Sturm "Herwart" hat vor allem in Nord- und Ostdeutschland schwere Schäden angerichtet. Zahlreiche Bahnstrecken wurden gesperrt, Bäume stürzten auf die Straßen, Häuser wurden beschädigt. Rund 90 Bahn-Reisende mussten die Nacht zu Montag in einem Übernachtungszug verbringen. Was Betroffene jetzt wissen müssen.

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Der Sturm hat sich gelegt - jetzt beginnt das große Aufräumen. Die Bahn kämpft auch zu Wochenbeginn noch mit den Folgen von "Herwart".

Rund 90 Reisende haben am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe die Nacht zu Montag in einem Übernachtungszug verbracht. Es wurden zwei ICEs zur Verfügung gestellt, wie die Deutsche Bahn am Montag mitteilte.

Die Passagiere waren auf dem Weg nach Berlin am Sonntag in Kassel gestrandet. Am frühen Montagmorgen konnten sie ihre Reise an die Spree fortsetzen.

Wegen des Sturmtiefs "Herwart" waren am Sonntag zahlreiche Fernverkehrsstrecken der Deutschen Bahn lahmgelegt.

Das müssen Bahnfahrer, Auto- und Hausbesitzer jetzt wissen.

Informationen für Bahnreisende

An einem Sturm haben Bahnunternehmen zwar keine Schuld. Fallen jedoch wie jetzt reihenweise Züge ersatzlos aus, bekommen die betroffenen Fahrgäste den Ticketpreis komplett erstattet.

Auch bei Sparpreis-Tickets sei das kostenlos, sagte ein Sprecher der Bahn. Hier wären bis einen Tag vor dem ersten Geltungstag der Fahrkarte eigentlich 19 Euro als Gebühr fällig.

Hat sich ein Zug wegen des Unwetters lediglich erheblich verspätet, muss die Bahn einen Teil des Ticketpreises erstatten.

25 Prozent des Fahrpreises gibt es ab 60 Minuten Verspätung und 50 Prozent ab 120 Minuten. Entscheidend für die Berechnung ist die Ankunftszeit am Zielort.

Das Argument, dass ein Unwetter höhere Gewalt ist und die Deutsche Bahn und Co. daher nicht zahlen müssen, gilt nicht. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH, Rechtssache C-509/11) entschieden.

Die Erstattung können Reisende in den DB Reisezentren, DB Agenturen und im Internet mit dem Fahrgastrechte-Formular beantragen.

Informationen für Autobesitzer

Für die Beseitigung von Sturmschäden am Auto springt die Teilkaskoversicherung ein. Autofahrer melden Sturmschäden am besten schnellstmöglich ihrer Versicherung.

Grundsätzlich reicht ein Anruf, zur Sicherheit rät der Bund der Versicherten (BdV) aber zum Einschreiben mit Rückschein.

Zur Dokumentation der Schäden sollten einige Fotos geschossen und mögliche Zeugen benannt werden.

Wichtig: Ohne Rücksprache mit der Versicherung sollten Halter die Schäden nicht vorschnell beseitigen.

Die Versicherung muss immer die Möglichkeit haben, den Schaden durch eigene Gutachter bestimmen zu lassen, so der BdV.

Die Polizei muss zur Aufnahme von Sturmschäden am Auto übrigens nicht gerufen werden.

Informationen für Hausbesitzer

Wer eine Hausrat– oder Wohngebäudeversicherung hat, muss sich keine Sorgen machen, denn diese Versicherungen zahlen in der Regel bei Sturmschäden, erklärt der BdV.

Die Gebäudeversicherung kommt auf für Schäden am Haus durch umgefallene Bäume oder abgedeckte Dächer. Sie zahlt auch Folgeschäden.

Die Hausratversicherung übernimmt Schäden an allen beweglichen Sachen wie Möbel, Kleidungsstücken oder auch Vorräten.

Wichtig zu wissen: Nicht automatisch versichert sind Schäden durch Überschwemmungen aufgrund von Starkregen.

Hier ist eine Elementarschadenversicherung nötig.

Im Schadenfall muss der Versicherer unverzüglich informiert werden. Außerdem hat der Versicherungsnehmer eine Schadensminderungspflicht.

Dies bedeutet, dass beispielsweise zerbrochene Fenster abgedichtet werden müssen, damit der Schaden nicht größer wird.

Außerdem sollten zur Dokumentation Fotos gemacht und eine Aufstellung der beschädigten Gegenstände erstellt werden.  © dpa