• Warum hatte der Tyrannosaurus rex so kurze Arme? Eine Frage, zu der es unzählige Theorien gibt.
  • Ein Paläontologe ist an die Sache nun einmal ganz anders herangegangen - und hat eine neue Antwort parat.

Mehr Wissensthemen finden Sie hier

Möchte man jemandem einen Tyrannosaurus rex beschreiben, ist das recht einfach: Er war ein riesiger fleischfressender Dinosaurier mit ungewöhnlich kurzen Armen. Warum seine Arme so kurz waren, ist hingegen nicht einfach zu beantworten. "Das weiß niemand", erklärt der Paläontologe Kevin Padian von der University of California in Berkeley in einer Pressemitteilung.

Die Tiere könnten sie zur Paarung benutzt oder damit Beute gehalten oder getötet haben. Eine weitere gängige Theorie besagt, dass sie ihre Ärmchen benutzt haben könnten, um den Triceratops umzukippen. Andere behaupten, die Dinosaurier konnten damit winken oder Signale geben.

Gängige Theorien zum Tyrannosaurus rex sind "ungeprüft oder unmöglich"

"All die Ideen, die dazu vorgelegt worden, sind entweder ungeprüft oder unmöglich, weil sie nicht funktionieren können", sagt Padian dazu. So waren die Arme des T.rex beispielsweise zu kurz und zu schwach, um einen anderen Dinosaurier oder Beute damit erreichen und greifen zu können. Ihre Länge reichte auch nicht aus, um bis zum Maul zu gelangen. "In jedem Fall wären die vorgeschlagenen Funktionen weitaus effektiver gewesen, wenn die Arme nicht reduziert worden wären."

Lesen Sie auch: Größer als ein T.rex: Dieser riesige Dinosaurier jagte unter Wasser

Padian vermutet, dass Studien die Angelegenheit bislang aus der falschen Perspektive betrachtet haben könnten. Seiner Meinung nach sollten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht danach fragen, wozu die kurzen Arme des Dinosauriers nach ihrer Entwicklung gut waren. Sie sollten eher untersuchen, welche Vorteile die Arme für das gesamte Tier gehabt haben könnten und warum sie kürzer geworden sind. Schließlich hatten die Vorgänger der Tyrannosauriden einst längere Arme.

Kurze Arme zum Schutz vor Bissverletzungen

Auf dieser Basis hat Padian eine neue Hypothese entwickelt: Die Arme des T.rex waren womöglich so kurz, damit sie nicht versehentlich - oder auch absichtlich - von anderen seiner Art während des gemeinsamen Fressens abgebissen werden konnten. Seine Überlegungen wurden im Fachmagazin "Acta Palaentologica Polonica" veröffentlicht.

Gehen wir einmal davon aus, mehrere der fleischfressenden Dinosaurier stürzten sich auf eine gemeinsame Beute. Die riesigen Köpfe und unglaublich starken Kiefer sowie Zähne, die Knochen durchbrechen konnten, kamen sich in die Quere. Ein längerer Arm hätte dabei schnell verletzt oder sogar komplett abgebissen werden können. Schwerwiegende Bissverletzungen könnten zu Infektionen, Blutungen, Schock oder sogar zum Tod führen. "Es könnte also einen Nutzen haben, die Vordergliedmaßen zu kürzen, da diese für die Beutejagd sowieso nicht benutzt wurden", so Padian.

Der nächste Schritt könnte dem Paläontologen zufolge sein, Überreste des Dinosauriers auf der ganzen Welt auf Bissspuren hin zu untersuchen. "Bissspuren am Schädel und anderen Teilen des Skeletts sind beim Tyrannosaurus (…) bekannt", so Padian. Sollten an den Armen weniger Bissspuren zu finden sein, könne das ein Zeichen dafür sein, dass die Verkürzung funktioniert habe.

Abschließend weist der Paläontologe allerdings auch darauf hin, dass alle Theorien, seine eigene eingeschlossen, vielleicht niemals bewiesen werden können. Schließlich ist der Tyrannosaurus rex seit 66 Millionen Jahren ausgestorben.

Verwendete Quellen:

  • UC Berkeley: T. rex’s short arms may have lowered risk of bites during feeding frenzies
  • Acta Palaeontologica Polonica: Why tyrannosaurid forelimbs were so short: An integrative hypothesis
gefährliche Tiere, Mücken, Schlagen, Gift, Stiche, Hai, Skorpion, Frosch
Bildergalerie starten

Kleiner, aber tödlicher als ein Hai: Das sind die gefährlichsten Tiere der Welt

Sie glauben, der Weiße Hai zählt zu den gefährlichsten Tieren der Welt? Weit gefehlt! Denn in Wirklichkeit sind viele kleinere Tierchen, wie zum Beispiel die Stechmücke, weitaus gefährlicher als das Raubtier aus dem Meer. In manchen Fällen kann ein Mückenstich sogar tödlich enden ...