Am 12. Februar ist Darwin-Tag. Am Geburtstag des Begründers der Evolutionstheorie gedenken Forscher weltweit der wissenschaftlichen Arbeit Charles Darwins. Seine Lehre hat viele Zweifel und Gegenströmungen überdauert. Trotzdem existieren alternative Auffassungen mit teilweise kruden, aber auch erstaunlichen Ideen.

Der bekannteste Gegenentwurf zur Evolutionstheorie ist der Kreationismus. Die Anhänger dieser Lehre stützen sich auf die Berichte im biblischen Buch Genesis. Sie glauben wortwörtlich an die göttliche Schöpfung in sechs Tagen, die Erschaffung der Frau aus einer Rippe Adams und ein Alter der Erde von ein paar tausend Jahren. Die Existenz von Dinosauriern, die die Bibel nicht erwähnt, erklären sich die Kreationisten so: Gott habe ihre Knochen vergraben, um uns Menschen im Glauben zu testen. Dinos hätte es demnach also nie gegeben.

Für die meisten Europäer hören sich diese Thesen abstrus und widersprüchlich an. In den USA glauben laut einer Umfrage des Gallup-Instituts aus dem Jahr 2014 jedoch 42 Prozent der Bevölkerung an die Schöpfung - das sind fast 134 Millionen Menschen.

Darwin und Schöpfung vereint

Die theistische Evolution verbindet dagegen die Lehre von Darwin mit der Schöpfungsgeschichte. Gott ist demnach so etwas wie der zündende Funke. Die Schöpfung ist aber nicht abgeschlossen, sondern entwickelt sich weiter. Gott ist in diesem Gedankengebäude der Initiator von naturwissenschaftlichen Phänomenen wie Urknall und Lichtgeschwindigkeit. Die Inhalte des Buches Genesis sehen Anhänger dieser Lehre als Metaphern mit religiöser Bedeutung.

Beim progressiven Kreationismus spielt sich die Entwicklung in zeitlichen Knotenpunkten ab, in denen Gott handelt. Der Schöpfer hat, so die Befürworter dieser Lehre, die Erde in sechs Tagen erschaffen. Die Länge dieser Tage entspricht jedoch nicht zwangsläufig 24 Stunden, sondern könnte auch Millionen von Jahren gleichkommen. Vertreter des progressiven Kreationismus lehnen insbesondere die Evolutionsbiologie und die damit verbundene natürliche Auslese ab, denn für die Selektion soll Gott zuständig sein.

Außerirdische haben uns das Leben gebracht

Eine andere Theorie besagt, dass vor vielen Millionen Jahren Außerirdische unseren Planeten besucht und damit den Startschuss für das Leben auf der Erde gegeben haben. Pyramiden, der Maya-Kalender und alte Handschriften dienen als Hinweise.

Selbst in der Bibel soll es Anspielungen auf Außerirdische geben. In Hesekiel Kapitel eins, Vers vier und fünf, heißt es etwa: "Ich sah: Ein Sturmwind kam von Norden, eine große Wolke mit flackerndem Feuer, umgeben von einem hellen Schein. Aus dem Feuer strahlte es wie glänzendes Gold. Mitten darin erschien etwas wie vier Lebewesen. Und das war ihre Gestalt: Sie sahen aus wie Menschen." Einer der bekanntesten Vertreter dieser Richtung ist Erich von Däniken. Der umstrittene Schweizer Buchautor sieht etwa in den Pyramiden von Gizeh, den Steinmonumenten der Osterinseln oder Stonehenge Belege für dieses Modell.

Einen Schritt weiter in diese Richtung geht die Lehre der kosmischen Abstammung. In diesem Modell gibt es weder Schöpfung noch Urknall. Das Leben existierte stattdessen schon immer und kam vom All auf die Erde. Nachdem Mikroorganismen auf unserem Planeten landeten, entstanden daraus höhere Lebensformen. Weil unser Leben von weiterentwickelten Formen aus dem All kommt, imitieren wir unsere Vorfahren, die wiederum selbst andere Lebewesen von anderen Orten imitieren.

Morphisches Feld als Ursprung aller Entwicklung

Der englische Biochemiker Rupert Sheldrake steht für die Idee des morphischen Feldes. Der Experte von der Cambridge-Universität geht davon aus, dass sich alle Entwicklungen aus einem gemeinsamen Wissensfeld ergeben. Was für die Entstehung von Sternenhaufen, Materie, Pflanzen oder Tieren gilt, wendet Sheldrake auch auf Naturgesetze an, die er als Darstellung des gemeinschaftlichen Verhaltens, der gemeinsamen Erfahrung sieht. So entwickelt sich das Universum durch das ständig weiter verdichtete Wissen, das morphische Feld, immer weiter.

Die moderne Fassung des Schöpfergottes nennt sich intelligentes Design und ist eine Weiterentwicklung des Kreationismus. Die führenden Vertreter dieser Richtung sind US-Amerikaner, die den Gott der Bibel als Designer sehen. Sie verstehen ihre Idee als eine wissenschaftliche Theorie, was Kritiker jedoch eindeutig verneinen.

In den 1990ern fand das Gedankengut des intelligenten Designs Eingang in die Lehrpläne öffentlicher US-Schulen. In dieser Zeit stellten Biologie-Lehrer ihren Schülern die Theorie als Alternative zur Evolution vor. Weil aber der "United States Supreme Court", das höchste US-Gericht, 2005 in einem Urteil auf die Trennung von Kirche und Staat bestand, mussten die Inhalte aus den US-Schulbüchern verschwinden.