Ob im Frühjahr, Sommer Herbst oder Winter, die reiselustigen Deutschen zieht es in die Ferne. Europa ist beliebt wie eh und je, doch auch exotische Fernreisen stehen hoch im Kurs. Bei den Reisevorbereitungen sollten Urlauber daher das Thema Impfschutz nicht außer Acht lassen. Insbesondere bei Fernreisen ist das Risiko von Erkrankungen erhöht.

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Der Urlaub steht bevor und der Impfschutz ist veraltet? Dann wird es Zeit, dem Hausarzt einen Besuch abzustatten.

Vor einer Reise in die Ferne sollte man sich nicht von Gerüchten und Halbwissen verunsichern lassen, sondern kompetent reisemedizinisch beraten lassen. Ein dem Reiseziel und der Reiseart entsprechender Impfschutz kann gefährlichen Infektionen entgegenwirken.

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Reiseimpfungen: Wer berät?

Die Ständige Impfkommission (STIKO), ein Expertengremium am Robert Koch-Institut in Berlin, bewertet Impfungen anhand von wissenschaftlichen und klinischen Daten. Die STIKO spricht Empfehlungen für Schutzimpfungen aus, jedoch nicht länderspezifisch.

Je nach Reiseland und Reiseart müssen unterschiedliche Vorkehrungsmaßnahmen getroffen werden. Daher sollte man sich beim Centrum für Reisemedizin (CRM) informieren oder Rat bei spezialisierten Ärzten oder Tropeninstituten suchen.

Darüber hinaus empfehlenswert ist die Website des Auswärtigen Amtes, das über aktuelle gesundheitliche Risiken im Reiseland informiert, und der Gesundheitsreiseführer der WHO, der Weltkarten zur Verbreitung verschiedener Infektionskrankheiten bereitstellt.

Welche sind die wichtigsten Reiseimpfungen?

Grundsätzlich sollte jeder Reisende – unabhängig von seinem Ziel – gegen Diphtherie, Tetanus und Polio (Kinderlähmung) geimpft sein.

Die weiteren Impfempfehlungen richten sich nach dem Ziel und der Art der Reise sowie nach dem individuellen Gesundheitszustand.

In einigen Ländern besteht Impfpflicht gegen bestimmte Erkrankungen, wobei der Impfnachweis bei der Einreise oder bereits mit dem Visumsantrag vorgelegt werden muss.

Zu den von der STIKO empfohlenen Impfungen gehören:

  • Cholera
  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
  • Gelbfieber
  • Hepatitis A und B
  • Meningokokken-Meningitis
  • Tollwut
  • Typhus

Der Erreger der Hepatitis A (Reisegelbsucht) ist in Südamerika, Afrika und Asien weit verbreitet, findet sich aber auch im Mittelmeerraum wieder. Bei längerem Auslandsaufenthalt und intensiven Reisen empfiehlt sich eine Impfung gegen Hepatitis B. Hepatitis A und B gibt es auch als Kombimpfung.

Gegen FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) sollte sich impfen lassen, wer sich in Süddeutschland, Österreich, der Schweiz, Tschechien und dem Baltikum vorwiegend in der freien Natur aufhält. Die Japanische Enzephalitis, auch eine Hirnhautentzündung, kommt in ländlichen Gebieten Ost- und Südostasiens vor.

Eine Impfung gegen das durch Mücken übertragene Gelbfieber kann aus zwei Gründen notwendig sein: um sich vor einer Ansteckung bei Reisen in Gelbfiebergebiete zu schützen oder aufgrund einer formalen Vorschrift für die Einreise.

Eine Meningokokken-Impfung ist dringend zu empfehlen bei Reisen in den sogenannten Meningitisgürtel der Sahelzone. Er liegt südlich der Sahara. Zu den betroffenen Ländern gehören Senegal, Mali, Burkina Faso, Gambia, Guinea-Bissau, Guinea, Sierra Leone, Elfenbeinküste, Niger, Tschad, Nigeria, Ghana, Togo, Benin, Kamerun, Zentralafrika, Sudan, Eritrea und Äthiopien.

Bei Reisen in Länder, in denen Kinderlähmung weiterhin auftritt, ist darauf zu achten, dass der Impfschutz gegen diese Erkrankung aktuell ist.

Wo mangelhafte hygienische Bedingungen herrschen, ist ein Impfschutz gegen Cholera und Typhus ratsam. Bei Reisen in Länder, in denen es viele freilaufende Hunde oder Affen gibt oder bei häufigem Kontakt zu Tieren, sollten Betroffene eine Tollwut-Impfung in Betracht ziehen.

Wie schütze ich mich gegen Malaria?

Malaria wird durch Mücken übertragen und ist in vielen tropischen und subtropischen Gebieten eine verbreitete und lebensbedrohliche Krankheit. Sie ist gegenwärtig in über 100 Ländern verbreitet, insbesondere in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Es gibt keine Schutzimpfung gegen Malaria. Es gilt, Mückenstiche so gut es geht zu vermeiden - etwa durch Mückensprays und geeignete Schutzkleidung.

In Malaria-Gebieten ist eine medikamentöse Malariaprophylaxe sowie ein Mückenschutz wichtig, der auch anderen durch Mücken übertragenen Infektionen wie dem Denguefieber vorbeugen kann.

Welchen Impfschutz benötigen Kinder?

Kinder benötigen auf Reisen denselben Immunschutz wie Erwachsene. Bei der Wahl des Reisezieles sollte man allerdings bedenken: Nicht alle Impfstoffe und Medikamente sind für Babys oder Kleinkinder zugelassen.

Am einfachsten ist es, sich direkt beim Tropeninstitut oder Arzt individuell beraten zu lassen und die erforderlichen Impfungen einzuholen oder gegebenenfalls sein Reiseziel nochmals zu überdenken.

Wann ist der beste Impfzeitpunkt?

Es empfiehlt sich, acht bis zwölf Wochen vor der Reise einen Arzt zu konsultieren und spätestens sechs Wochen vor Abreise mit den Impfungen zu beginnen.

Dabei sollte auch an Auffrischungen von früheren Impfungen gedacht werden. In der Regel braucht ein Wirkstoff Zeit, um wirksamen Schutz aufzubauen.

Aber auch bei kurzfristigen Reisen lassen sich Impfungen meist noch organisieren. Selbst wenn nur ein Teil des Schutzes aufgebaut werden kann, ist dies besser, als gar nicht geimpft zu sein. Der Impfschutz kann sich im Reiseverlauf entwickeln.

Wer trägt die Kosten einer Reiseimpfung?

Reiseimpfungen sind selten im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen inbegriffen. Manche Krankenkassen übernehmen jedoch als freiwillige Leistung die Kosten für Reiseschutzimpfungen sowie die Kostenerstattung der Malariaprophylaxe (Tabletten).

Grundlage der Erstattung sind die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) in Verbindung mit den Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes. Unter Umständen müssen die Versicherten Zuzahlungen leisten.

Da es hier keine einheitliche Regelung gibt, sollten sich Reisende vorab individuell bei ihrer Krankenversicherung informieren.

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