Nach Audi muss auch BMW den Gürtel enger schnallen. Im Unterschied zu dem Konkurrenten aus Ingolstadt kommt es beim Münchner Autobauer aber nicht zu Entlassungen. Die Einschnitte im Geldbeutel der Angestellten sind trotzdem massiv.

Mehr Wirtschafts-Themen finden Sie hier

Nach Audi hat sich auch BMW mit seinen Mitarbeitern auf ein Sparpaket geeinigt. Anders als der Konkurrent aus Ingolstadt kommen die Münchner dabei ohne weitreichenden Jobabbau aus, allerdings sinkt die Erfolgsbeteiligung, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

"Wir haben gemeinsam mit dem Betriebsrat eine solidarische Lösung erzielt. Damit können wir auf drastische Maßnahmen verzichten, die andere gerade ergreifen, um ihre Kosten zu senken", sagte BMW-Chef Oliver Zipse. Die Einigung auf das Sparpaket mit dem Namen "Next" bezeichnete der Vorstandsvorsitzende als "sehr ausgewogenen Kompromiss".

BMW und Audi reagieren auf veränderte Anforderungen

BMW will rasch deutlich mehr Elektroautos anbieten und muss daher die Produktion umstellen und viel Geld investieren. Bis 2023 will der Hersteller 25 Elektro- oder Hybrid-Modelle im Angebot haben.

Die Autobauer stehen derzeit unter wachsendem Druck. Audi hatte erst am Dienstag einen weitreichenden Personalumbau in Deutschland angekündigt. Bis 2025 sollen 9500 Stellen abgebaut werden. Gleichzeitig sind aber auch bis zu 2000 neue Stellen in Zukunftsbereichen geplant.

Die Erfolgsbeteiligung sinkt

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Manfred Schoch betonte, dass es gelungen sei, die "einzigartige Erfolgsbeteiligung" langfristig abzusichern. Allerdings sinkt sie um knapp 20 Prozent, weil künftig der sogenannte Dividendenfaktor wegfällt.

Nach der neuen Formel hätte ein typischer Bandarbeiter der Tarifstufe ERA 5 laut BMW für das vergangene Jahr nicht mehr 9.100, sondern 7.600 Euro bekommen. Im obersten Tarifbereich ERA 12 wäre die Erfolgsbeteiligung von 15.700 auf 13.100 Euro gefallen. Damit läge BMW immer noch deutlich über dem Branchendurchschnitt.

Mehrarbeit auch weiterhin möglich

Auch bei den 40-Stunden-Verträgen haben Betriebsrat und Autohersteller zu einem Kompromiss gefunden. So soll die Möglichkeit, dass Mitarbeiter freiwillig ihre Arbeitszeit von 35 auf 40 Stunden erhöhen und entsprechend höher bezahlt werden, nicht pauschal reduziert werden.

Allerdings müssen auch diese Mitarbeiter Einbußen hinnehmen. Künftig werden ihr Weihnachtsgeld und ihre Erfolgsbeteiligung nämlich nicht mehr auf Basis des 40-Stunden-Einkommens, sondern auf Basis der normalen 35-Stunden-Woche berechnet.

Altersvorsorge durch Dividende

Mehr Geld gibt es für die Altersvorsorge. Künftig sollen pro Cent Dividende 2,40 Euro in die Altersvorsorge der Mitarbeiter fließen, maximal aber 1.200 Euro pro Mitarbeiter und Jahr. Dieser Altersbaustein sei einmalig in der Autoindustrie.

Diese Regelung ist gedeckelt bei einer Dividende von fünf Euro. Bislang zahlt BMW zehn Prozent der Erfolgsprämie in die Altersvorsorge ein.

Die neuen Regelungen gelten ab 2020 und betreffen laut einer Unternehmenssprecherin knapp 90.000 Beschäftigte. Insgesamt arbeiten weltweit 134.000 Menschen für BMW. Laut BMW erfüllen die Vereinbarungen die Sparziele des Unternehmens. (hau/dpa/AFP)

Milliarden-Flop: SoftBank übernimmt strauchelndes Start-up WeWork

Tiefrote Zahlen, ein geplatzter Börsengang und eine Milliarde für den gescheiterten Chef: Das Fiasko des Büroraum-Anbieters WeWork ist zum Inbegriff des irrationalen Überschwangs rund um maßlos überbewertete US-Start-ups geworden. Nun übernimmt der Großaktionär SoftBank WeWork. Fotocredit: Noam Galai / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / AFP