse gebeten.

Tipps der Polizei:

  • Kaufen oder unterschreiben Sie niemals etwas an der Haustür. Angebote Produkte - Teppiche, Besteck, Schmuck - oder Handwerkerleistungen sind meist wertlos.
  • Lassen Sie nur Handwerker in Ihre Wohnung, die Sie selbst bestellt haben oder die von der Hausverwaltung angekündigt worden sind. Das gleiche gilt für vermeintliche Vertreter der Stadtwerke.
  • Nehmen Sie für Nachbarn nichts ohne deren Ankündigung entgegen, etwa Nachnahmesendungen oder Lieferungen gegen Zahlung.
  • Geben Sie keine Unterschrift für angebliche Geschenke oder Besuchsbestätigungen.
  • Banken, Sparkassen, Polizei oder andere Behörden schicken nie "Geldwechsler" oder "Falschgeld-Prüfer" an die Haustür. Informieren Sie umgehend die Polizei, wenn derartige Unbekannte bei Ihnen auftauchen.
  • Wechseln Sie niemals Geld an der Haustür. Es könnte sich um Falschgeld handeln.

Falsche Mails: Beispiele Amazon und Netflix

Zu den häufigsten Betrugsmaschen gehören auch falsche Emails, die angeblich von Behörden, der Bank oder bekannten Unternehmen stammen. Dieses Jahr kursieren beispielsweise falsche Amazon- und Netflix-Mails.

So funktioniert der Trick: Die Kriminellen locken ihre Opfer auf gefälschte Seiten, damit diese dort ihre Daten - inklusive Bankdaten - eingeben. Im Fall von Netflix wird den Usern per Mail vorgegaukelt, ihr Konto werde in 48 Stunden auslaufen - wenn sie nicht online ihre Daten aktualisieren. Ein Link führt zu einer gefälschten Website, wo die Kunden ihre Logindaten und Bezahlinformationen eingeben sollen.

Im Fall Amazon erhielten die User eine angebliche Bestellbestätigung, was zu Verunsicherung führt, denn die angebliche Bestellung wurde nie durchgeführt. Das Ziel der Betrüger: Der irritierte User öffnet den Anhang, gelangt über einen Link auf die Fake-Seite und gibt seine Daten ein.

In beiden Fällen handelt es sich um den Phishing-Trick: Die Kriminellen greifen die Anmeldedaten der Nutzer sowie Zahlungsdaten und Adressen ab.

Tipps der Polizei:

  • Niemals Links oder Anhänge in verdächtigen Emails öffnen.
  • Wer Opfer geworden ist, sollte unverzüglich die echten Amazon- oder Netflix-Webseiten aufrufen, sich dort einloggen und seine Zugangsdaten ändern.
  • Nehmen Sie Kontakt mit dem Support des Unternehmens auf.
  • Unbedingt sollten Betroffene sofort die Bank informieren, zu der die Zahlungsdaten gehören, die auf der Phishing-Seite preisgegeben wurden.

"Romance Scamming" oder "Loverboy"-Masche

Immer häufiger wird auch vor der "Loverboy"-Masche gewarnt, auch bekannt als "Romance Scamming": Kriminelle erschleichen sich in den sozialen Medien oder beim Online-Dating das Vertrauen ihrer Opfer und bringen sie im schlimmsten Fall um sehr viel Geld. Wie Sie die "Loverboy"-Betrüger erkennen, lesen Sie hier. Das rät die Polizei im Verdachtsfall:

Geben Sie den Namen Ihrer Bekanntschaft mit dem Zusatz "Scammer" oder "Loverboy" in eine Suchmaschine ein - oft ließe sich der Verdacht dadurch schon bestätigen.

  • Falls ein Bild mitgeschickt wurde, lassen sich anhand der umgekehrten Bildersuche zusätzliche Informationen zu dem Bild erhalten.
  • Anfragen ignorieren, Person blockieren.
  • Hilfe holen, etwa bei der Polizei.
  • Beweise sichern, etwa durch Screenshots.

Unerwünschte Anrufe & Co.: So legen Sie Beschwerde ein

Besteht der Verdacht eines Betrugs, wenden sich Bürgerinnen und Bürger am besten schnellstmöglich an die Polizei. Niemand muss es sich zudem gefallen lassen, unerwünschte automatisierte Anrufe zu erhalten, Fax-Spam oder Werbenachrichten über Messenger-Dienste: Solche Fälle können Verbraucher der Bundesnetzagentur melden. Auch etwa über hochpreisige Kundenhotlines können Sie sich dort beschweren. (af)

Verwendete Quellen:

  • Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes
  • Bundesnetzagentur
  • dpa
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