Der Physiker Erwin Schrödinger ist vor allem wegen seiner Katze bekannt. Das Tier in der Kiste brachte ihm den Nobelpreis ein. Aber was verbirgt sich hinter dem Gedankenexperiment? Ein Quantenphysiker erklärt es uns.

Physiker erklärt, was nötig wäre, um eine Zeitmaschine zu bauen.

Der Physiker Erwin Schrödinger beschäftigte sich intensiv mit dem Phänomen "Katze in Kiste" - eine Kombination, die man heutzutage eher im Zusammenhang mit viralen Internet-Clips kennt. Doch dem Wissenschaftstheoretiker brachte sie sogar den Nobelpreis ein.

Vor 80 Jahren sperrt Schrödinger seine Katze in eine imaginäre Stahlkammer und erschafft dadurch ein Paradoxon, das in der Folgezeit viel zitiert und diskutiert wird.

Es geht um Leben und Tod - theoretisch

In dem Gedankenexperiment sperrt der Physiker seine Katze mit einer winzigen Menge eines radioaktiven Präparats, einem Geigerzähler, einem Hammer und einer Giftampulle in eine Kiste. Spätestens jetzt wird klar, dass es nicht um eine niedliche Katze und ihr Spielzeug geht, sondern um Leben und Tod. Schrödinger selbst nannte seine fiktive Konstruktion eine "Höllenmaschine".

Die einzelnen Elemente in der Kiste sind alle voneinander abhängig. "Lange Zeit kann nichts passieren und plötzlich, zu einer beliebigen Zeit, kann das Präparat zerfallen", erklärt Wolfgang Schleich, Leiter des Instituts für Quantenphysik an der Universität Ulm. Der Zufall löst den Geigerzähler aus, welcher wiederum den Hammer betätigt. "Und dieser Hammer schlägt dann auf die Giftampulle", erklärt Schleich weiter. Die imaginäre Katze werde vergiftet und sterbe.

Was, wenn die Kiste nicht geöffnet wird?

So soll der Ringbeschleuniger des Cern neue Teilchen entdecken.

Das teuflische Konstrukt könnte die Katze auch am Leben lassen. "Wenn das Präparat nicht zerfallen ist, dann ist die Katze noch lebendig", so Schleich. "Aber wenn ich von draußen nicht hineinschauen kann, was ist die Katze dann? Tot und lebendig."

Durch das nicht vorhersehbare Verhalten der radioaktiven Substanz bleibt das Schicksal der Katze bis zum Öffnen der Kiste ungewiss. Für den Verbleib der Katze gibt es keine definitive Antwort mehr, was aber den physikalischen Gesetzen widerspricht. Schrödinger habe mit seinem Experiment zeigen wollen, dass es sehr wohl eine Überlagerung von Zuständen geben könne, so Schleich. Es handle sich dabei jedoch nicht um eine Überlagerung "aus 'Katze tot' und 'Katze lebendig', sondern aus 'Katze tot' und 'Giftampulle zerbrochen' oder eben aus 'Katze lebendig' und 'Giftampulle intakt'", erläutert Schleich.